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kv.dox: einfach und für alle Systeme passend

KIM-Dienst: Medizinische Dokumente sicher digital versenden

10.06.2021 - Medizinische Dokumente sicher digital versenden – mit einem KIM-Dienst geht das. Praxen benötigen einen solchen Dienst spätestens für den elektronischen Versand von Krankenschreibungen an die Krankenkassen, der ab Oktober gesetzlich vorgeschrieben ist. Was ein KIM-Dienst noch kann und wie er funktioniert, stellen die PraxisNachrichten im fünften Teil der Serie TI-Anwendungen vor.

Sektorenübergreifende Kommunikation

Hinter den drei Buchstaben KIM steht „Kommunikation im Medizinwesen“. Sie soll nach dem Willen des Gesetzgebers Schritt für Schritt auf eine papierlose Kommunikation umgestellt werden. Der Versand und Empfang von Arztbriefen, Befunden, aber auch Abrechnungsdaten soll nur noch über einen KIM-Dienst erfolgen. Nutzer sind alle, die an die TI angeschlossen sind, also Vertragsärzte und -psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken, Pflegeheime sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenhäuser.  

Anders als bei einem herkömmlichen E-Mail-Programm sind bei einem KIM-Dienst sensible Patienten- und Arztdaten Ende-zu-Ende verschlüsselt und damit besser geschützt. Konkret heißt das: Vor dem Versand wird jede Nachricht automatisch mit einer Transportsignatur versehen.

Beim Empfänger angekommen, nutzt dieser seinen privaten Schlüssel, um die Daten zu entschlüsseln. Nach einer Prüfung der Transportsignatur kann er die Nachricht lesen und beispielsweise Befunde mit einem Klick in der jeweiligen Patientenakte ablegen. Das Einscannen und Ausdrucken von Dokumenten entfällt.

kv.dox – der KIM-Dienst der KBV

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz hat der Gesetzgeber beschlossen, dass auch die KBV einen KIM-Dienst anbieten darf. Ihr KIM-Dienst kv.dox ist seit Ende vergangenen Jahres verfügbar. „Wir können den Ärzten und Psychotherapeuten damit erstmals neben der Industrie ein eigenes Angebot unterbreiten“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

Praxen können am Markt frei wählen und sich einen KIM-Anbieter aussuchen. Dabei erfüllen alle KIM-Dienste, also auch kv.dox, eine wichtige Voraussetzung: Sie sind interoperabel. Das heißt, technisch sind sie mit allen anderen KIM-Diensten und mit allen Praxisverwaltungssystemen (PVS) konform.

gematik: Alle KIM-Dienste sind mit allen PVS kompatibel

Die Schnittstellen zum KIM-Clientmodul seien einheitlich beschrieben, sodass es technisch zu keinen Inkompatibilitäten komme, erklärte die gematik auf Anfrage der PraxisNachrichten.

Die gematik ist gesetzlich beauftragt, KIM-Dienste nur dann zuzulassen, wenn sie funktional, sicher und interoperabel sind. Zusätzlich bietet sie einen Service an, mit denen die PVS-Hersteller prüfen können, ob die KIM-Schnittstelle passt. Bisher hätten 92 Softwareanbieter aus verschiedenen Sektoren den für sie freiwilligen Service in Anspruch genommen und ihre Schnittstellen zu KIM geprüft, teilte die gematik mit (mehr dazu in der Infobox).

kv.dox online bestellen

Die KBV hat für ihren KIM-Dienst kv.dox zwei Partner ins Boot geholt: Die technische Bereitstellung und der laufende Support laufen über die IT-Firma akquinet health service GmbH. 0perative Unterstützung kommt von der KBV-Tochtergesellschaft kv.digital, die bereits den Kommunikationsdienst KV-Connect entwickelt hat.

Seit Anfang des Jahres können Ärzte und Psychotherapeuten kv.dox online bestellen. Sie gehen dazu auf das kv.dox-Portal www.kvdox.kbv.de und wählen das Angebot aus. Nach der verbindlichen Bestellung können sie mit der Installation des Softwaremoduls beginnen. Im Anschluss registrieren sie ihren KIM-Account im Verzeichnisdienst der TI – dem Adressbuch aller KIM-Nutzer.

Als zusätzlichen Service bietet die KBV einen kv.dox Mailclient an. Mit dem kostenfreien Mail-Programm können Nutzer direkt nach der Installation von kv.dox Nachrichten versenden – noch bevor kv.dox in das PVS eingebunden ist.

Zusätzliche PVS-Module erforderlich

Voraussetzung für die Nutzung von KIM-Diensten ist, dass die Praxis mit einem eHealth-Konnektor an die TI angeschlossen ist. Bei den meisten Konnektoren ist das Update zum „eHealth-Konnektor“ (auch PTV-3-Konnektor genannt) bereits erfolgt.

Alle KIM-Dienste sind „nur“ Kommunikationsdienste. Für spezielle Anwendungen wie den eArztbrief oder die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) muss im PVS die Funktionalität eArztbrief oder eAU implementiert und für die Nutzung freigeschaltet werden.

Finanzelle Förderung

KIM-Dienste werden finanziell gefördert. Jede Praxis erhält einmalig 100 Euro für die Einrichtung des Dienstes sowie monatlich 7,80 Euro für die laufenden Betriebskosten. Diese Pauschale wird bereits seit April 2020 an alle Praxen mit der Quartalsabrechnung ausgezahlt. Für die einzelnen Anwendungen wie eArztbrief und eAU sieht die Finanzierungsvereinbarung von KBV und Krankenkassen weitere Förderbeträge vor.

kv.dox – der KIM-Dienst der KBV

Ärzte und Psychotherapeuten, die sich für kv.dox interessieren, können den KIM-Dienst online bestellen. Sie gehen dazu auf das kv.dox-Portal www.kvdox.kbv.de. Dort können sie ihre kv.dox-Adresse selbst oder mit Hilfe eines IT-Dienstleisters beauftragen und einrichten.

