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Praxisnachrichten

Diagnoseliste erweitert und neue Höchstmengen bei Ergotherapie

01.07.2021 - Die Diagnoseliste für den langfristigen Heilmittelbedarf wurde zum 1. Juli erweitert. Außerdem sind die Höchstmengen je Verordnung bei der Ergotherapie in zwei Diagnosegruppen von zehn auf zwanzig verdoppelt worden. Hintergrund ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Änderung der Heilmittel-Richtlinie.

Bei schweren und dauerhaften funktionellen oder strukturellen Schädigungen und Beeinträchtigungen der Aktivitäten wird oft längerfristig Krankengymnastik oder Sprachtherapie benötigt. Wann dies der Fall ist, definiert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie). Eine Verordnung kann dann für eine Behandlungsdauer von bis zu zwölf Wochen erfolgen und Ärzte brauchen die Höchstmenge je Verordnung und die orientierende Behandlungsmenge gemäß Heilmittelkatalog in diesen Fällen nicht zu berücksichtigen.

Bei Glasknochenkrankheit und weiteren Diagnosen

Diese Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf wurde nun um mehrere Krankheitsbilder ergänzt. Dazu gehören unter anderem die Glasknochenkrankheit, ein Normaldruckhydrozephalus und schwere Verbrennungen oder Verätzungen (siehe Infokasten).

Neue Höchstmengen bei psychischen Erkrankungen

Außerdem hat der G-BA im Bereich Ergotherapie bei den Diagnosegruppen PS2 und PS3 die Höchstmenge je Verordnung von zehn auf zwanzig Einheiten heraufgesetzt. Damit soll die Versorgungssituation speziell von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen besser berücksichtigt werden.

Diese haben häufig Schwierigkeiten, sich selbst und ihren Alltag zu organisieren. Dadurch können laut G-BA möglichweise Arztbesuche wegen einer neuen Verordnung eine große Hürde darstellen. Dies sei vor allem der Fall, wenn Ergotherapie mehrmals pro Woche zentraler Bestandteil des Behandlungskonzeptes ist und Betroffene mehrere Verordnungen pro Quartal benötigen. Mit dem Aufstocken der Höchstmenge je Verordnung werde eine kontinuierliche Heilmittel-Versorgung der betroffenen Versicherten gewährleistet.

KBV stellt aktualisierte Diagnoseliste bereit

Die KBV stellt eine zusammenfassende Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf und zum besonderen Verordnungsbedarf bereit. Dieses Dokument wurde jetzt aktualisiert. Es steht im PDF-Format bereit und kann kostenfrei heruntergeladen und bei Bedarf ausgedruckt werden.

Neue Diagnosen ab 1. Juli 2021 auf der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie):

ICD-10-Code Diagnose Diagnosegruppe
    Physio-therapie Ergo-therapie
Stimm-,
Sprech-,
Sprach- und
Schluck-therapie
G61.0 Guillain-Barré-Syndrom PN EN3  
G91.2 Normaldruckhydrozephalus ZN EN1  
M36.2 Arthropathia haemophilica EX/CS SB1  
Q79.6 Ehlers-Danlos-Syndrom WS/EX/CS SB1/SB2  
Q78.0 Osteogenesis imperfecta EX/WS SB1  
Q87.2 Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vorwiegender Beteiligung der Extremitäten EX/CS/LY SB1/SB2  
T20.3 Verbrennung 3. Grades des Kopfes und des Halses LY/CS/EX/WS SB2 ST1/SP6/SC
T20.7 Verätzung 3. Grades des Kopfes und des Halses
T21.3- Verbrennung 3. Grades des Rumpfes LY/CS/EX/WS SB2    
T21.7- Verätzung 3. Grades des Rumpfes
T22.3- Verbrennung 3. Grades der Schulter und des Armes, ausgenommen Handgelenk und Hand
T23.3 Verbrennung 3. Grades des Handgelenkes und der Hand
T23.7 Verätzung 3. Grades des Handgelenkes und der Hand
T24.3 Verbrennung 3. Grades der Hüfte und des Beines, ausgenommen Knöchelregion und Fuß
T24.7 Verätzung 3. Grades der Hüfte und des Beines, ausgenommen Knöchelregion und Fuß
T25.3 Verbrennung 3. Grades der Knöchelregion und des Fußes
T25.7 Verätzung 3. Grades der Knöchelregion und des Fußes
T29.3 Verbrennungen mehrerer Körperregionen, wobei mindestens eine Verbrennung 3. Grades angegeben ist
T29.7 Verätzungen mehrerer Körperregionen, wobei mindestens eine Verätzung 3. Grades angegeben ist

 

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