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Praxisnachrichten

Im Überblick: Neuerungen und Änderungen zu Jahresbeginn

06.01.2022 - Mit dem neuen Jahr gehen auch einige Veränderungen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten einher. Wesentliche Neuerungen hat das Redaktionsteam der PraxisNachrichten zusammengestellt.

Abrechnung und Honorar

Orientierungswert um 1,275 Prozent gestiegen

Ab 1. Januar

Der Orientierungswert wurde zum 1. Januar auf 11,2662 Cent angehoben (alt: 11,1244 Cent). Damit steigen die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen um 1,275 Prozent. Dies entspricht einer Anhebung der Vergütung von rund 540 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 60 Millionen Euro infolge der Veränderungsraten der Morbidität und Demografie.

Der Beschluss erfolgte im September letzten Jahres im Erweiterten Bewertungsausschuss, nachdem sich KBV und GKV-Spitzenverband auf dem Verhandlungsweg nicht auf eine Anhebung einigen konnten – die Krankenkassen hatten eine Null-Runde gefordert.

PraxisNachrichten: Honorarverhandlungen für 2022 nach zähem Ringen beendet – Orientierungswert steigt um 1,275 Prozent (15.09.2021)

Start der Kodierunterstützung für Praxen

Ab 1. Januar

Die neue Kodierunterstützung wurde zum Jahreswechsel eingeführt. Praxen, deren Softwaresysteme die neuen Funktionen anbieten, haben ein Update erhalten und wenden diese ab dem 1.  Januar an. Für Praxen, bei denen die Kodierunterstützung noch nicht integriert ist, ändert sich zunächst nichts. Softwarehersteller haben für die Bereitstellung längstens bis zum 30. Juni 2022 Zeit.

Die Kodierunterstützung basiert auf der ICD-10-GM. Sie kombiniert bekannte und neue Funktionen rund um die Kodierung. Neu ist unter anderem der Kodier-Check zunächst für die Diagnosebereiche Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus und Folgen des Bluthochdrucks.  Bewährte Funktionen wie die Kodesuche und die Kennzeichnung von Dauerdiagnosen sind ebenfalls Teil der Kodierunterstützung. Sie wurden überarbeitet und stehen weiter für alle Diagnosebereiche bereit.

Hintergrund und Zeitplan: Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz wurde die KBV verpflichtet, verbindliche Vorgaben zum Kodieren zu erstellen und zum 1. Januar 2022 einzuführen. Sie hat diese im Frühjahr 2021 den Softwarefirmen zur Implementierung in die Praxissoftware und anschließenden Zertifizierung durch die KBV bereitgestellt. Da eine flächendeckende Umsetzung bis Jahresbeginn nicht möglich war, hat die Vertreterversammlung der KBV den Zertifizierungszeitraum bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Das heißt: Spätestens ab Juli können alle Praxen mit der Kodierunterstützung arbeiten.

Aktuelle Übersicht zertifizierter PVS mit Kodierunterstützung

Praxen können in einer regelmäßig aktualisierten Liste der KBV nachsehen, ob ihr Praxisverwaltungssystem die Kodierunterstützung bereits eingebunden hat. Weitere Informationen erhalten sie bei ihrem PVS-Anbieter.

Zulassungsliste Kodierunterstützung (PDF-Dokument)
PraxisNachrichten: Kodierunterstützung ab Januar 2022: Übergangsfrist für PVS-Update mit neuen Funktionen bis Ende Juni (16.12.2021)
PraxisNachrichten: Kodierunterstützung für Praxen startet 2022: Das sind die Funktionen (26.08.2021)

Arztpraxen erhalten Zuschlag für allgemeinen Hygieneaufwand

Ab 1. Januar

Alle Haus- und Fachärzte erhalten seit 1. Januar bei direktem Patientenkontakt einen Hygienezuschlag. Der Zuschlag von zwei Punkten (rund 22,5 Cent) pro Praxis wird zu jeder Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschale gezahlt und soll die gestiegenen allgemeinen Hygienekosten berücksichtigen. Ausgenommen sind Fälle, die nur über Videokontakte stattfinden. Der Zuschlag ist für alle Fachgruppen einheitlich, da sich die allgemeinen Hygienekosten je Behandlungsfall nur unwesentlich unterscheiden.

