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Schwangere nutzen Angebot zur Früherkennung von Krankheiten

15.04.2021 - Fast alle Schwangeren nutzen die in den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehenen Screenings zur Früherkennung bestimmter Erkrankungen. Das zeigt eine Analyse der KBV für die Jahre 2010 bis 2018.

Danach machten im Jahr 2018 je nach Test zwischen 85 und 94 Prozent der Schwangeren von dem Angebot zur Früherkennung Gebrauch. Ähnlich hoch war die Teilnahmerate in den Jahren zuvor. Für die Analyse wurden die Screening-Daten aller gesetzlich versicherten Schwangeren im Untersuchungszeitraum ausgewertet.

Nach den Mutterschafts-Richtlinien (Mu-RL) haben Frauen während der Schwangerschaft Anspruch auf mehrere Tests zur Früherkennung von Infektionskrankheiten – so auf Syphilis beispielsweise seit 1965. Mitte der 90er Jahre kamen das Screening auf Hepatitis B und Chlamydien dazu, später die Testung auf HIV und seit 2012 gibt es ein Screening auf Schwangerschaftsdiabetes.

Wenig Schwangere mit Infektionen - Hohe Raten bei Diabetes

Insgesamt wird bei nur wenigen Frauen eine neue Infektion entdeckt. Der Anteil der mit Hepatitis-B-infizierten Frauen war in dem untersuchten Zeitraum gleichbleibend niedrig. Im Jahr 2018 wurde bei sieben von 10.000 Schwangeren eine Hepatitis-B-Infektion festgestellt, die bis dahin nicht diagnostiziert war.

Der Anteil der Schwangeren mit einer Chlamydien-Infektion sank seit 2010 kontinuierlich und lag 2018 bei rund 16 von 1000 Schwangeren. 2010 waren es immerhin noch 27 von 1000.

Sehr selten wird während der Schwangerschaft eine Syphilis-Infektion festgestellt – 2018 trat die Erkrankung bei etwa drei von 10.000 Schwangeren auf.

Durchgängig hohe Screening-Raten zeigen sich beim Schwangerschaftsdiabetes. Knapp 85 Prozent der gesetzlich versicherten Schwangeren lassen dieses Screening durchführen. Die Diagnose Gestationsdiabetes wurde 2018 bei 147 von 1000 Schwangeren gestellt.

Durch die rechtzeitige Diagnose und Behandlung der Erkrankungen können negative Folgen für Mütter und Kinder minimiert oder verhindert werden.

Die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft ist in den alten Bundesländern seit 1965 in den Mutterschafts‐Richtlinien (Mu-RL) geregelt und wird seit 1989 im gesamten Bundesgebiet angewendet. Zuständig für die Weiterentwicklung ist heute der Gemeinsame Bundesausschuss (G‐BA), der auch den Mutterpass als Anlage III der Mu-RL herausgibt.

In diesen Richtlinien werden unter anderem Empfehlungen zum Screening der Infektionskrankheiten HIV, Hepatitis B, Syphilis (Lues) und Chlamydien sowie zum Screening auf Gestationsdiabetes mellitus (GDM) ausgesprochen. Für die Untersuchungen der einzelnen Infektionen beziehungsweise Erkrankungen werden unterschiedliche Zeiträume während der Schwangerschaft empfohlen: Die erste Untersuchung nach Feststellung der Schwangerschaft sollte möglichst frühzeitig erfolgen und umfasst unter anderem die Testung auf HIV, Chlamydien und Syphilis. Dagegen wird das Screening auf GDM erst im siebten bis achten Monat durchgeführt.

Der Zeitpunkt für den Test auf eine Hepatitis‐B‐Infektion wird möglichst nah am Geburtstermin empfohlen. Bisher gibt es zur Umsetzung der empfohlenen Screenings und den daraus resultierenden Infektions- beziehungsweise Erkrankungsraten keine kontinuierlichen und bundesweiten Auswertungen.

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