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Praxisnachrichten

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung: Anpassungen beschlossen

25.03.2021 - Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die jährlichen Anpassungen für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung sowie weitere Detailänderungen beschlossen. Unter anderem wurde die Zusammensetzung des ASV-Teams für rheumatologische Erkrankungen angepasst.

Mit seinem Beschluss berücksichtigt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Stand des EBM von Oktober 2020 und setzt ihn in den Appendizes für die einzelnen ASV-Erkrankungen um. Berücksichtigt wurden auch die Neustrukturierung des EBM-Kapitels 25 („Strahlentherapie“) und die Gebührenordnungspositionen (GOP) zur Testung auf DPD-Mangel.

Aufnahme strahlentherapeutischer Leistungen

Die seit dem 1. Januar 2021 geltenden strahlentherapeutischen Leistungen des Kapitels 25 sind nun auch für die ASV beschlossen worden. Sie können jedoch erst ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des G-BA-Beschlusses in der ASV genutzt werden.

Eine rückwirkende Anwendung ist nicht möglich. Bis dahin gelten für die ASV die bis zum 31. Dezember 2020 gültigen GOP des EBM weiter.

Rheuma: Anpassungen beim ASV-Team

Eine wesentliche Detailänderung betrifft die Anlage 1.1b Rheumatologische Erkrankungen: Im ASV‐Team wurden die Fachgruppen Frauenheilkunde und Urologie gestrichen, die bislang zur Behandlung Erwachsener hinzugezogen werden konnten (Ebene 3). Beim ASV-Rheumateam zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen wurde analog die Fachgruppe Frauenheilkunde gestrichen; die Fachgruppe Urologie gehörte hier nicht zum ASV-Team.

Für bereits bestehende ASV-Teams bedeutet das, dass beide Fachgruppen nur noch bis zum zu erwarteten Inkrafttreten des G-BA-Beschlusses Ende Mai/Anfang Juni zum ASV‐Team gehören und in die Behandlung einbezogen werden dürfen.

Rheuma: Patientengruppe erweitert

Für die Behandlung rheumatologischer Erkrankungen in der ASV wurde der Patientenkreis erweitert: Mit Aufnahme des ICD‐10‐Kodes M11.‐ können nun auch Patientinnen und Patienten mit bestimmten Kristall‐Arthropathien in der ASV behandelt werden, die aufgrund eines schweren Verlaufs auf eine hohe Expertise angewiesen sind. Eher milde Verläufe werden weiterhin in der Regelversorgung behandelt.

Des Weiteren kann das ASV‐Rheumateam künftig auch bestimmte Patientinnen und Patienten mit Sarkoidose behandeln. Die entsprechenden ICD‐10‐Kodes wurden ebenfalls der Anlage 1.1b Rheumatologische Erkrankungen zugeordnet. Die Anlage 2e Sarkoidose bleibt bestehen.

BMG prüft Beschluss

Das Bundesgesundheitsministerium hat nun zunächst zwei Monate Zeit, den Beschluss des G-BA vom 18. März zu prüfen. Bei erfolgter Nichtbeanstandung wird er im Bundesanzeiger veröffentlicht und tritt am Folgetag in Kraft.

ASV: Interdisziplinär in Praxen und Kliniken

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist ein Versorgungsbereich für Patienten, die an einer seltenen oder schweren Erkrankung mit besonderem Krankheitsverlauf leiden. Interdisziplinäre Teams aus Praxis- und Klinikärzten übernehmen die ambulante hochspezialisierte Behandlung.

Wie der Versorgungsbereich funktioniert, regelt die ASV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. In den Anlagen werden die allgemeinen Regeln für jede ASV-Indikation konkretisiert.

Appendix

Der Appendix enthält sämtliche Leistungen, die ASV-Berechtigte bei einer ASV-Erkrankung abrechnen können. Im ersten Abschnitt sind die Gebührenordnungspositionen des EBM aufgeführt. Im zweiten Abschnitt finden sich die Leistungen, die noch nicht Bestandteil des EBM sind. Der Appendix ist Teil der Anlagen zur ASV-Richtlinie, in denen jeweils die einzelnen ASV-Indikationen konkretisiert werden.

Die aktuellen Abrechnungsgrundlagen für die einzelnen ASV-Krankheiten stellt das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) online bereit:

InBA: Abrechnungsfähige Leistungen in der ASV

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