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Praxisnachrichten

Umfrage: Patienten haben großes Vertrauen in ihre Ärzte

26.08.2021 - Die Patienten schätzen die hohe fachliche Kompetenz der niedergelassenen Ärzte und vertrauen ihnen.  Das ergab die alljährliche Versichertenbefragung der KBV. 91 Prozent der Befragten stuften die Kompetenz der Niedergelassenen mit gut oder sehr gut ein. Hohes Vertrauen zu den Haus- und Fachärzten haben der Umfrage zufolge 90 Prozent.

„Die Ergebnisse der Befragung zeigen eindrucksvoll, wie leistungsfähig die ambulante Versorgung in den Praxen der Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten sowie ihrer Teams ist“, resümierte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen am Mittwoch vor Journalisten.

„In der Corona-Krise mussten sich die Patientinnen und Patienten in besonderer Weise auf ihre Ärztinnen und Ärzte verlassen“, betonte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. Die Zahlen der Befragung belegten „ganz klar, dass sie das auch konnten“.

Die KBV habe die Niedergelassenen dabei durch mit den Krankenkassen getroffene Sondervereinbarungen unterstützt, sagte Gassen und nannte als Beispiele die Behandlung ohne Einlesen der Versichertenkarte vor Ort, telefonische Konsultationen sowie den Versand von Folgerezepten.

Praxisbesuche um fünf Prozent gesunken

Als eine Auswirkung der Pandemie wird der Rückgang der Zahl der Praxisbesuche gewertet. Diese sanken im Vergleich zur Befragung im Vorjahr um fünf Prozent.

Auch kamen weniger Patienten mit akuten Problemen in die Praxis. Das liegt aus der Sicht von Gassen „wahrscheinlich an der geringeren Zahl saisonal üblicher Infekte aufgrund der Hygienemaßnahmen und Kontaktverbote.“

Bei der Behandlung chronisch Kranker gab es keine Veränderungen. Sie seien unverändert zuverlässig behandelt worden, konstatierte Gassen.

Herausforderungen für das Gesundheitssystem

Während die Befragten vor einem Jahr noch die größte Sorge vor einem Ärztemangel hatten, sind es jetzt Ängste vor Personalmangel in den Pflegeberufen (16 Prozent) sowie vor Pandemien und Infektionskrankheiten (13 Prozent). Die Sorge vor Ärztemangel liegt mit neun Prozent jedoch immer noch an dritter Stelle.

In diesem Zusammenhang forderte Hofmeister langfristige politische Lösungen. Denn egal ob in den akademischen oder den Ausbildungsberufen – Arbeitskräftemangel im Gesundheitswesen lasse sich nicht durch kurzfristige Aktionen beheben. Diese Berufe müssten auch mit Blick auf nachfolgenden Generationen nachhaltig attraktiv gestaltet werden.

Nachfrage nicht nur nach COVID-19-Impfungen gestiegen

Deutlich gestiegen ist erwartungsgemäß die Nachfrage nach Impfungen. Dabei wurde jedoch außer der Impfung gegen COVID-19 auch eine erhöhte Nachfrage nach Influenza- und Pneumokokken-Impfungen registriert. Bereits im vergangenen Jahr wurden 3,8 Millionen Versicherte mehr gegen Grippe immunisiert. Zudem gab es eine Million zusätzliche Pneumokokken-Impfungen.

Zunahme der Videosprechstunden

Deutlich zugenommen haben im Vergleich zu der Zeit vor Corona die Videosprechstunden. Die Hälfte der Befragten nutzt sie bereits oder würde sie nutzen. Vor zwei Jahren waren es noch 37 Prozent. Vor allem seien es die jüngeren Patienten in den Großstädten, die der Videosprechstunde aufgeschlossen gegenüberstünden, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Für ältere Menschen in ländlichen Gebieten sei die Videosprechstunde jedoch nicht die richtige Option.

Hinsichtlich der elektronischen Patientenakte (ePA) gaben 57 Prozent der Befragten an, dass diese eine Verbesserung in der medizinischen Behandlung darstelle, 33 Prozent gehen nicht davon aus und zehn Prozent waren unentschlossen. Kriedel zufolge haben bislang lediglich ein Prozent der Versicherten eine ePA.

Nummer 116117 deutlich stärker frequentiert

Die Befragung zeigte auch, dass immer mehr Bürger die Telefonnummer für den Patientenservice 116117 kennen und nutzen. Fast die Hälfte der Bevölkerung kennt die Nummer, davon nutzten fast 40 Prozent diese im Zusammenhang mit Corona. Die Nummer sei in der Pandemie zur „Corona-Hotline“ geworden, sagte Hofmeister.

Bereits 2020 sei die Zahl der Anrufe im Vergleich zum Vorjahr von zehn Millionen auf 18 Millionen gestiegen.
Mit dem Start der Impfkampagne sei die Rufnummer überdies zur offiziell vom Bundesgesundheitsministerium propagierten „Impf-Hotline“ geworden, betonte der KBV-Vorstandsvize. Damit habe sich allein im ersten Halbjahr 2021 die Zahl der Anrufer auf 67 Millionen erhöht.

Hofmeister hob hervor, dass das System der Kassenärztlichen Vereinigungen mit diesem von ihm aufgebauten Serviceangebot eine weitere wichtige Unterstützung im Kampf gegen die Pandemie leiste.

Wartezeiten in der Praxis weiter verkürzt

Bei den Wartezeiten in der Praxis hat sich der bereits zu Beginn der Corona-Krise vor einem Jahr angedeutete Trend fortgesetzt. Während bis zum vergangenen Jahr um die 26 Prozent der Patienten über 30 Minuten in der Praxis gewartet haben, waren es in diesem Jahr nur noch 15 Prozent, was auch auf das veränderte Praxismanagement angesichts der Pandemie zurückzuführen ist.

Die Erhebung hat zudem wiederum gezeigt, dass zu lange Wartezeiten auf einen Termin beim Arzt kaum ein Problem sind. 81 Prozent hat es demnach nicht zu lange gedauert, bis sie einen Termin bekamen.

Versichertenbefragung seit 2006

Die Forschungsgruppe Wahlen führt im Auftrag der KBV die repräsentativen Versichertenbefragungen seit 2006 durch. Vom 29. März bis 26. April wurden dazu in Deutschland insgesamt 6.193 zufällig ausgewählte Bürger telefonisch befragt. Ein erster Teil der Umfrage mit Einschätzungen zur Corona-Pandemie wurde bereits im April veröffentlicht (s. Mehr zum Thema).

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