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Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland vorübergehend ausgesetzt

15.03.2021 - Impfungen mit AstraZeneca sind in Deutschland vorsorglich ausgesetzt worden. Die Bundesregierung ist damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts gefolgt, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute vor Journalisten mitteilte.

Hintergrund seien neue Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, weshalb das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Lage neu bewertet und die vorübergehende Aussetzung der Impfungen und weitere Untersuchungen empfohlen habe, sagte Spahn.

Aussetzung bis zur abschließenden Bewertung durch EMA

Die Impfungen sollen solange ausgesetzt bleiben, bis eine abschließende Bewertung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) vorliegt. Die Entscheidung heute zur Aussetzung betreffe die Erst- und Folgeimpfungen, fuhr Spahn fort. Folgeimpfungen könnten nach einer positiven Entscheidung der EMA gegebenenfalls nachgeholt werden.

Die Entscheidung der Bundesregierung sei eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, unterstrich der Minister. AstraZeneca werde in vielen Ländern auf der Welt millionenfach verimpft. In Deutschland gebe es bislang sieben berichtete Fälle von Hirnvenen-Thrombosen bei über 1,6 Millionen Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca.

„Um das Vertrauen in den Impfstoff zu erhalten, müssen wir unseren Expertinnen und Experten in Deutschland und der Europäischen Union jetzt Zeit geben, die jüngsten Vorfälle zu überprüfen“, sagte Spahn. Dabei gehe es auch um die Frage, ob der Nutzen der Impfung weiterhin größer sei als die Risiken.  

In einer schriftlichen Erklärung des PEI heißt es, dass gegenüber dem Stand vom 11. März weitere Fälle in Deutschland gemeldet wurden. Bei der Analyse des neuen Datenbestands hätten die Expertinnen und Experten des Instituts eine „auffällige Häufung“ einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenen-Thrombosen (Sinusvenenthrombose) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen gesehen, die in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit dem Impfstoff AstraZeneca beobachtet worden seien.

Hinweis für geimpfte Personen

Das PEI weist zudem darauf hin, dass Personen, die den AstraZeneca-Impfstoff erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen, zum Beispiel mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollten.

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