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Noch keine Einigung - Honorarverhandlungen für 2022 vertagt

19.08.2021 - Bei den Honorarverhandlungen für das Jahr 2022 zwischen KBV und GKV-Spitzenverband hat es am Mittwoch noch keine Einigung gegeben. Die Gespräche seien sachlich und konstruktiv verlaufen, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen nach der Sitzung.

Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, die Verhandlungen fortzusetzen und nicht sofort den Erweiterten Bewertungsausschuss mit seinem unabhängigen Schlichter einzuschalten, sagte Gassen. „Ich hoffe, dass wir mit dem GKV-Spitzenverband eine Lösung am Verhandlungstisch finden werden“, sagte er und fügte hinzu: „Wie wichtig eine funktionierende ambulante Versorgung für die Bevölkerung ist, zeigt die Pandemie mehr als deutlich.“

Entscheidung soll im September fallen

Am 15. September werden KBV und GKV-Spitzenverband erneut im Bewertungsausschuss zusammenkommen, um abschließend über die Finanzierung der ambulanten Versorgung im kommenden Jahr zu beraten. „Dann soll die Entscheidung erfolgen“, kündigte KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister an.

Bei den Verhandlungen, die seit Anfang August laufen, geht es im Kern um die Anpassung des Orientierungswertes, der maßgeblich die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen bestimmt. Dabei werden die Preisentwicklungen für Posten wie Mieten, Personal, Geräte oder Versicherungen berücksichtigt.

Veränderungsraten beschlossen

Beschlossen wurden am Mittwoch die regionalen Veränderungsraten der Morbidität und Demografie. Sie bilden neben dem Orientierungswert die Grundlage für die regionalen Vergütungsverhandlungen, die im Herbst beginnen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen verhandeln dann mit den Krankenkassen vor Ort, wie viel Geld diese im neuen Jahr für die ambulante Versorgung ihrer Versicherten bereitstellen.

Gesetzlicher Auftrag zu jährlichen Verhandlungen

KBV und GKV-Spitzenverband haben den gesetzlichen Auftrag, jährlich über die Anpassung des Orientierungswertes und die Morbiditätsentwicklung zu verhandeln. Eine Vorgabe des Gesetzgebers ist, dass die Krankenkassen das volle Morbiditätsrisiko ihrer Versicherten tragen müssen. Das bedeutet: Nimmt die Zahl der Erkrankungen und damit der Behandlungsbedarf in der Bevölkerung zu, müssen die Kassen entsprechend mehr Geld bereitstellen.

Außerdem sieht das Gesetz vor, dass der Orientierungswert jedes Jahr überprüft und angepasst werden soll. Dabei sind die für Arzt- und Psychotherapeutenpraxen relevanten Investitions- und Praxiskosten zu berücksichtigen. Ferner sollen die Ausschöpfung von Wirtschaftlichkeitsreserven sowie die allgemeine Kostendegression bei Fallzahlsteigerungen in die Berechnungen einbezogen werden.

Die Beschlüsse auf Bundesebene bilden die Grundlage für weitere Verhandlungen auf Landesebene. Dort beginnen im Herbst die Verhandlungen zwischen den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen. Dabei wird es darum gehen, wie viel Geld die Krankenkassen für die ambulante Versorgung der Menschen in der jeweiligen Region im nächsten Jahr bereitstellen. Basis bildet die auf Bundesebene vereinbarte morbiditätsbedingte Veränderungsrate und die vereinbarte Anpassung des Orientierungswertes.

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