Die KBV fordert seit Jahren eine kostendeckende Finanzierung der zusätzlichen Hygienemaßnahmen in Arztpraxen und hat dies mehrfach in die Verhandlungen mit den Krankenkassen eingebracht. Diese hatten eine Beschlussfassung immer wieder hinausgezögert und finanzielle Forderungen abgelehnt. Der jetzt eingeführte Zuschlag ist ein erster Schritt zur Finanzierung steigender Hygienekosten. Über die Hygienekosten bei speziellen Leistungen wie ambulante Operationen, Dialysen und Endoskopien wird die KBV separat mit den Krankenkassen verhandeln, da in diesen Bereichen die Aufwendungen für Hygiene deutlich höher sind.

PraxisNachrichten: Erweiterter Bewertungsausschuss beschließt: Alle Arztpraxen erhalten ab Januar einen Zuschlag für allgemeinen Hygieneaufwand (18.11.2021)

Gebühren für Gutachten in der Unfallversicherung angehoben

Ab 1. Januar

In der gesetzlichen Unfallversicherung steigen zu Jahresbeginn die Gebühren für Gutachten um bis zu 20 Prozent. Das hat die Ständige Gebührenkommission nach Paragraf 52 Vertrag Ärzte/Unfallversicherung vereinbart. Für die Abrechnung dieser neuen Gebühren ab 1. Januar gilt der Tag der Untersuchung. Neu aufgenommen ist weiterhin in dem Kapitel Neurochirurgie der Gebührenordnung für Ärzte in der Unfallversicherung (UV-GOÄ) die Leistung „Nervenstimulator – Aggregatwechsel“.

PraxisNachrichten: Unfallversicherung: Gebühren für Gutachten werden ab 1. Januar angehoben (16.12.2021)

Intravitreale Medikamenteneingabe: Bewertung der Leistungen bleibt gleich

Ab 1. Januar

Die Höhe der Vergütung für Leistungen der intravitrealen Medikamenteneingabe nach den Gebührenordnungspositionen 31371 bis 31373 und 36371 bis 36373 für den operativen Eingriff am Auge sowie die 06334 und 06335 für die Verlaufskontrolle nach Injektion bleibt auch 2022 gleich. Das hat der Bewertungsausschuss festgelegt, der die Bewertung regelmäßig überprüft.

PraxisNachrichten: Intravitreale Medikamenteneingabe: Bewertung der Leistungen bleibt gleich (16.12.2021)

Hörscreening bei Neugeborenen: Anpassung der GOP 01706

Ab 1. Januar

Bezüglich des Hörscreenings bei Neugeborenen ist im EBM eine Anpassung vorgenommen worden. Hintergrund ist eine Diskrepanz zwischen den zeitlichen Vorgaben in der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und im EBM.

Konkret wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 01706 angepasst. Diese GOP dient der Kontrolle der automatisierten Hirnstammaudiometrie (AABR) nach auffälliger Erstuntersuchung, die mit der GOP 01705 abgerechnet wird.

PraxisNachrichten: Hörscreening bei Neugeborenen: Anpassung der GOP 01706 (16.12.2021)

Dermatologische Leistungen: Klarstellung für die Behandlung von Naevi flammei und Hämangiomen

Ab 1. Januar

Die Anmerkungen für Laserbehandlungen eines Naevi flammei oder eines Hämangioms wurden zum 1. Januar im EBM konkretisiert. Es wird damit klargestellt, dass jede einzelne Gebührenordnungsposition (GOP) unabhängig von der Zahl der Sitzungen einmal je Quadratzentimeter Gesamtfläche des behandelten Hautareals berechnungsfähig ist. Die Anpassung betrifft die Behandlung von Naevi flammei (GOP 10320) und von Hämangiomen (GOP 10322) mittels gepulstem Farbstofflaser sowie die Behandlung dieser Erkrankungen mittels Laser (GOP 10324).

