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Praxisnachrichten

Mutterpass wird um Keuchhusten-Impfung erweitert

26.08.2021 - Der Mutterpass wird auf mehreren Seiten angepasst, damit dort künftig unter anderem auch die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft ärztlich dokumentiert werden kann. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen.

Die Pertussis-Impfung von Schwangeren ist seit Juli 2020 Kassenleistung. Hintergrund ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), alle Schwangeren gegen Keuchhusten zu impfen – unabhängig vom Abstand zu einer vorherigen Pertussis-Impfung und in jeder Schwangerschaft. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte daraufhin zunächst die Schutzimpfungs-Richtlinie erweitert (die PraxisNachrichten berichteten).

Zusätzliche ärztliche Dokumentationspflichten

Nun wurden auch die Mutterschafts-Richtlinien inklusive Mutterpass angepasst. Dort dokumentieren Ärzte künftig, ob eine Pertussis-Impfung durchgeführt wurde.

Wann der geänderte Mutterpass beim G-BA bestellt werden kann, steht derzeit noch nicht fest. Die PraxisNachrichten werden informieren, sobald dies möglich ist.

Impfempfehlung für alle Schwangeren

Die STIKO empfiehlt die Pertussis-Impfung für schwangere Frauen zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels (ab der 27+0 SSW). Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, sollte die Impfung ins zweite Schwangerschaftsdrittel vorgezogen werden.

Ist in der Schwangerschaft keine Impfung gegen Pertussis erfolgt und liegt die letzte Impfung zehn oder mehr Jahre zurück, sollte der Mutter eine Impfung bevorzugt in den ersten Tagen nach der Geburt empfohlen werden. Auch dies ist zu dokumentieren.

Weitere Änderungen im Mutterpass

Im neuen Mutterpass wird es außerdem auf Seite 4 und Seite 20 neue Ausfüllfelder geben, um die gezielte Rhesusprophylaxe ärztlich zu dokumentieren.

Denn Schwangere mit negativem Rhesusfaktor D können seit Juli 2021 als Teil der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge in ihrem Blut den Rhesusfaktor D des ungeborenen Kindes genetisch bestimmen lassen. Der Bluttest kann zeigen, ob eine Anti-D-Prophylaxe zur Verhinderung von Komplikationen in der Schwangerschaft notwendig ist (die PraxisNachrichten berichteten).

Aus dem Mutterpass gestrichen wird die routinemäßige Untersuchung auf asymptomatische Bakteriurie. Eine bakteriologische Urinuntersuchung, soweit nach Befundlage erforderlich, kann im Gravidogramm unter „Sonstiges/Therapie/Maßnahmen“ vermerkt werden.

Beschluss wird zunächst geprüft

Der Beschluss des G-BA wird vom Bundesgesundheitsministerium zunächst geprüft, dafür hat es zwei Monate Zeit. Anschließend wird der Bewertungsausschuss in den darauffolgenden sechs Monaten darüber beraten, ob aufgrund der Änderung der Mutterschafts-Richtlinien für die Vertragsärzte ein Mehraufwand entsteht und wie dieser gegebenenfalls zu vergüten ist.

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