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Praxisnachrichten

Zi-Studie: Regionale Unterschiede bei Verbreitung von Lyme-Borreliose

24.06.2021 - Bei der Verbreitung von Borreliose gibt es gravierende regionale Unterschiede. Zudem sind von der Erkrankung öfter ältere Menschen ab 70 Jahre betroffen. Das sind Ergebnisse einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, in der aktuelle Daten zur Verbreitung der Lyme-Borreliose in Deutschland untersucht wurden.

Die letzte bundesweite Auswertung mit Abrechnungsdaten liegt nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zehn Jahre zurück. Die Wissenschaftler des Zi nutzten für die Studie ambulant gestellte Diagnosen von allen gesetzlich Versicherten in Deutschland. So waren 2019 etwa 306.000 Patienten von einer Borreliose betroffen, was einer Diagnosehäufigkeit von 429 pro 100.000 Menschen entspricht.

Mehr Frauen als Männer von Borreliose betroffen

Dabei stieg die Zahl der Erkrankungen mit zunehmendem Alter kontinuierlich an. Die höchsten Werte wurden mit fast 900 Infektionen pro 100.000 Versicherten in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen erreicht. Insgesamt waren bei den über 30-Jährigen mehr Frauen (455 je 100.000) als Männer (398 je 100.000) betroffen.

Häufiges Auftreten in Thüringen, Sachsen und Brandenburg

Beim Auftreten der Borreliose wurden in der Zi-Studie große regionale Unterschiede zwischen und auch innerhalb der Bundesländer sichtbar.

So trat die Borreliose besonders häufig in einigen Regionen in Brandenburg (z.B. 1.177 je 100.000 Versicherte im Kreis Spree-Neiße), in Thüringen (z.B. 1.481 je 100.000 im Saale-Orla-Kreis) und in Sachsen (z.B. 1.244 je 100.000 im Kreis Bautzen) auf. Deutlich über dem Bundesdurchschnitt lagen die Werte auch im Norden und im Westen Bayerns sowie im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt.

Rückläufiger Trend

Die Erhebung der Borreliose-Fallzahlen der vergangenen zehn Jahre ergab von 2010 bis 2015 einen rückläufigen Trend, der sich dann bis 2019 auf einem ähnlichen Niveau fortsetzte.

Insgesamt sind die Ergebnisse der Studie den Zi-Wissenschaftlern zufolge eine wichtige Grundlage für populationsbasierte Präventionsmaßnahmen.

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