Zudem können Ärztinnen und Ärzte die Leistungen erneut abrechnen, wenn bei Naevi flammei ein Rezidiv auftritt oder ein Hämangiom erneut behandlungsbedürftig ist. Die erneute Berechnungsfähigkeit setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

PraxisNachrichten: Dermatologische Leistungen: Klarstellung für die Behandlung von Naevi flammei und Hämangiomen (16.12.2021)

Organ- und Gewebespende: Ab 1. März neue Beratungsleistung für Hausärzte

Ab 1. März

Hausärzte können ihre Patienten künftig bei Bedarf alle zwei Jahre zur Organ- und Gewebespende beraten. Das sieht das aktualisierte Transplantationsgesetz vor. Die Regelung tritt zum 1. März in Kraft. Die Vergütung der Beratung erfolgt extrabudgetär, eine entsprechende Anpassung des EBM hatte der Bewertungsausschuss im Dezember beschlossen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat in Kooperation unter anderem mit KBV, Bundesärztekammer und dem Deutschen Hausärzteverband Informationsmaterialien für Ärzte und Patienten entwickelt. Alle Hausärzte erhalten Anfang Februar ein Starterpaket der Infomaterialien mit Hinweis auf die kostenfreie Bestellmöglichkeit weiterer Unterlagen.

PraxisNachrichten: Organspende: ab 1. März neue Beratungsleistung für Hausärzte (23.12.2021)

Neue Zusatzpauschalen für Medikamentengabe

Ab 1. April

Für die Beobachtung und Betreuung von Patienten bei der Gabe bestimmter Medikamente werden zum 1. April neue Zusatzpauschalen in den EBM aufgenommen, die die bisherigen Gebührenordnungspositionen ersetzen. Konkret geht es um die Medikamentengabe mit Sebelipase alfa, Velmanase alfa, Fingolimod, Siponimod, Ozanimod und Ponesimod. Sie betrifft die Beobachtung eines Kranken nach der oralen beziehungsweise der parenteralen Arzneimittelgabe.

PraxisNachrichten: Neue Zusatzpauschalen für Medikamentengabe ab April (18.11.2021)

PET/CT in allen Stadien des Hodgkin-Lymphoms

Voraussichtlich ab 1. April

In allen Stadien eines Hodgkin-Lymphoms haben Versicherte künftig Anspruch auf eine Untersuchung mittels PET/CT, damit die Ausbreitung der Erkrankung bestimmt und über die weitere Therapie entschieden werden kann. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte im Juli 2021 beschlossen, den Leistungskatalog entsprechend zu erweitern. Nachdem der Beschluss am 15. Oktober in Kraft getreten ist, hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, eine Anpassung des EBM vorzunehmen. Ausgenommen vom PET/CT-Einsatz bleibt die Routine-Nachsorge ohne begründeten Verdacht.

PraxisNachrichten: G-BA: PET/CT künftig in allen Stadien des Hodgkin-Lymphoms (15.07.2021)

Anhang 2 zum EBM zum 1. Januar aktualisiert

Ab 1. Januar

Das Verzeichnis der operativen Prozeduren im Anhang 2 zum EBM wurde zu Jahresbeginn an die aktuelle Version des Operationen- und Prozedurenschlüssels angepasst. Darüber hinaus wurden in den Anhang 2 zum EBM einige weitere OPS-Kodes aufgenommen. Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) zur Kodierung von ambulanten und belegärztlichen Operationen wird jährlich durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aktualisiert. Danach passt der Bewertungsausschuss den Anhang 2 an die neue OPS-Version an und nimmt gegebenenfalls weitere Änderungen vor.

PraxisNachrichten: Anhang 2 zum EBM wird zum 1. Januar aktualisiert (11.11.2021)

ASV

Weitere ASV-Erkrankungen starten: Hirntumoren und Darmerkrankungen

Im Laufe des Jahres

In diesem Jahr können interdisziplinäre Ärzte-Teams damit beginnen, auch Patientinnen und Patienten mit Tumoren des Gehirns und der peripheren Nerven sowie mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung zu behandeln.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte die beiden neuen Indikationen am 16. Dezember 2021 beschlossen. Der Beschluss wird noch vom Bundesgesundheitsministerium geprüft. Erst mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger können interessierte Ärztinnen und Ärzte ihre Teilnahme als ASV-Team beim erweiterten Landesausschuss anzeigen und nach Erhalt der Berechtigung mit der Behandlung beginnen.

PraxisNachrichten: G-BA beschließt neue ASV-Anlagen: Hirntumoren und Darmerkrankungen (23.12.2021)

Digitalisierung

Vorerst weiterhin Rezepte auf Papier – Schrittweise Umstellung auf eAU

Ab 1. Januar

Arztpraxen können vorerst weiterhin Arzneimittel auf dem Papierrezept verordnen. Die ursprünglich zum 1. Januar geplante Einführung des elektronischen Rezepts (eRezept) wurde kurzfristig verschoben. Es solle zunächst der kontrollierte Test- und Pilotbetrieb fortgesetzt werden, hatte das Bundesministerium für Gesundheit Mitte Dezember mitgeteilt.

