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Zi-Studie: Großstädter erkranken häufiger an Heuschnupfen

29.07.2021 - In Großstädten leiden die Menschen deutlich häufiger an Heuschnupfen als in ländlichen Regionen. Mit dem Urbanitätsgrad des Wohnorts stieg die Erkrankungshäufigkeit kontinuierlich an. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas.

Hinsichtlich der Heuschnupfen-Häufigkeit zeigte sich im Untersuchungszeitraum von 2010 bis 2019 durchgängig ein klares Stadt-Land-Gefälle, wie die Wissenschaftler des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) analysierten. Das weise darauf hin, dass Umwelteinflüsse am Wohnort von großer Bedeutung für das Auftreten der Erkrankung sein können. 2019 lag der Anteil erkrankter Versicherter in dünn besiedelten ländlichen Kreisen bei 6,6 Prozent gegenüber 7,8 Prozent in kreisfreien Großstädten.

Kinder und Jugendliche erkranken in Großstädten seltener

Allerdings gilt das den Wissenschaftlern zufolge nicht für alle Altersgruppen. Für Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene im Alter bis zu 24 Jahren wurde genau das Gegenteil beobachtet. Für sie wurde in kreisfreien Großstädten, also den Regionen mit dem höchsten Urbanitätsgrad, die niedrigsten Erkrankungszahlen dokumentiert.

Zudem unterscheiden sich Kinder und Erwachsene auch bei der Entwicklung der Heuschnupfen-Häufigkeit in den vergangenen zehn Jahren. Während immer weniger Kinder im Alter bis zu zehn Jahren betroffen waren, stieg der Anteil erkrankter Erwachsener an.

Frauen häufiger betroffen als Männer

Insgesamt wurde 2019 bei mehr als fünf Millionen gesetzlich Versicherten Heuschnupfen diagnostiziert. Das entspricht einem Anteil von 7,1 Prozent. Im Vergleich zu 2010, als 4,2 Millionen Versicherte mit Heuschnupfen behandelt wurden, stieg damit die Zahl der Erkrankten um 19 Prozent an.

Bei weiblichen Versicherten trat der Heuschnupfen mit einem Anteil von 7,2 Prozent noch etwas häufiger auf als bei Männern mit 6,9 Prozent.

Die Studie basiert auf der Auswertung der bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für die Jahre 2010 bis 2019 im Kollektiv aller gesetzlich Versicherten, die die vertragsärztliche Versorgung in Anspruch genommen haben. Als prävalent galten Versicherte, die in mindestens einem Quartal eines Kalenderjahres einen als gesichert kodierten Heuschnupfen aufwiesen.

Versorgungsatlas

Der Versorgungsatlas ist eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studien zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt der Studien sind regionale Unterschiede in der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe.

Die Analysen sollen Anhaltspunkte liefern, wie die Versorgung verbessert werden kann. In Foren kann jeder Beitrag öffentlich diskutiert werden. Die Analysen der Wissenschaftler des Versorgungsatlas basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland.

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