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Kryokonservierung: Empfehlung für die Behandlung minderjähriger Mädchen

07.10.2021 - Die Kosten für die Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen werden seit Juli unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Unsicherheiten gab es bislang zur Frage der Stimulationsbehandlung bei minderjährigen Mädchen.

Nunmehr hat das Bundesgesundheitsministerium im Nachgang zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses seine Rechtsauffassung mitgeteilt. Danach können die ärztlichen Leistungen der Kryokonservierung auch dann über den EBM abgerechnet werden, wenn die Erstattungsfähigkeit des Arzneimittels im Off-Label-Use fehlt.

KBV empfiehlt weiterhin Kostenübernahmeerklärung

Soweit ein Arzneimittel zulassungsüberschreitend zur hormonellen Stimulationsbehandlung eingesetzt werden soll, empfiehlt die KBV weiterhin die Einholung einer Kostenübernahmeerklärung bei der Krankenkasse, um Regressforderungen für die gesamte Leistung zu vermeiden.

Hintergrund ist, dass das Medikament zur hormonellen Stimulationsbehandlung nur zur Behandlung von Patientinnen ab dem 18. Lebensjahr zugelassen ist. Die KBV hatte bereits im März auf die Rechtsunsicherheiten wegen der nicht vorhandenen Zulassung für unter 18-Jährige und auf mögliche Regressrisiken hingewiesen.

Erfüllung eines Kinderwunsches

Mit der Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen soll Versicherten die Erfüllung eines Kinderwunsches nach keimzellschädigender Therapie durch künstliche Befruchtung ermöglicht werden.

Zu keimzellschädigen Behandlungen zählen insbesondere die operative Entfernung von Keimdrüsen, eine Strahlentherapie mit zu erwartender Schädigung der Keimdrüsen sowie potentiell fertilitätsschädigende Medikationen.

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