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"Der Digitalisierung fehlt die Strategie" - Klartext-Interview mit Grünen-Politikerin

08.07.2021 - Für die Digitalisierung im Gesundheitswesen gibt es aus Sicht der Grünen-Politikerin Maria Klein-Schmeink keine Strategie. Anwendungen würden dann eingeführt, „wenn es politisch opportun ist und nicht, wenn sie marktreif sind oder auf ein vorbereitetes Umfeld stoßen“, sagte sie im Interview mit dem gesundheitspolitischen Magazin der KBV, das gerade erschienen ist.

Dabei gehe es unter anderem darum, welche Prozesse die Digitalisierung vereinfachen und welche Probleme sie lösen könne. Auf Dauer werde es nicht funktionieren, „sich am Reißbrett neue Anwendungen auszudenken und den Versorgungsalltag daran anzupassen“, betonte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag.

Stattdessen müssten Anwendungen im Dialog mit denen entwickelt werden, die sie anwenden, forderte sie und fügte hinzu: „Es sollte jederzeit die Möglichkeit geben, Verbesserungsvorschläge und neue Ideen einzubringen.“

Ambulante Versorgung stärken

Zu den Erkenntnissen aus der Pandemie gehört für Klein-Schmeink, dass die ambulante Versorgung gestärkt werden muss. Die Impfkampagne wäre „ohne die Anstrengungen der niedergelassenen Ärzte und Arztinnen erheblich langsamer verlaufen“, resümierte die Grünen-Politikerin. Zudem hätten sie sich „als eine Art ambulanter Schutzwall für die Krankenhäuser erwiesen“.

Sprechende Medizin besser vergüten

Angesichts des sich abzeichnenden Mangels an Haus- sowie Kinder- und Jugendärzten plädiert Klein-Schmeink für strukturelle Reformen in Richtung von Versorgungsformen, die die Zusammenarbeit unterschiedlicher ärztlicher Professionen sowie weiterer Gesundheitsberufe erleichtern. Darüber hinaus müsse die Vergütung in der Grundversorgung und in der sprechenden Medizin verbessert werden, statt immer weitere Anreize für die Apparatemedizin zu schaffen.

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