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Umdenken bei TI notwendig

Kriedel: Management bei TI-Störungen unzureichend

16.09.2021 - Das Management bei Betriebsstörungen in der Telematikinfrastruktur ist aus Sicht der KBV unzureichend. Im Störungsfall müssten sofort alle Beteiligten informiert werden, fordert KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel im Video-Interview.

Bislang bekämen die KBV und auch die Kassenärztlichen Vereinigungen keine Rückmeldung, allenfalls erscheine etwas auf der Internetseite der gematik, sagte Kriedel und fügte hinzu: Es sei „unzumutbar, dass jede Praxis, die andere Aufgaben hat, immer auf die Internetseite guckt, wenn etwas ausgefallen ist“. Dann wisse man auch nicht: „ist es in der eigenen Praxis, ist es die Übertragung, ist es mein Service-Provider oder liegt es an der Telematikinfrastruktur?“, so Kriedel.

Ihm zufolge ist bei Störungen eine Meldung von der gematik notwendig. „Ich bekomme die Information und weiß okay, es liegt beispielsweise an der Telematikinfrastruktur. Dann muss ich warten bis der Fehler behoben ist.“ Oder liege der Fehler in der Praxis-IT und es müsse der Service bestellt werden, erläutert Kriedel. Störungen könnten jeweils „ganz andere Konsequenzen“ haben.

Längere TI-Ausfälle gefährden die Versorgung

Generell ist die Telematikinfrastruktur (TI) nach den Erfahrungen Kriedels noch zu störanfällig. Angesichts dessen, dass die TI „zunehmend das Rückgrat der Versorgung, des Austauschs von Daten, von Verordnungen werde, muss sie natürlich jederzeit 24/7 zu 99,999 Prozent verfügbar sein“. In den vergangenen acht Wochen habe es fünfzehn TI-Ausfälle, die im Durchschnitt siebeneinhalb Stunden dauerten, gegeben, resümierte Kriedel.

Derzeit sei das in der Masse der Versorgung noch nicht so relevant. „Aber, wenn wir uns vorstellen, dass die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und vor allem das elektronische Rezept nur noch über diesen Weg ausgestellt werden können, hat das eine ganz andere Bedeutung“. Im Schnitt würden am Tag rund zwei Millionen Rezepte ausgegeben. Da würde bei einem längeren TI-Ausfall die Versorgung infrage gestellt. Deshalb fordere die KBV, dass die TI „eine einheitliche Betriebsverantwortung durch die gematik haben muss“.

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