Das Ministerium begründete den Stopp damit, dass sich aus den bisherigen Ergebnissen der Testungen noch keine Rückschlüsse auf die flächendeckende technische Funktionalität und Verfügbarkeit ziehen ließen. Diese seien aber „die Grundvoraussetzung für die verpflichtende Einführung des E-Rezepts“.

Zur Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) hatte die KBV den Vertragsärztinnen und -ärzten ein gestuftes Vorgehen empfohlen. Danach sollen sie die Bescheinigungen digital an die Krankenkassen übermitteln, sobald die technischen Voraussetzungen zur Verfügung stehen. Solange das nicht möglich ist, nutzen sie das Ersatzverfahren und stellen eine mithilfe des Praxisverwaltungssystems erzeugte AU-Bescheinigung in Papierform aus, die der Patient an die Krankenkasse schickt. Wenn auch das nicht funktioniert, kann das bisherige Muster 1 verwendet werden.

PraxisNachrichten: Krankschreibungen und Rezepte elektronisch ausstellen: Hinweise für Praxen zur schrittweisen Umstellung (16.12.2021)

Neue GOP für ePA-Erstbefüllung im EBM

Ab 1. Januar

Die sektorenübergreifende Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte (ePA) wird auch in diesem Jahr mit rund zehn Euro honoriert. Neu ist, dass die Abrechnung nunmehr über den EBM erfolgt.

Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, die eine elektronische Patientenakte zuerst mit Befunden, Arztbriefen etc. befüllen, rechnen dafür seit 1. Januar die Gebührenordnungsposition (GOP) 01648 (89 Punkte / 10,03 Euro) ab. Diese ersetzt die bislang gültige Pseudo-GOP 88270. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

PraxisNachrichten: Neue GOP für ePA-Erstbefüllung ab 1. Januar im EBM (23.12.2021)

Impfausweis, Mutterpass und Co.: MIOs stehen bereit

Ab Anfang des Jahres

Die elektronische Patientenakte wird 2022 neue Inhalte bekommen: Impfpass, Mutterpass, Kinder-Untersuchungsheft und zahnärztliches Bonusheft sollen dann in digitaler Form zur Verfügung stehen. Die Grundlage dafür hat die KBV mit den sogenannten Medizinischen Informationsobjekten (MIOs) geschaffen.

Damit werden wichtige medizinische Informationen erstmals als strukturierte Daten vorliegen, die zudem von allen Softwaresystemen im Gesundheitswesen gelesen und verarbeitet werden können. Nun ist es an der Industrie, die MIOs in Praxisverwaltungssysteme, Krankenhausinformationssysteme und Benutzeroberflächen der Versicherten zu integrieren.

Themenseite Digitalisierung - Anwendungen

Formulare

Anpassungen bei Reha- und Reha-Sport-Formular

Voraussichtlich ab Juli

Das Verordnungsformular für eine medizinische Rehabilitation (Formular 61) und der Antrag auf Kostenübernahme für Reha-Sport und Funktionstraining (Formular 56) werden voraussichtlich ab drittem Quartal angepasst.

Das Formular 56 wird insbesondere aufgrund einer Aktualisierung der Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) angepasst. Die BAR-Rahmenvereinbarung wird zwischen den Kostenträgern, den Leistungserbringerverbänden und der KBV geschlossen.

Hintergrund beim Reha-Formular 61 ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA). Demnach soll eine geriatrische Reha künftig nach vertragsärztlicher Verordnung ohne die Überprüfung der medizinischen Erforderlichkeit durch die Krankenkasse möglich sein. Zugleich müssen die verordnenden Ärztinnen und Ärzte aber die geriatrische Indikation mit dafür geeigneten Abschätzungsinstrumenten, die der G-BA festlegt, überprüft haben – und dies auf dem Verordnungsformular 61 dokumentieren. Damit dies möglich ist, wird das Formular angepasst.

PraxisNachrichten: Neuerungen bei der geriatrischen Reha - Formular wird angepasst (23.12.2021)

Prävention

Pflicht zur COVID-19-Schutzimpfung für Praxispersonal

Ab Mitte März

Personen, die unter anderem in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen tätig sind, müssen ab Mitte März gegen COVID-19 geimpft oder genesen sein. Alternativ müssen sie ein ärztliches Zeugnis über das Bestehen einer Kontraindikation gegen eine COVID-19-Impfung besitzen. Das sehen die Änderungen zum Infektionsschutzgesetz vor, die der Bundestag im Dezember festgelegt hat. Die Frist zur Vorlage eines entsprechenden Nachweises ist der 15. März. Nach Ablauf der Gültigkeit des Nachweises muss dieser binnen eines Monats neu erbracht werden.

Dazu zählt auch Personal in Berufen, die Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen betreuen. Die Details regelt Paragraf 20a Infektionsschutzgesetz.

PraxisNachrichten: Bundestag beschließt geändertes Infektionsschutzgesetz (10.12.2021)

Masern-Impfpflicht für Praxispersonal

Ab 1. August

Das Personal in Praxen muss ab 1. August gegen Masern geimpft sein oder eine Immunität gegen Masern nachweisen. Dazu verpflichtet das Masernschutzgesetz. Es ist im März 2020 in Kraft getreten. Für Mitarbeitende, die nach Inkrafttreten des Gesetzes ihre Tätigkeit im medizinischen Bereich aufgenommen haben, galt die Impfnachweispflicht direkt bei Eintritt in das neue Arbeitsverhältnis.

Für bereits länger beschäftigtes Personal bestand eine Übergangsfrist zunächst bis zum 31. Juli 2021, die in Folge der Corona-Pandemie erst bis zum 31. Dezember 2021 und dann bis zum 31. Juli 2022 verlängert worden ist. Diese Übergangsregelung gilt auch für andere Berufsgruppen sowie für Kinder, die bereits am 1. März 2020 in eine Kita oder Schule gingen.

PraxisNachrichten: Nachweisfrist für Masern-Schutzimpfung bis Ende Juli verlängert (23.12.2021)

Aktualisierter Mutterpass verfügbar

Ab 1. Januar

Der aktualisierte Mutterpass steht zur Verfügung. Ärzte können den Pass bei ihren Kassenärztlichen Vereinigungen erhalten, die diesen beim Gemeinsamen Bundesausschuss bestellen. Die Änderungen betreffen das Screening auf asymptomatische Bakteriurie, die nichtinvasive Pränataldiagnostik zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors und die Pertussis-Impfung. Der alte Mutterpass behält weiterhin seine Gültigkeit. Die aktuelle Webversion des Mutterpasses kann hier angesehen werden.

PraxisNachrichten: Mutterpass wird um Keuchhusten-Impfung erweitert (26.08.2021)

Psychotherapie

Vernetzte Hilfen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen

Voraussichtlich ab Mitte des Jahres

Für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wird voraussichtlich Mitte des Jahres ein neues Versorgungsprogramm starten. Ziel ist eine berufsgruppen- und sektorenübergreifende Versorgung, die eine aufeinander abgestimmte und vernetzte wohnortnahe Betreuung gewährleisten soll.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte das Programm im September 2021 auf den Weg gebracht, das Bundesministerium hat den Beschluss nicht beanstandet. Jetzt muss unter anderem noch die Vergütung festgelegt werden, bevor die Netzverbünde ihre Arbeit aufnehmen können.

Die PraxisNachrichten haben die wichtigsten Punkte in einer Übersicht vorgestellt.

PraxisNachrichten: Vernetzte Hilfen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen – So soll das neue Versorgungsprogramm laufen (09.09.2021)

Qualitätssicherung

Organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme: Frist zur Übermittlung der Dokumentationen aus 2021

Bis Ende Februar

Bei den organisierten Krebsfrüherkennungsprogrammen Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs müssen alle Praxen quartalsweise die Dokumentation elektronisch an die zuständige Datenannahmestelle übermitteln. Wenn technische Probleme im Praxisverwaltungssystem bei der Erfassung und Übermittlung bestehen, gilt eine verlängerte Frist. In einem solchen technischen Problemfall kann die elektronische Übermittlung nachträglich bis spätestens 28. Februar 2022 erfolgen. Diese Sonderregelung gilt ausschließlich für die Übermittlung der Daten aus den vier Quartalen des vergangenen Jahres und ist zum Jahresende 2021 ausgelaufen.

