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Mehr Impfstoff für die Praxen: Drei Millionen Dosen in der ersten Maiwoche - Hinweise zur nächsten Bestellung

22.04.2021 - Achtung: Änderungen bei der nächsten Impfstoffbestellung für die Woche vom 3. bis 9. Mai mehr

Die Arztpraxen sollen in der ersten Maiwoche deutlich mehr COVID-19-Impfstoff erhalten als bisher. Nach einer Mitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit wird der Bund für den 3. bis 9. Mai voraussichtlich rund drei Millionen Dosen der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, von AstraZeneca und erstmals auch von Johnson & Johnson bereitstellen. 

„Eine gute Nachricht. Es geht endlich voran“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen, die heute angekündigte Liefermenge. Neben den Hausärzten könnten damit nun auch immer mehr Fachärzte ihre Patienten gegen COVID-19 impfen. Aufgrund des knappen Impfstoffes waren zunächst vor allem die Hausärzte in die Impfkampagne einbezogen worden. 

KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister erwartet, dass die Arztpraxen bald deutlich mehr Impfstoff erhalten. „Dann werden die Bestellungen hoffentlich nicht mehr gekürzt, und jede Ärztin und jeder Arzt kann so viele Patienten impfen, wie er schafft“, sagte er. 

Höhere Bestellmenge für die Woche vom 3. bis 9. Mai 

Durch die Anhebung der Impfstoffmenge auf drei Millionen Dosen können die Vertragsärzte für die Woche vom 3. bis 9. Mai mehr Vakzine als bisher bestellen. Pro Arzt sind bis zu 36 Dosen COVID-19-Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer, bis zu 50 Dosen COVID-19-Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca und bis zu 15 Dosen COVID-19 Vaccine Janssen® von Johnson & Johnson möglich. (s. auch Infobox). 

Die Bestellung der Impfstoffe erfolgt bis Dienstag (27. April), 12 Uhr. Vertragsärzte geben dazu auf dem Rezept den Impfstoffnamen und jeweilige Anzahl an Dosen an. Den STIKO-Empfehlungen entsprechend, insbesondere zum Alter der Patienten, sollen möglichst alle Impfstoffe bestellt und verimpft werden. Von den insgesamt drei Millionen Impfstoffdosen stehen etwa die Hälfte von BioNTech/Pfizer, ein Drittel von AstraZeneca und etwas mehr als zehn Prozent von Johnson & Johnson zur Verfügung. 

Die Apotheken werden die Praxen wieder vorab darüber informieren, ob ihre Bestellung in voller Höhe oder in reduziertem Umfang bedient werden kann. Die Kalkulation sieht vor, dass jeder Arzt mindestens 18 bis 24 Dosen von BioNTech/Pfizer, mindestens zehn Dosen von AstraZeneca und mindestens fünf Dosen von Johnson & Johnson erhält.

Wie viele Dosen es letztlich sind, hängt unter anderem davon ab, wie viele Ärzte impfen. Rund 55.000 Vertragsärzte hatten für diese Woche Impfstoff bestellt, etwa 63.000 für die nächste Woche.  

Auslieferung von AstraZeneca erst im Laufe der Woche 

Die Auslieferung der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und von Johnson & Johnson durch die Apotheken wird regulär am Montagnachmittag (3. Mai) erfolgen. Die Dosen von AstraZeneca sollen im Laufe der Woche in den Praxen eintreffen. Damit erhalten die Ärzte in der Woche gegebenenfalls zwei Impfstofflieferungen. 

400.000 Dosen von Johnson & Johnson

Unter den rund drei Millionen Impfstoffdosen, die für die Woche vom 3. bis 9. Mai an die Praxen gehen, sind rund 400.000 Dosen von Johnson & Johnson. 

Den vektorbasierten Impfstoff des amerikanischen Herstellers hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA Mitte April für den Einsatz in Europa freigegeben. Der Impfstoff muss nur einmal verabreicht werden.

Weitere aktuelle Informationen zum Impfen

Entnahme zusätzlicher Dosen ist zulässig

Zur Entnahme zusätzlicher Dosen aus Mehrdosenbehältnissen (Vial), zum Beispiel sieben Dosen statt sechs bei BioNTech und elf statt zehn bei AstraZeneca, weist das Bundesgesundheitsministerium (BMG) darauf hin, dass dies unter bestimmten Voraussetzungen möglich und rechtlich zulässig sei. Es erfordere aber auf Seiten der Anwender eine besondere Umsicht und Sorgfalt. Grundsätzlich liege das korrekte Aufziehen der Spitzen in der Verantwortung des Arztes. 

Für die Entnahme zusätzlicher Impfdosen sind dem BMG zufolge besondere Spritze-/Kanülen-Kombinationen mit geringem Totvolumen (< 35µl) erforderlich beziehungsweise im Falle von BioNTech bereits für die Entnahme einer sechsten Dosis vorgesehen. Das Impfzubehör wird über den Großhandel durch die Apotheken zusammen mit dem Impfstoff an die Praxen geliefert. 

Bestellung von Impfstoff für Zweitimpfungen

Praxen, die Impfstoff für Zweitimpfungen benötigen, vermerken die entsprechende Mengen derzeit noch mit dem Hinweis „Zweitimpfung“ auf dem Rezept. Damit soll erreicht werden, dass Ärzte für die Zweitimpfungen so viele Dosen erhalten wie sie benötigen. Wie die Bestellung in diesen Fällen dauerhaft erfolgen soll, wird aktuell noch mit dem BMG abgestimmt. Sobald das Verfahren steht, werden die PraxisNachrichten berichten.

Fach- und Gebrauchsinformation des Impfstoffs Comirnaty aktualisiert

Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, wurden in der Fach- und Gebrauchsinformation des Impfstoffs Comirnaty von BioNTech/Pfizer Folgendes geändert:

  • Abschnitt 4.8 wurde hinsichtlich der beobachteten Nebenwirkungen aktualisiert (Aufnahme von Durchfall und Erbrechen als Nebenwirkungen, Aufnahme von Schmerzen in Extremitäten als Fußnote, Ausführungen zu beobachteten Überempfindlichkeitsreaktionen) 
  • Die Abbildungen in der Fach-und Gebrauchsinformation wurden dahingehend angepasst, dass aus den Abbildungen zur Handhabung nun das Tragen von Handschuhen hervorgeht.

Die geänderte Fach- und Gebrauchsinformation steht auf den Webseiten der Europäischen Arzneimittelagentur und des Paul-Ehrlich-Instituts zur Verfügung.

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