Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Schnelltests wieder für alle kostenlos – Hinweise für Arztpraxen

15.11.2021 - Angesichts der steigenden Infektionszahlen hat der Bund die „Bürgertests“ für Personen ohne Krankheitssymptome erneut eingeführt. Seit dem Wochenende haben wieder alle Personen mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenfreien Schnelltest. Die PraxisNachrichten fassen das Wichtigste zusammen, was Ärzte dazu wissen sollten.

Weiterhin 8 Euro je Abstrich

Alle Regelungen zum Anspruch sowie zur Abrechnung und Dokumentation gelten entsprechend wie vor dem 11. Oktober, als die Tests bereits kostenfrei waren. So werden je PoC-Antigen-Test 3,50 Euro für die Sachkosten erstattet. Der Abstrich (inklusive Beratung und Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis einschließlich COVID-19-Testzertifikat) wird mit 8 Euro vergütet. Der Anspruch gilt unabhängig von einer Krankenversicherung.

Es bleibt zudem bei der Abrechnungsvoraussetzung, wonach Praxen an die Corona-Warn-App angebunden sein müssen, um auf Wunsch der getesteten Person das Ergebnis in die App übermitteln zu können. Diese Vorgabe gilt für jede Teststelle, die Bürgertestungen anbietet.

Abrechnung für Vertragsärzte weiter über die Quartalsabrechnung

Die Abrechnung der Schnelltests erfolgt wie in der Vergangenheit über die Kassenärztlichen Vereinigungen, die die Kosten dem Bundesamt für Soziale Sicherung in Rechnung stellt. Vertragsarztpraxen können Tests nach der Testverordnung direkt über das Praxisverwaltungssystem abrechnen und benötigen deswegen keine Registrierung. Welche Gebührenordnungspositionen für die Abrechnung des Abstrichs und der Sachkosten zu verwenden sind, erfahren die Vertragsarztpraxen von ihren Kassenärztlichen Vereinigungen.

Regelungen für weitere Teststellen

Nach der Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit dürfen alle Dienstleister, die derzeit Testungen vornehmen, ihre Tätigkeit fortsetzen. Eine Beauftragung weiterer Anbieter durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) ist nur bis zum 15. Dezember möglich. Daneben dürfen unter anderem Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen diese Schnelltests durchführen. Sie benötigen keine Beauftragung des ÖGD. Die KBV wurde dazu durch das BMG beauftragt, ihre Vorgaben zur Abrechnung bis spätesten 17. November anzupassen.

Einrichtungen, ausgenommen Vertragsarztpraxen, die erstmalig Bürgertestungen durchführen wollen, registrieren sich für die Abrechnung bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung.

Der Bund hatte das Angebot von Bürgertests zum 11. Oktober zunächst eingestellt. Nur noch bestimmte Personengruppen hatten seitdem Anspruch auf einen PoC-Antigen-Schnelltest – etwa diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen konnten. Mit der geänderten Verordnung kann sich nun wieder jeder testen lassen. Bestehende Regelungen zur Testung von Kontaktpersonen, bei Ausbrüchen und zur Verhütung der Verbreitung gelten unverändert fort.

Details zu den Bürgertests

Bürgertests (mit und ohne Eigenbeteiligung)

Geregelt im Paragraf 4a TestV

Das Angebot für einen kostenfreien PoC-Antigentest zur Anwendung durch Dritte gilt seit 1. Juli 2022 nur noch für folgende Personen:

  • Kinder unter 5 Jahren, also bis zu ihrem fünften Geburtstag
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, unter anderem Schwangere im ersten Trimester
  • Personen, die zum Zeitpunkt der Testung an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen
  • Personen, bei denen ein Test zur Beendigung der Quarantäne erforderlich ist („Freitesten“)
  • Besucher und Behandelte oder Bewohner in unter anderem folgenden Einrichtungen:
    • Krankenhäuser
    • Rehabilitationseinrichtungen
    • stationäre Pflegeeinrichtungen
    • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
    • Einrichtungen für ambulante Operationen
    • Dialysezentren
    • ambulante Pflege
    • ambulante Dienste oder stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe
    • Tageskliniken
    • Entbindungseinrichtungen
  • Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach dem § 29 SGB IX Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind
  • Pflegende Angehörige
  • Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten

Anspruch auf einen Bürgertest mit 3 Euro Eigenbeteiligung haben:

  • Personen, die am Tag der Testung eine Veranstaltung in Innenräumen besuchen wollen
  • Personen, die am Tag der Testung Kontakt zu Personen haben werden, die ein hohes Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken (Das sind Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Vorerkrankungen)
  • Personen, die durch die Corona-Warn-App einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko erhalten haben („rote Kachel“)

Testverfahren

PoC-Antigentests zur überwachten Eigenanwendung und Nukleinsäurenachweise mittels PoC-NAT-Testsystemen dürfen nicht eingesetzt und abgerechnet werden.

COVID-19-Testzertifikat via Corona-Warn-App

Die getesteten Personen haben Anspruch auf ein COVID-19-Testzertifikat. Teststellen und Praxen können dazu das CWA-Schnelltestportal nutzen, das die Firma T-Systems im Auftrag der Bundesregierung kostenfrei bereitstellt (Details zur Registrierung).

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten