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Praxisnachrichten

G-BA: PET/CT künftig in allen Stadien des Hodgkin-Lymphoms

15.07.2021 - In allen Stadien eines Hodgkin-Lymphoms haben Versicherte künftig Anspruch auf eine Untersuchung mittels PET/CT, damit über die weitere Therapie entschieden werden kann. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat heute beschlossen, den Leistungskatalog entsprechend zu erweitern. Ausgenommen vom PET/CT-Einsatz bleibt die Routine-Nachsorge ohne begründeten Verdacht.

Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Die kombinierte Positronenemissions- und Computertomographie (PET/CT) zur Bestimmung des Stadiums ist bisher nur eingeschränkt zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung möglich, beispielsweise im frühen Stadium bei Erstdiagnose zur Bestimmung des Schweregrades (sog. initiales Staging).

Durch die Diagnostik mittels PET/CT lässt sich das Ausmaß der Erkrankung so genau wie möglich feststellen. Auf dieser Grundlage kann dann die Therapie bestmöglich geplant und bei Bedarf angepasst werden. Ziel ist es, die Erkrankung zu heilen oder den Erkrankungszustand möglichst gut zu kontrollieren, ohne dabei den Körper unnötig zu belasten.

Nutzen durch Studien bestätigt

Nach Auswertung mehrerer Studien, die den Nutzen der PET/CT bestätigten, und aufgrund seiner früheren Entscheidungen zu weiteren Patientengruppen erweitert der G-BA den Leistungsanspruch sehr weitreichend. Er gilt für alle Stadien (früh, intermediär, fortgeschritten) und umfasst neben dem initialen Staging auch das Interim-Staging und das Staging nach Rezidiv.

Nicht bei Routine-Nachsorge ohne begründeten Verdacht

Weiterhin ausgenommen ist die PET/CT-Anwendung in der Routine-Nachsorge, wenn kein begründeter Verdacht vorliegt. Diese Festlegung steht laut G-BA im Einklang mit der aktuellen Studienlage und einschlägigen Leitlinien.

Kassenleistung nicht sofort

Im nächsten Schritt prüft das Bundesministerium für Gesundheit den Beschluss. Wird er nicht beanstandet, tritt er einen Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Anschließend hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, eine Anpassung des EBM vorzunehmen.

Vereinbarung zur Qualitätssicherung wird angepasst

Zudem ist eine Ergänzung der Qualitätssicherungsvereinbarung PET/CT erforderlich (nach § 135 Abs. 2 SGB V). Denn die Ausführung und Abrechnung von PET/CT-Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung ist erst nach Erteilung einer Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung zulässig.

Welche Fachgruppen eine Genehmigung beantragen können und welche apparativen und weiteren Voraussetzungen dafür vorliegen müssen, definiert die Qualitätssicherungsvereinbarung PET/CT. Näheres dazu stellt die KBV auf einer Themenseite bereit.

Hodgkin-Lymphome und PET/CT

Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome gehören zu den malignen Lymphomen, zu deren Hauptmerkmalen Lymphknotenschwellungen (Lymphome) gehören.

Quelle und weitere Informationen: Deutsche Krebsgesellschaft

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