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Praxisnachrichten

DMP künftig auch für Behandlung rheumatoider Arthritis

25.03.2021 - Für Patienten mit rheumatoider Arthritis ist jetzt ein Disease-Management-Programm aufgelegt worden. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat kürzlich die Details zu den medizinischen Versorgungsaspekten des strukturierten Behandlungsprogramms beschlossen.

Seit Einführung der Disease-Management-Programme (DMP) vor fast 20 Jahren nehmen aktuell sieben Millionen Menschen daran teil. Mit dem DMP Rheumatoide Arthritis gibt es nunmehr Programme für elf Krankheiten. Es steht zur Verfügung, sobald die Krankenkassen Verträge zur Umsetzung abgeschlossen haben.

Die rheumatoide Arthritis zählt zu den häufigsten rheumatischen Erkrankungen. Etwa ein Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind betroffen. Eine sorgfältige und frühzeitige Diagnostik ist deshalb so wichtig, um die vielfältigen nicht-entzündlich-rheumatischen Ursachen von degenerativen Gelenkveränderungen abzugrenzen und rechtzeitig die optimale therapeutische Strategie wählen zu können. Die Kriterien für die Diagnose werden im DMP detailliert beschrieben.

Ziel: Remission und niedrige Krankheitsaktivität

Ziel des neuen DMP ist es, eine möglichst langanhaltende Remission beziehungsweise eine niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen.

Die Empfehlungen zur Therapie, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in die DMP-Anforderungen aufgenommen hat, fokussieren insbesondere auf die frühe Einleitung der krankheitsmodifizierenden Medikation und die stufenweise Eskalation der Therapie. Weitere Maßnahmen reichen von das Selbstmanagement stärkenden Schulungen über Physiotherapie und Funktionstraining bis hin zu lebensstilbezogenen Empfehlungen wie körperliche Aktivität und Tabakverzicht.

Nichtbeanstandung des BMG abwarten

Bei Nichtbeanstandung des G-BA-Beschlusses durch das Bundesgesundheitsministerium treten die Anforderungen an das neue DMP Rheumatoide Arthritis in Kraft. Im Anschluss können die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen vor Ort in Vertragsverhandlung treten. Dort werden weitere Details geregelt, unter anderem die DMP-spezifische Vergütung. Wenn das erfolgt ist, steht das neue DMP den Patienten zur Verfügung.

DMP sind strukturierte Behandlungsprogramme, die für bestimmte chronische Erkrankungen entwickelt und angeboten werden. Ein koordiniertes Vorgehen bei der Behandlung soll dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Fakten zu den Disease-Management-Programmen

  • Ein Disease-Management-Programm (DMP) ist eine spezielle Organisationsform zur medizinischen Behandlung und Betreuung chronisch kranker Menschen.
  • DMP sollen die Versorgungsqualität verbessern durch einheitliche, wissenschaftlich gesicherte Vorgaben und Empfehlungen hinsichtlich Diagnostik und Therapie, eine intensive ärztliche Kooperation und die Stärkung der Patientenkompetenz.
  • Die behandelnden Ärzte verpflichten sich zur Kooperation und dokumentieren den Behandlungsverlauf und die Behandlungsergebnisse für ihre Patienten – auf dieser Datenbasis erhalten sie regelmäßig Feedback-Berichte zu ihren Patienten.
  • Jedes DMP gibt spezifische Qualitätsziele zur medizinischen Betreuung der Patienten vor.
  • Die Anforderungen an die DMP sind in der DMP-Anforderungen-Richtlinie des G-BA festgelegt.

Bislang sind bundesweit DMP für Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Diabetes Typ 1 und 2, koronare Herzkrankheit (KHK) und Brustkrebs in der Versorgung umgesetzt. Für Herzinsuffizienz, Depression und chronischem Rückenschmerz liegen jeweils DMP-Anforderungen in der G-BA-Richtlinie vor, die Umsetzung steht derzeit noch aus.

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