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Praxisnachrichten

Kein Verständnis für föderale Sonderwege - Starttermin für das Impfen in Praxen weiterhin offen

12.03.2021 - Mit großem Unverständnis hat der Vorstand der KBV auf den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz reagiert, wonach weiterhin vorrangig in den Impfzentren geimpft werden soll. „Wir befürchten, dass damit das wohnortnahe, flächendeckende und schnelle Impfen in den Praxen im April nicht mehr stattfinden wird“, betonte der Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. 

Nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Mittwochabend sind für die Impfzentren im April 2,25 Millionen Impfdosen pro Woche reserviert. Sollte mehr Impfstoff verfügbar sein, würde dieser an die Arztpraxen ausgeliefert, hieß es. Damit solle spätestens ab 19. April begonnen werden. 

Hofmeister: „Wir wollen impfen“

„Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen wollen impfen. Wir sind bereit: Jetzt und sofort. Doch man lässt uns im Unklaren. So wird das Engagement der Kolleginnen und Kollegen mit Füßen getreten“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Dass die Politik erst die Impfzentren ausstatten würde und die Praxen die übrig gebliebenen Reste erhalten sollen, sei ein „Unding“, urteilte Hofmeister.

Der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz ist noch nicht bindend – soll jedoch bis zum 22. März in Abstimmung mit der Kanzlerin und den Länderchefs erfolgen. Sollten einzelne Länder noch nicht im April mit der Impfung in den Arztpraxen beginnen wollen, können sie dies dem Bund bis zum 19. März mitteilen. 

Eigentlich wäre ein rasches Einbinden der Praxen mit dem Konzept des Bundesgesundheitsministeriums möglich gewesen, so der KBV-Vorstand. „Doch die Länder haben das Verfahren unnötig verkompliziert“, konstatierten Gassen und Hofmeister. 

Regulärer Vertriebsweg für Impfstoffe

Laut GMK-Beschluss ist weiterhin vorgesehen, dass niedergelassene Ärzte die Impfstoffe – wie bei anderen Schutzimpfungen üblich – bei den Apotheken bestellen können. Der Bund stellt den pharmazeutischen Großhändlern dafür die nötigen Mengen zur Verfügung.

Für die Impfungen in Arztpraxen solle die Priorisierung nach der Corona-Impfverordnung als Grundlage gelten. Die Praxen sollten dabei zunächst immobile Patientinnen und Patienten in der eigenen Häuslichkeit sowie Personen mit schweren Vorerkrankungen impfen, heißt es in dem Beschluss.

Dokumentation der Impfungen

Die Dokumentation der verabreichten Impfungen soll in zwei Schritten erfolgen: Die vollständigen Daten, die nach dem Infektionsschutzgesetz zu melden sind, werden mit der quartalsweisen Abrechnung übermittelt. Die Zahl der Impfungen, aufgeschlüsselt nach dem Hersteller, werden tagesaktuell über die KBV an das Robert Koch-Institut geschickt. Die KBV stellt dazu ein Online-Tool bereit. 

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