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Qualitätsbericht: Ambulante Versorgung stabil auf hohem Niveau

06.05.2021 - Die Qualität der ambulanten medizinischen Versorgung ist weiter stabil auf hohem Niveau. Das zeigt der jetzt erschienene Qualitätsbericht für 2019. Er veranschaulicht die zahlreichen Maßnahmen, die ergriffen wurden, und stellt die Ergebnisse vor.

In kaum einem Bereich der Patientenversorgung gebe es derart hohe Qualitätsanforderungen und entsprechende Vorgaben, resümierte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Für die Ärzte und Psychotherapeuten gehörten auch das Qualitätsmanagement in der Praxis sowie die kontinuierliche Fortbildung längst zum Berufsalltag.

Der Bericht verdeutliche wieder einmal aufs Neue, wie hoch die Qualität in der ambulanten Versorgung ist. Zugleich mahnte Kriedel an, dass die Maßnahmen und Dokumentationsverpflichtungen nicht mit überbordender Bürokratie einhergehen dürften.

Besondere Qualitätsanforderungen für 50 Bereiche

In der ambulanten Versorgung gelten für rund 50 Leistungsbereiche besondere Qualitätsanforderungen. Dazu zählen ambulante Operationen, Ultraschall- und Röntgendiagnostik, Schmerztherapie und invasive Kardiologie. Ärzte, die Kassenpatienten diese Leistungen anbieten wollen, müssen bestimmte fachliche, räumliche oder gerätetechnische Vorgaben erfüllen, um eine Abrechnungsgenehmigung zu erhalten.

Rund 292.000 Genehmigungen erteilt

Zum Ende des Berichtsjahres hielten die Ärzte und Psychotherapeuten rund 292.000 Genehmigungen zu verschiedenen Leistungsbereichen. In insgesamt 588 Fällen musste die Genehmigung widerrufen werden – insbesondere, weil spezielle Fortbildungs- und Leistungsnachweise nicht oder nicht vollständig erbracht wurden.

In 2019 haben die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Behandlungsqualität bei mehr als 14.000 Ärzten stichprobenartig überprüft. Dazu wurden fast 120.000 Patientendokumentationen zufällig ausgewählt. Zu den Bereichen zählten unter anderem die Histopathologie im Hautkrebs-Screening, die Koloskopie, die Mammographie sowie die Akupunktur. Die vollständigen Ergebnisse sind im Qualitätsbericht dokumentiert.

Prüfungen von Ultraschallgeräten verdoppelt

Gerätebezogene Prüfungen gab es 2019 rund 17.000. Insbesondere im Bereich Ultraschall nahmen die sogenannten Konstanzprüfungen von 7.000 auf 13.000 zu. Dabei wird die Qualität der Bild-Wiedergabe in bestimmten Abständen geprüft, um rechtzeitig zu erkennen, wenn die Funktion des Gerätes und damit die Qualität der Bilder nachlässt.

Fortbildungspflicht zu fast 100 Prozent erfüllt

Alle fünf Jahre müssen Ärzte und Psychotherapeuten gegenüber ihrer KV 250 Fortbildungspunkte nachweisen. Ansonsten drohen Sanktionen in Form von Honorarkürzungen bis hin zum Entzug der vertragsärztlichen Zulassung.

Im Jahr 2019 waren bundesweit etwa 90.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtet, diesen Nachweis zu erbringen. Davon sind genau 97,93 Prozent dieser Verpflichtung nachgekommen. Die Patienten könnten sich also auf eine hohe Versorgungsqualität verlassen, wie Kriedel betonte.

Fast jede zweite Praxis nutzt QEP

Das seit 2004 gesetzlich verpflichtende praxisinterne Qualitätsmanagement (QM) ist inzwischen in den Praxen fest etabliert. Die Vorgaben der QM-Richtlinie werden in hohem Maß erfüllt. Das ergab die bereits zum zehnten Mal durchgeführte Stichprobenüberprüfung.

Ein QM-Serviceangebot ist das vor 15 Jahren von der KBV gemeinsam mit Ärzten und Wissenschaftlern entwickelte Qualitätsmanagement-Verfahren QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen, welches speziell auf die Abläufe und Bedingungen in der ambulanten Versorgung zugeschnitten ist. Einer freiwilligen Selbstauskunft zufolge nutzen inzwischen 43 Prozent der Praxen das QEP-Verfahren.

Kennzahlen der Qualitätssicherung im Jahr 2019

An der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte und Psychotherapeuten 177.826
Genehmigungen zu verschiedenen Bereichen 291.872
Stichproben- / Dokumentationsprüfungen – in 24 Bereichen unter anderem bei der Koloskopie,  Mammographie, Akupunktur und Molekulargenetik 14.119
Geprüfte Patientendokumentationen 117.026
Frequenzüberprüfungen – hier wurden Mindestmengen für spezielle Untersuchungen festgelegt 4.509
Fortbildungen gemäß spezieller Qualitätssicherungsvorgaben 17.557
Gerätebezogene Prüfungen 17.449
Hygieneprüfungen – Praxisbegehungen im Rahmen der Genehmigungserteilung sowie Hygieneprüfungen durch ein anerkanntes Institut 3.947
Widerrufe wegen Wegfall der Qualifikationsvoraussetzungen 482
Widerrufe wegen negativer Prüfergebnisse 106

 

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