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Praxisnachrichten

Bessere Tests für eAU und eRezept gefordert

KBV: Ausreichende Testphasen für TI-Anwendungen notwendig

02.12.2021 - Die KBV fordert ausreichende Testphasen für neue digitale Anwendungen. Gemeinsam mit anderen Gesellschaftern der gematik, darunter der Bundesärztekammer, hat sie an den Gesetzgeber appelliert, das elektronische Rezept erst ausreichend zu testen, bevor die Anwendung in die Praxis kommt.

Mit großer Skepsis sehen die meisten Gesellschafter der gematik deren öffentliche Aussage, dass die bisherige Testphase zur Einführung des elektronischen Rezepts (eRezept) „erfolgreich“ verlaufen sei. Das Gegenteil sei der Fall, hieß es. So hätten für einen bundesweiten Rollout mindestens 1.000 eRezepte ausgestellt und erfolgreich abgerechnet werden sollen – aktuell seien es lediglich 42.

Täglich werden in Arzt- und Zahnarztpraxen etwa zwei Millionen Rezepte ausgestellt. Fehlerhaft übermittelte eRezepte seien nicht nur eine Belastung für Ärzte, Zahnärzte und Apotheken, sie stellen insbesondere eine Gefährdung der Patientensicherheit dar, warnten unter anderem die KBV, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.

Kriedel: Wir brauchen ausgereifte Anwendungen

KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thoma Kriedel wies in einem Video-Interview auf ähnliche Probleme bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) hin. „Wir brauchen eine Konsolidierungsphase“, sagte er und fügte hinzu: „Es ist kein Stopp der Digitalisierung, sondern eine Möglichkeit, ausreichend zu testen, damit diese Anwendungen ausgereift in die Praxis kommen, und die vorhandene Motivation für die Digitalisierung nicht zu gefährden oder herunterzufahren.“

Um die Versorgung zu Jahresbeginn aufgrund der zu erwartenden Probleme bei der eAU und dem eRezept nicht zu gefährden, hat die KBV eine Richtlinie erlassen (die PraxisNachrichten berichteten). In dieser Richtlinie ist festgelegt, dass Krankschreibungen und Rezepte bis zum 30. Juni noch in der gewohnten Papierform ausgestellt werden können und die elektronische Übermittlung noch nicht erfolgen muss, falls die Anwendungen in der Praxis technisch nicht umsetzbar sind.

Online-Petition

Unterdessen gibt es seit wenigen Wochen eine Online-Petition mit dem Titel „Kassenarztrecht – Einführung von Flächentests zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und zum eRezept“, die die Vorsitzende der KBV-Vertreterversammlung Dr. Petra Reis-Berkowicz im Bundestag eingereicht hat. Darin fordert sie, dass eAU, eRezept und künftige Anwendungen innerhalb der Telematikinfrastruktur über eine einjährige Testphase eingeführt werden, an der sich die Praxen freiwillig beteiligen können. Darüber hinaus setzt sie sich dafür ein, Ersatzverfahren dauerhaft beizubehalten. Bis Mitte Dezember können Interessierte die Petition hier unterzeichnen.

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