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Praxisnachrichten

Zi-Studie digitales Monitoring: Keine Zeitentlastung, aber gute Betreuung von Infektpatienten

21.10.2021 - Für die vor einem Jahr gestartete Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zum digitalen Monitoring von Infektpatienten in der ambulanten Versorgung liegen jetzt die Ergebnisse vor. Danach konnten die teilnehmenden Praxen zwar keine zeitliche Entlastung verbuchen, sehen aber Potential in der Betreuung von Infektpatienten.

Ziel der Studie war es, die Eignung bestehender digitaler Monitoringsysteme im Versorgungsalltag und deren Effekt auf die ambulante Behandlung von Infektpatienten zu evaluieren. Dazu wurde die digital unterstützte Behandlung mit der herkömmlichen Versorgung verglichen.

Technische Hürden für Patienten und Praxen

Der Studie zufolge bewerten die Patienten die digitale Betreuung durchweg positiv, wobei viele wegen technischer Hürden nicht teilgenommen haben.

Auch die insgesamt 51 beteiligten Praxen standen vor technischen Herausforderungen wie die Handhabung und Integration der Remote Patient Monitoring -Tools in die Praxisabläufe und die Praxissoftware, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mitteilte. Obwohl keine zeitliche Einsparung zu erkennen gewesen sei, „wurde die digitale Unterstützung überwiegend positiv bewertet“.

Ansteckungsrisiken verringern

„Mit der Studie wollten wir einen Beitrag zur Förderung digitaler Unterstützungssysteme leisten“, erläuterte Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried. Pandemiebedingt hätte die Reduktion von Ansteckungsrisiken für Patienten und Praxis-Mitarbeiter im Vordergrund gestanden.

Wenn es auch keine Anhaltspunkte gebe, dass die Betreuung der Infektpatienten durch digitales Monitoring effizienter werde, sähen die Ärztinnen und Ärzte gleichwohl Potential, die Betreuung wo nötig zu intensivieren, betonte der Zi-Chef. Dies könne unter anderem in einer Grippewelle oder langfristig im Bereich der chronischen Erkrankungen von Bedeutung sein.

Remote Patient Monitoring (RPM)

RPM‐Tools sind nach dem Verständnis des Zi digitale Werkzeuge, die ein effizientes und sichereres Patientenmanagement bei einer Fernbehandlung unterstützen. Sie sollen es dem behandelnden Arzt ermöglichen, die bei Akuterkrankungen gebotene höhere Informationsdichte relevanter Parameter und Informationen in kürzerer Zeit zu erfassen und zu befunden, als es bei einem Praxisbesuch oder Anruf möglich wäre. 

Die Tools ermöglichen zudem eine kontinuierliche Erfassung von Parametern wie etwa der Körpertemperatur und machen die zeitliche Entwicklung im Zustand des Patienten sichtbar. Sie sollen ferner dem Patienten ein Feedback geben, dass übermittelte Informationen durch das Praxisteam gesichtet wurden, sodass er sich sicher betreut fühlen kann. RPM‐Tools ersetzen somit keine Arzt‐Patienten‐Kontakte, sondern dienen der Unterstützung der ärztlichen Behandlung.

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