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Praxisnachrichten

PraxisBarometer: Bundesweite Befragung zur Digitalisierung startet

09.09.2021 - Digitale Anwendungen in der ambulanten Versorgung wie die Patientenakte, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das Rezept stehen kurz vor dem Start. Mit dem PraxisBarometer will die KBV herausfinden, wie es um die Digitalisierung in den Praxen der rund 181.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten steht.

Dazu werden in Kürze bundesweit Ärzte und Psychotherapeuten vom IGES Institut angeschrieben, das die Erhebung im Auftrag der KBV durchführt und wissenschaftlich begleitet. Dabei sollen sich die Ärzte und Psychotherapeuten dazu äußern, welche Chancen und Risiken sie bei der digitalen Entwicklung sehen, aber auch welche Erfahrungen sie bisher gemacht haben. Neben Erwartungen und möglichen Hemmnissen geht es auch darum, wie bereits vorhandene digitale Anwendungen im Praxisalltag funktionieren.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sei vielen deutlich geworden, welche Bedeutung die Digitalisierung für das Gesundheitswesen habe und wo diese Angebote noch fehlten, konstatierte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. „Die Digitalisierung soll die Versorgung verbessern und kann nur gelingen, wenn die Praxen mitgenommen werden – diesen Anspruch darf vor allem die Politik nicht aus den Augen verlieren.“

Digitale Angebote: Ausgereift und realistische Zeitpläne

Die Befragungsergebnisse sollen die KBV dabei unterstützen, die Digitalisierung im Sinne der Niedergelassenen zu gestalten. Kriedel appelliert deshalb an die angeschriebenen Ärzte und Psychotherapeuten, sich an der Befragung zu beteiligen. Auf diesen Erkenntnissen basiere „nicht nur unsere Arbeit in der gematik. Auch für die Forderungen an die Politik und an die Industrie sind sie essenziell“, betonte er und fügte hinzu: „Digitale Angebote müssen auf die Bedürfnisse der Praxen abgestimmt sowie technisch ausgereift sein und auf realistischen Zeitplänen basieren.“

Fragebogen bis Oktober ausfüllen

Die vom IGES Institut angeschriebenen Praxen können den Fragebogen in der ersten Runde bis zum 10. Oktober online ausfüllen – je nach Lage wird der Befragungszeitraum bis zum 1. November ausgedehnt. Wenn gewünscht, kann die angeschriebene Praxis den Fragebogen auch in Papierform anfordern und beantworten. Die Ergebnisse werden anonymisiert veröffentlicht – voraussichtlich Anfang 2022. Die Erhebungsdaten werden dabei streng vertraulich behandelt.

Teilnehmer der Befragung können auf Wunsch ihre Kontaktdaten hinterlassen, um im Anschluss an vertiefenden Fokusgruppeninterviews teilzunehmen.

Ärzte und Psychotherapeuten, die nicht angeschrieben werden, erhalten voraussichtlich ab Anfang Oktober ebenfalls die Möglichkeit, an der Befragung teilzunehmen. Den Fragebogen und Informationen zum Ausfüllen stellt die KBV hier bereit. Die Ergebnisse werden separat ausgewiesen.

Rückblick: PraxisBarometer Digitalisierung 2018, 2019 und 2020

Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung hat die KBV 2018 die bis dato umfassendste repräsentative, wissenschaftlich begleitete Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten zum Stand der Digitalisierung vorgelegt. Ein zentrales Ergebnis war, dass die Ärzte und Psychotherapeuten der Digitalisierung durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen. Das gilt aber nur dann, wenn die Praxis daraus einen konkreten Nutzen für die Organisation oder die Patientenversorgung ziehen kann. Es zeigten sich Unterschiede im Digitalisierungsgrad zwischen den einzelnen Praxistypen.

Die Ergebnisse 2019 und 2020 verdeutlichen, dass die Praxen auf hohem Niveau zunehmend digital arbeiten. Das gilt vor allem für die Patientendokumentation, das Praxismanagement und das Qualitätsmanagement. Die Praxen sehen zudem einen höheren Nutzen in digitalen Anwendungen. In den Befragungen wurden u.a. Sicherheitslücken in der IT und dem Kosten-Nutzen-Verhältnis als starkes Hemmnis der weiteren Digitalisierung betrachtet.

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