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Weitere Biomarker-Tests in den EBM aufgenommen

17.06.2021 - Für drei weitere Biomarker-Tests zur Ermittlung des Rezidivrisikos bei Brustkrebs hat der Bewertungsausschuss jetzt die Vergütung festgelegt. Mit den Tests EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna® stehen Ärzten mit dem bereits 2019 zugelassenen Test OncotypeDX ab 1. Juli insgesamt vier verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Die Biomarker-Tests sollen die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützen, wenn diese aufgrund klinischer und pathologischer Kriterien allein nicht eindeutig getroffen werden kann. Die Tests können nur bei Patientinnen mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodal-negativen und nicht metastasierten Mammakarzinom eingesetzt werden.

Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Oktober 2020 gefasst. Damit konnte sich damals die KBV mit ihrer Position durchsetzen.

Ärztliche Beurteilung auch berechnungsfähig

Die zugelassenen biomarkierbasierten Tests werden zum 1. Juli nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 19503 EndoPredict® (15280 Punkte / 1699,80 Euro), 19504 MammaPrint® (18880 Punkte / 2100, 29 Euro) und 19505 Prosigna® (18880 Punkte / 2100,29 Euro) in den Abschnitt 19.4.5 EBM aufgenommen. Zudem ist dafür zusätzlich die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung komplexer krankheitsrelevanter tumorgenetischer Analysen nach der GOP 19402 (416 Punkte / 46,28 Euro) in EBM-Abschnitt 19.4.1 EBM berechnungsfähig.

Mit dem Beschluss wird klargestellt, dass die Aufarbeitung einer Gewebeprobe nach der GOP 19501 (552 Punkte / 61,41 Euro) ausschließlich in Zusammenhang mit der Veranlassung des biomarkerbasierten Tests Oncotype DX® nach der GOP 19502 (3296,50 Euro) abgerechnet werden kann.

Bestimmte Voraussetzungen notwendig

Die Patientinnen müssen im ärztlichen Gespräch über den Test aufgeklärt worden sein.

Zu den Fachgruppen, die die Test-Aufklärung durchführen dürfen, gehören Gynäkologen mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie, Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie Internisten oder Gynäkologen mit dem Nachweis der Zusatzweiterbildung „Medikamentöse Tumortherapie“.

Keine klare Therapieentscheidung für 20.000 Patientinnen

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen an frühem Brustkrebs. Experten schätzen, dass etwa 20.000 dieser Patientinnen von ihren behandelnden Ärzten allein aufgrund der klinisch-pathologischen Kriterien keine eindeutige Therapieempfehlung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie erhalten können.

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