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Praxisnachrichten

Digitales Impfzertifikat für Genesene auch noch sechs Monate nach der Erkrankung möglich

30.07.2021 - Von COVID-19 genesene Patienten können ein digitales Impfzertifikat nach einmaliger Impfung auch dann erhalten, wenn die Erkrankung mehr als sechs Monate her ist und deswegen kein Genesenenzertifikat mehr ausgestellt werden kann. Dies hat das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage bestätigt. Als Beleg genügten ein positiver PCR-Test und der Eintrag im Impfbuch.

In der Vergangenheit gab es diesbezüglich mehrfach Unklarheit. Die verpflichtende Vorlage eines Genesenenzertifikates hätte dazu geführt, dass Personen, die erst sechs Monate oder später nach ihrer Erkrankung geimpft werden, kein digitales Impfzertifikat hätten erhalten können.

Genesenenzertifikat bis sechs Monate nach der Erkrankung

Ein Genesenenzertifikat darf frühestens 28 Tage und längstens sechs Monate nach einem positiven PCR-Test ausgestellt werden. Das heißt, eine Person, die die Erkrankung durchgemacht hat, kann nur innerhalb dieses Zeitraums einen solchen Nachweis ausgestellt bekommen. Nach Ablauf dieser Frist und bevor eine Impfung stattgefunden habe, gelte die Person als nicht vollständig geimpft und eben auch nicht als genesen, heißt es dazu auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.

STIKO-Empfehlung für Genesene

Nach der aktuellen Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten immungesunde Personen, die eine mittels PCR-Test nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, nur eine Impfstoffdosis erhalten. Dies gilt auch, wenn der Infektionszeitpunkt länger als sechs Monate zurückliegt.

Möglich ist eine Impfung aber auch schon ab vier Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome, wenn beispielsweise eine Exposition gegenüber künftig auftretenden Virusvarianten gegeben ist, gegen die eine durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion keinen ausreichenden Schutz mehr vermittelt. Nach gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion kann die Impfung laut STIKO bereits ab vier Wochen nach der Labordiagnose erfolgen.

Ausstellen von Zertifikaten mit Hilfe der Praxissoftware

Vertragsärzte können digitale Impf- und Genesenenzertifikate mit Hilfe ihres Praxisverwaltungssystems (PVS) ausstellen. Sie erhalten dafür zwei Euro je Zertifikat. Viele PVS-Hersteller haben dazu ein kostenfreies Software-Update bereitgestellt. Alternativ kann die Webanwendung des Robert Koch-Instituts – der Impfzertifikatsservice – genutzt werden.

COVID-19-Zertifikate

Das digitale COVID-19-Zertifikat der EU umfasst drei Bereiche:

  • Impfzertifikat
  • Genesenenzertifikat
  • Testzertifikat

Sie dienen als Nachweis darüber, dass seine Inhaberin oder sein Inhaber vollständig gegen COVID-19 geimpft ist, von COVID-19 genesen ist oder negativ getestet wurde. Dabei wird ein QR-Code generiert, mit dem sich das jeweilige Zertifikat in die CovPass-App oder die Corona-Warn-App einlesen und bei Bedarf vorzeigen lässt (alternativ kann auch der Papier-Ausdruck mit dem QR-Code genutzt werden).

Das Zertifikat gilt in allen EU-Mitgliedstaaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Anwendung in Deutschland ist in Paragraf 22 des Infektionsschutzgesetzes sowie in der Coronavirus-Impfverordnung und Coronavirus-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums geregelt.

Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sind berechtigt, alle drei Zertifikate auszustellen.

Impfzertifikat

Ausstellung

Wer darf die Zertifikate ausstellen?

Impfzertifikate können überall dort ausgestellt werden, wo COVID-19-Schutzimpfungen durchgeführt werden, zum Beispiel im Impfzentrum oder in einer Arztpraxis. Darüber hinaus können sich Bürger an eine Apotheke oder einen Vertragsarzt, der die Impfung selbst nicht durchgeführt hat, wenden. Vollständig Geimpfte legen dazu den gelben Impfpass oder die Impfbescheinigung und einen Lichtbildausweis vor.

Impfzertifikate für Genesene: Personen, die bereits an COVID-19 erkrankt waren und deshalb nur eine Impfung erhalten, legen zusätzlich einen Nachweis über den positiven PCR-Test vor, der auch länger als sechs Monate zurückliegen kann.

Wie können Ärzte die Zertifikate ausstellen?

In den Arztpraxen können die Zertifikate direkt aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) erstellt werden, um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass die notwendigen Daten nicht noch einmal dokumentiert werden müssen und der QR-Code mit einem Klick generiert werden kann. Ein erforderliches Update wird von den meisten PVS-Herstellern bereitgestellt. Die Kosten werden vom Bund finanziert.

