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Praxisnachrichten

Aktuelle Honorarberichte: Praxisumsätze im ersten Halbjahr 2019 leicht gestiegen

04.03.2021 - Die Honorarumsätze der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind in der ersten Jahreshälfte 2019 im Bundesdurchschnitt leicht gestiegen. Im ersten Quartal betrug das Plus 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, im zweiten Quartal 0,7 Prozent je Arzt und Psychotherapeut. Dies geht aus den aktuellen Honorarberichten der KBV hervor.

Die Gesamtvergütung erhöhte sich danach im ersten Quartal 2019 um 352 Millionen Euro (+3,5 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum, im zweiten Quartal um 238,2 Millionen Euro (+2,9 Prozent). Das größte Plus wurde jeweils bei den extrabudgetären Leistungen erzielt: Der Vergütungsanteil stieg um 6,1 Prozent beziehungsweise 4,4 Prozent.

Höhere Fallwerte

Aufgrund der gestiegenen Gesamtvergütung konnten Ärzte und Psychotherapeuten im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus beim Honorarumsatz je Behandlungsfall verbuchen. Im ersten Quartal lag dies bei durchschnittlich 3,4 Prozent, im zweiten Quartal bei durchschnittlich 2,3 Prozent.

Honorarentwicklung im hausärztlichen Bereich

Der durchschnittliche Honorarumsatz im hausärztlichen Versorgungsbereich stieg in den ersten drei Monaten des Berichtsjahrs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall erhöhte sich um 4,1 Prozent. Der Bericht für das zweite Quartal weist beim Honorarumsatz je Arzt ein Plus von 1,2 Prozent aus, beim Honorarumsatz je Behandlungsfall von 0,8 Prozent.

Honorarentwicklung im fachärztlichen Bereich

Im fachärztlichen Versorgungsbereich ist der Honorarumsatz je Arzt im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,2 Prozent und der Honorarumsatz je Behandlungsfall um 2,8 Prozent gewachsen. Im zweiten Quartal lag die Steigerung bei 0,4 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent.

Hohe Zuwächse bei Humangenetikern und Psychotherapeuten

Die größten Honorarzuwächse im fachärztlichen Bereich verzeichneten im ersten Quartal Humangenetiker (13,6 Prozent), Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (+12,6 Prozent) sowie Fachärzte für Psychotherapie / Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (+12,1 Prozent).

Ein überdurchschnittliches Plus konnten in den ersten drei Monaten auch Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (+9,1 Prozent), Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie (+5,7 Prozent) und Pathologen (+5,5 Prozent) verbuchen.

Ein leichtes Minus beim durchschnittlichen Honorarumsatz je Arzt weist der Bericht dagegen für Strahlentherapeuten (-1,3 Prozent) und Rheumatologen (-1,3 Prozent) aus.

Psychotherapeuten und Humangenetiker liegen auch im zweiten Quartal bei den Honorarzuwächsen vorne: Der Honorarumsatz je Arzt beziehungsweise Psychotherapeut stieg bei den ärztlichen Psychotherapeuten um 10,2 Prozent, bei den Psychologischen Psychotherapeuten um 8,1 Prozent. Die Humangenetike erzielten ebenfalls ein Plus von 8,1 Prozent.

Anders als im ersten Quartal mussten die Augenärzte (-4,9 Prozent), Endokrinologen (-4,1 Prozent) und Orthopäden (-1,8 Prozent) Rückgänge des Honorarumsatzes hinnehmen.

Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit

Der Honorarumsatz wird häufig mit dem Einkommen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verwechselt. Der Honorarumsatz ist die Zahlung an den Arzt oder Psychotherapeuten für den Betrieb der Praxis und die Versorgung der Patienten. Der Umsatz ist nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen.

Das Nettoeinkommen, also das Geld, das der Arzt/Psychotherapeut für seine Arbeit bekommt, beträgt durchschnittlich nur 25,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 74,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert er

  • Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen, medizinische Geräte. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 48,1 Prozent des Honorarumsatzes.
  • Steuerzahlungen (16,3 Prozent)
  • berufsständische Altersversorgung (7,3 Prozent)
  • Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherungen (2,9 Prozent)

Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

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