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BMG stellt klar: Grippeimpfung bei Älteren nicht nur mit Hochdosis-Impfstoff

11.03.2021 - Auf die entstandenen Unsicherheiten mit dem Hochdosis-Grippeimpfstoff für die Saison 2021/2022 hat das Bundesgesundheitsministerium jetzt mit einer Rechtsverordnung reagiert. Darin wird klargestellt, dass Versicherte ab 60 Jahren einen hochdosierten oder einen herkömmlichen inaktivierten, quadrivalenten Influenza‐Impfstoff erhalten können.

Damit steht fest, dass Ärzte ab Herbst beide Vakzine verimpfen können. Aufgrund der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) und deren Umsetzung in der Schutzimpfungs-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Ende Januar schien das zunächst nicht möglich. Danach hätten gesetzlich Krankenversicherte ab dem Alter von 60 Jahren nur Anspruch auf den Hochdosis-Grippeimpfstoff und nicht auf einen quadrivalenten Influenza‐Impfstoff gehabt.

Die KBV hatte gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mehrfach auf die mit der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie verbundenen Umsetzungsschwierigkeiten hingewiesen. Denn viele Ärzte waren der Empfehlung der Pharmaindustrie, aber auch des BMG gefolgt, und hatten den Influenza-Impfstoff für die Saison 2021/2022 frühzeitig, das heißt bereits vor der Beschlussfassung des G-BA geordert. Da diese frühzeitigen Bestellungen meist nicht storniert werden konnten, hätte ihnen durch eine zusätzliche Bestellung des neuen Hochdosis‐Impfstoffes ein Regress gedroht, weil sie eventuell deutlich mehr Impfstoff vorrätig gehabt hätten, als sie verimpfen hätten können.

Mit der Rechtsverordnung wurde nicht nur klargestellt, dass über 60-Jährige Anspruch auf eine Schutzimpfung mit einem der beiden Impfstoffe haben. Es wurde auch geregelt, dass der Hochdosis-Impfstoff Efluelda® – trotz der deutlich höheren Kosten – als wirtschaftlich gilt.

Hofmeister: Höhere Verordnungssicherheit für Ärzte

„Für die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte besteht durch die Klarstellung eine höhere Verordnungssicherheit“, betonte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Stephan Hofmeister, und ergänzte: „Und für die Bürger eine höhere Versorgungssicherheit.“ Denn durch die Konzentration auf einen Impfstoff für die Altersgruppe der über 60-Jährigen hätte es bei Lieferausfällen schnell zu Versorgungsengpässen kommen können. Doch gerade diese Personengruppe soll sich impfen lassen.

In Deutschland ist aktuell ein hochdosierter Grippeimpfstoff verfügbar (Efluelda®). Er war zunächst nur für Personen ab 65 Jahren zugelassen, Ende Februar wurde das Alter auf 60 Jahre herabgesetzt. Im Vergleich zu „normalen“ Influenza-Impfstoffen enthält der Hochdosis-Impfstoff die vierfache Antigenmenge.

Hofmeister appellierte in dem Zusammenhang erneut an die Bundesregierung, die Regressregelung bei Impfstoffen zu streichen. Nach dem Sozialgesetzbuch V können Ärzte in Regress genommen werden, wenn die bestellte Menge an Impfstoffen um mehr als zehn Prozent über der verbrauchten Menge liegt. Die Marke soll nach neuen gesetzlichen Plänen für die Impfsaison 2021/2022 auf 30 Prozent hochgesetzt werden.

Bis Ende März Impfstoff bestellen

Ärztinnen und Ärzten, die noch keine Grippe-Impfstoffe für die Saison 2021/2022 bestellt haben, rät Hofmeister, dies möglichst umgehend zu tun. Die Bestellungen über die Apotheken müssen bis zum 31. März bei den Herstellern vorliegen. Anderenfalls bestehe das Risiko, dass die Vakzine nicht in vollem Umfang oder nicht rechtzeitig zu Beginn der Impfsaison im Herbst geliefert würden.

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