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Praxisnachrichten

Strahlentherapie: Überprüfung und Absenkung der Bewertung

12.08.2021 - Der Bewertungsausschuss hat eine Überprüfung der strahlentherapeutischen Leistungen im EBM beschlossen und angekündigt, zum 1. Oktober die Bewertungen abzusenken. Die Details dazu werden voraussichtlich im September beschlossen.

Zu Jahresbeginn wurde das Kapitel 25 im EBM mit den strahlentherapeutischen Leistungen neugefasst (die PraxisNachrichten berichteten). Die Umstellung erfolgte punktsummen- und ausgabenneutral (s. Infokasten).

Starker Anstieg des Leistungsbedarfs

Laut Bewertungsausschuss (BA) liegen nun Hinweise vor, dass die getroffenen Annahmen, die maßgeblich Einfluss auf die Bewertung der strahlentherapeutischen Leistungen hatten, bei vielen Leistungen nicht eingetreten sind. So ist ein starker Anstieg des Leistungsbedarfs gegenüber dem 1. Quartal 2020 zu beobachten, der sich nicht mit einer entsprechenden Entwicklung der Morbidität erklären lässt.

Der BA hatte die Leistungen des Kapitels 25 ab 1. Januar 2021 befristet für zwei Jahre in die morbiditätsbedingte Vergütung überführt, da ein Großteil der getroffenen Annahmen nicht mit den damals vorliegenden Daten plausibilisiert werden konnte. Innerhalb dieses Zeitraumes erfolgt nun die Überprüfung der vorliegenden Abrechnungsdaten zum neustrukturierten Kapitel 25 und es wird gegebenenfalls Anpassungen geben müssen.

Grund für die Änderung ab Oktober

Die Bewertung der Leistungen im EBM erfolgt auf Basis von Kalkulationsannahmen. Aufgrund des nunmehr festgestellten größeren Unterschiedes zwischen Annahmen einerseits und ersten Ergebnissen der Abrechnung andererseits müssen voraussichtlich bereits zum 1. Oktober 2021 Änderungen erfolgen – und zwar in Form einer Bewertungsabsenkung. Die PraxisNachrichten werden berichten, wenn der Beschluss mit den Details zur Absenkung gefasst wurde.

Weiterentwicklung der strahlentherapeutischen Leistungen im EBM

KBV und GKV-Spitzenverband hatten 2012 vereinbart, den EBM weiterzuentwickeln. Zwischenzeitlich hat der Gesetzgeber die Vertragspartner aufgefordert, die Bewertung von Leistungen mit einem hohen Technikanteil abzusenken und dafür die sprechende Medizin zu fördern.

Diesem Auftrag ist der Bewertungsausschuss nachgekommen und hat mit Wirkung zum 1. April 2020 die Leistungen des EBM neu bewertet und für die Strahlentherapie in einem ersten Teilschritt die Höhe der strahlentherapeutischen Sachkostenpauschalen abgesenkt.

Zum 1. Januar 2021 wurde das gesamte Kapitel 25 mit den strahlentherapeutischen Leistungen strukturell angepasst. Der Leistungskatalog wurde aktualisiert. Auch wurden Kosten, die in den Sachkostenpauschalen enthalten waren, in Leistungen und verfahrensbezogene Zusatzziffern des Kapitels 25 überführt.

Außerdem wurden die strahlentherapeutischen Leistungen auf betriebswirtschaftlicher Grundlage neu kalkuliert. Die Aktualisierung der Praxiskosten erfolgte auf Basis der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die Kalkulationsparameter der einzelnen Leistungen wurden auf Basis von Experteneinschätzungen festgelegt.

Die Umstellung zum 1. Januar 2021 sollte punktsummen- und ausgabenneutral erfolgen. Über die wichtigsten Änderungen und die neuen Leistungsziffern hatten die PraxisNachrichten berichtet und auch eine Übersicht bereitgestellt.

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