Alternativ kann der Impfzertifikatsservice des Robert Koch-Instituts genutzt werden, der über die Telematikinfrastruktur läuft. Die Eingabe der Daten wie Name der Person, Geburtsdatum, Impfstoff, Impfdosis und Impfdatum erfolgt manuell, bevor der QR-Code erstellt werden kann. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Abrechnung und Vergütung

Das Ausstellen der Impfzertifikate wird nach der Coronavirus-Impfverordnung wie folgt vergütet:  

Pseudo-GOP Leistung gemäß Corona-Impfverordnung Vergütung
Impfzertifikat für Personen, die in der eigenen Praxis geimpft wurden
88350 Ausstellung eines Impfzertifikats 6 Euro
88351 Ausstellung eines Impfzertifikats automatisiert mithilfe des PVS-Systems 2 Euro
Impfzertifikat für Personen, die nicht in der eigenen Praxis geimpft wurden
88352 Ausstellung eines Impfzertifikats 6 Euro
88353 Ausstellung eines Impfzertifikats für die Zweitimpfung 6 Euro

Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztlichen Vereinigungen. Vertragsärztinnen und Vertragsärzte geben dazu die entsprechenden Pseudo-Gebührenordnungspositionen an.

Genesenenzertifikat

Ausstellung

Wer darf die Zertifikate ausstellen?

Das Genesenenzertifikat dürfen Ärztinnen und Ärzte ausstellen, die PCR-Tests durchführen sowie nachträglich jeder Arzt oder Apotheker. Anspruch auf ein Genesenenzertifikat haben alle Personen, die eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht haben. Voraussetzung ist der Nachweis eines positiven PCR-Test-Ergebnisses. Der PCR-Test muss mindestens 28 Tage zurückliegen und darf maximal sechs Monate alt sein. Quelle: BMG

Wie können Ärzte die Zertifikate ausstellen?

In den Arztpraxen können die Zertifikate direkt aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) erstellt werden, um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass die notwendigen Daten nicht noch einmal dokumentiert werden müssen und der QR-Code mit einem Klick generiert werden kann. Ein erforderliches Update wird von den meisten PVS-Herstellern bereitgestellt. Die Kosten werden vom Bund finanziert.

Mit dem Impfzertifikatsservice des Robert Koch-Instituts können ebenfalls Genesenenzertifikate generiert werden. Dafür müssen die Daten manuell in ein Online-Formular eingegeben werden, bevor der QR-Code erstellt werden kann. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Abrechnung und Vergütung

Das Ausstellen der Genesenenzertifikate wird nach der Coronavirus-Testverordnung wie folgt vergütet:  

Pseudo-GOP Leistung gemäß Coronavirus-Testverordnung Vergütung
COVID-19-Genesenenzertifikate gemäß § 22 Absatz 6 des Infektionsschutzgesetzes
88370 Ausstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats 6,00 Euro
88371 Ausstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats – automatisiert mit Hilfe des PVS-Systems 2,00 Euro

Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztlichen Vereinigungen. Vertragsärztinnen und Vertragsärzte geben dazu die entsprechenden Pseudo-Gebührenordnungspositionen an.

Testzertifikat

Ausstellung

Wer darf die Zertifikate ausstellen?

Das digitale COVID-19-Testzertifikat der EU kann überall dort ausgestellt werden, wo Tests durchgeführt werden, zum Beispiel in Teststationen, Apotheken und Arztpraxen, wenn das Testergebnis negativ ist.

Ein COVID-19-Testzertifikat der EU setzt die Anwendung eines Nukleinsäureamplifikationsverfahrens (PCR) oder einen Antigenschnelltest, der auf der EU-Testliste enthalten ist, voraus:

Common list of COVID-19 rapid antigen tests (PDF-Dokument)

Wie können Ärzte die Zertifikate ausstellen?

Zur Erstellung von COVID-19-Testzertifikaten stellt T-Systems im Auftrag der Bundesregierung das CWA-Schnelltestportal bereit. Über das Portal ist auch eine Übermittlung in die Corona-Warn-App (CWA) möglich.

Für Ärztinnen und Ärzte, die bereits eine eigene Softwarelösung entwickelt haben oder eine Softwarelösung Dritter einsetzen, bietet T-Systems eine Schnittstelle für die Anbindung der Partnersysteme an die Corona-Warn-App an.

Für die Nutzung des Portals und die Anbindung an die Corona-Warn-App ist eine vorherige Registrierung erforderlich. Weitere Informationen zur Anmeldung stellt das Unternehmen hier bereit. Hotline für Fragen zum Schnelltestportal: 0620 2274 3730 (montags bis sonntags von 6 bis 20 Uhr)

Abrechnung und Vergütung

Das Ausstellen eines Testzertifikats ist Teil der Abstrichleistung und in der Vergütung enthalten. Diese ist in der Coronavirus-Testverordnung mit 8 Euro festgelegt. Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztlichen Vereinigungen.

Hinweis zu Bürgertestungen: Für die Abrechnung von Bürgertests ist nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums ab 1. August eine Anbindung an die Strukturen der Corona-Warn-App verpflichtend. Teststationen, Apotheken und Vertragsärzte müssen dann technisch in der Lage sein, auf Wunsch der getesteten Person, Testergebnisse und COVID-19-Testzertifikate in die Corona-Warn-App zu übermitteln.

Kann eine Anbindung an die App durch T-Systems bis zum 1. August nicht umgesetzt werden, ist der Nachweis darüber, dass bis 1. August ein Antrag auf Registrierung gestellt wurde, ausreichend: Somit bekommen Praxen, die noch nicht angeschlossen sind, Bürgertests zunächst auch nach dem 1. August weiter vergütet.

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