Das sind die Vorteile von kv.dox:

Unbegrenzte Anzahl an Nachrichten: Mit kv.dox können Praxen so viele Nachrichten, Arztbriefe oder AU-Bescheinigungen digital versenden, wie sie möchten. Es gibt keine Kontingentbeschränkung.

Eine KIM-Adresse. Ein Preis: Ärzte und Psychotherapeuten zahlen für kv.dox einen monatlichen Festpreis von 6,55 Euro (zzgl. MwSt.) – egal wie viele Nachrichten sie versenden. Es fallen keine Einrichtungskosten an. Hinzu kommt nur eine Rechnungspauschale einmal im Quartal von 3,03 Euro (zzgl. MwSt.).

Hohe Flexibilität und bester Service: kv.dox passt zu jedem Praxisverwaltungssystem und ist monatlich kündbar. Bei Fragen oder technischen Problemen hilft das Serviceteam von kv.dox schnell und kompetent weiter.  

Sofort erlebbar: Mit dem kv.dox-Mail-Client kann KIM sofort nach der Bestellung und Installation getestet werden. Noch bevor der Dienst in das PVS eingebunden ist, können kv.dox-Nutzer Nachrichten an andere KIM-Dienst-Nutzer versenden.

Die KBV bietet auf ihrer Themenseite sowie im kv.dox-Portal ausführliche Informationen zu kv.dox. In einem Video beispielsweise wird die Funktionsweise anschaulich erklärt.

Jeder KIM-Dienst passt zu jedem Praxisverwaltungssystem

Bei der Auswahl eines KIM-Dienstes haben Ärzte und Psychotherapeuten freie Wahl. Denn jeder zugelassene KIM-Dienst, egal von welchem Anbieter, passt zu jedem Praxisverwaltungssystem (PVS) – so auch kv.dox, der KIM-Dienst der KBV. Dass das so ist, hat die gematik gegenüber den PraxisNachrichten noch einmal bestätigt.

„Die Schnittstellen seitens des Primärsystems zum KIM-Clientmodul sind einheitlich beschrieben, sodass es technisch zu keinen Inkompatibilitäten kommt. Kunden können daher am Markt frei wählen und sich einen KIM-Anbieter aussuchen“, teilte die Betreibergesellschaft der Telematikinfrastruktur mit.  Anlass für die Anfrage waren Berichte von Ärzten, wonach deren Softwareanbieter ihnen mitgeteilt habe, dass ein von der gematik zertifizierter KIM-Dienst nicht mit ihrem System kompatibel sei.

Freiwilliger Check für PVS-Systeme

Die gematik sei gesetzlich beauftragt, die KIM-Dienste zuzulassen, wenn diese funktional, sicher und interoperabel seien, erklärte die TI-Betreibergesellschaft. Zusätzlich biete sie einen Service an, mit denen die Softwarehersteller die KIM-Schnittstellen selbst freiwillig prüfen könnten. Dieser Service werde außerhalb des Zulassungsverfahrens angeboten.

Nach Auskunft der gematik haben bislang 92 Softwareanbieter aus verschiedenen Sektoren den für sie freiwilligen Service in Anspruch genommen und ihre Schnittstellen zu KIM geprüft. Softwareanbieter könnten aber auch ohne Nutzung des gematik-Services Kompatibilität zu KIM herstellen.

Die gematik rät dazu, dass Softwarehersteller nach den turnusmäßigen Softwareupdates die Prüfungen eigenständig wiederholen. Eine Pflicht zur Wiederholung bestehe nicht. Die gematik habe, anders als bei Zulassungsverfahren, kein Durchgriffsrecht gegenüber Primärsystemherstellern, da die Softwaresysteme nicht Teil der Telematikinfrastruktur seien, stellte sie klar.

Eine Liste mit Softwareherstellern, die das Bestätigungsverfahren zur Konformität bereits erfolgreich durchlaufen haben, finden Sie hier.

Serie zu den Anwendungen der Telematikinfrastruktur

NFDM, eMP, eAU: Hinter diesen Abkürzungen stehen medizinische Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (TI). Einige, wie das Notfalldatenmanagement (NFDM) und der elektronische Medikationsplan (eMP), sind bereits verfügbar, andere starten in den nächsten Monaten. Die KBV stellt sie in einer Serie in den PraxisNachrichten vor. Jeden Donnerstag erscheint ein Beitrag mit wichtigen Hinweisen und praktischen Tipps. Praxen können zudem ein Erklärvideo und eine Praxisinformation abrufen.

Teil 1 vom 12. Mai: TI-Anwendungen in diesem Jahr: Serie in den PraxisNachrichten startet

Teil 2 vom 20. Mai: Der Notfalldatensatz – lebenswichtige Angaben sofort zur Hand

Teil 3 vom 27. Mai: Der elektronische Medikationsplan – immer auf dem aktuellsten Stand bei der Medikation

Teil 4 vom 3. Juni: Die elektronische Patientenakte – Befunde, Laborwerte, Arztbriefe

Teil 5 vom 10. Juni: KIM-Dienst: Medizinische Dokumente sicher digital versenden

Teil 6 vom 17. Juni: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – direkte digitale Übermittlung an die Krankenkasse

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