PraxisNachrichten: Spätere Übermittlung der Dokumentation nur bei technischen Problemen (12.05.2021)

QS-Verfahren Wundinfektionen: Dokumentation zum 1. Januar wieder gestartet

Ab 1. Januar

Zum 1. Januar ist die einrichtungsbezogene Dokumentation des sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahrens Wundinfektionen erneut gestartet. Das Verfahren war vom Gemeinsamen Bundesausschuss für ein Jahr ausgesetzt worden.

Die teilnehmenden Ärzte wurden von ihrer Kassenärztlichen Vereinigung bereits informiert. Ihnen steht im Mitgliederbereich ihrer KV ein Webportal zur Dokumentation zur Verfügung. Abgabefrist für die Qualitätssicherungsdokumentation zum Erfassungsjahr 2021 ist der 28. Februar 2022. Um die teilnehmenden Praxen bei der Dokumentation zu unterstützen, stellt die KBV eine Praxisinformation sowie diverse weitere Informations- und Serviceangebote bereit.

PraxisNachrichten: QS-Verfahren Wundinfektionen: Dokumentation startet zum 1. Januar wieder (16.12.2021)

Perkutane Koronarintervention und Angiographie: Patientenbefragung startet im Sommer

Ab 1. Juli

In der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung startet im Sommer die erste Patientenbefragung. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Starttermin für die Patientenbefragung im Verfahren „Perkutane Koronarintervention und Angiographie (QS PCI)“ auf den 1. Juli 2022 festgesetzt. Zu den Ergebnissen aus der Patientenbefragung sollen die Arztpraxen einen jährlichen Rückmeldebericht erhalten

Verordnungen

Krankschreibung per Video jetzt bei allen Patienten möglich

Ab 1. Januar

Ärzte können in der Videosprechstunde jetzt auch Patienten krankschreiben, die zuvor noch nicht in der Praxis waren. Bis Jahresende war dies nur bei praxisbekannten Personen möglich. Die Änderung erfolgte im Gemeinsamen Bundesausschuss, der dazu einen gesetzlichen Auftrag umsetzte.

Einen Unterschied gibt es bei der Dauer: Für Patienten, die in der Arztpraxis unbekannt sind, ist eine erstmalige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nur für bis zu drei Kalendertage möglich. Für bekannte Patienten bleibt es bei bis zu sieben Kalendertagen. Danach ist bei allen Versicherten für eine Folgebescheinigung ein persönlicher Praxisbesuch erforderlich.

Ein Anspruch der Versicherten auf Krankschreibung per Videosprechstunde besteht nicht. Die Entscheidung obliegt der Ärztin oder dem Arzt.

PraxisNachrichten: G-BA: Krankschreibung per Video künftig bei allen Versicherten (25.11.2021)

Heilmittelbehandlungen künftig auch per Video möglich

Ab Anfang des Jahres

Heilmittelbehandlungen wie Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie sind voraussichtlich ab Anfang des Jahres auch telemedizinisch möglich, unabhängig von den derzeit geltenden COVID-Sonderregelungen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte im Oktober 2021 mit einer Änderung der Heilmittel-Richtlinie die Voraussetzungen dafür geschaffen. Dieser Beschluss soll in Kürze in Kraft treten. Sobald dies erfolgt ist, werden die PraxisNachrichten informieren.

Weitere Rahmenbedingungen und welche der verordnungsfähigen Heilmittel für eine Videotherapie geeignet sind, sollten der GKV-Spitzenverband und die Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer vertraglich festlegen.
Ärzte und Psychotherapeuten können bei wichtigen Gründen die Videobehandlung ausschließen. Dazu genügt ein Hinweis auf dem Verordnungsformular (Muster 13).

Ergotherapie: Erweiterung bei den thermischen Anwendungen

Ab 1. April

Ab April können Vertragsärzte thermische Anwendungen (Wärme- oder Kältetherapie) bei drei weiteren Diagnosegruppen als ergänzendes Heilmittel verordnen. Konkret sind diese in folgenden Diagnosegruppen zusätzlich zu einer motorisch-funktionellen oder sensomotorisch-perzeptiven Behandlung als ergänzendes Heilmittel verordnungsfähig:

  • Diagnosegruppe SB3: System- und Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel Sklerodermie oder Muskeldystrophie Sklerose
  • Diagnosegruppe EN2: ZNS-Erkrankungen (Rückenmark)/ Neuromuskuläre Erkrankungen), zum Beispiel Querschnittssyndrome oder Multiple Sklerose
  • Diagnosegruppe EN3: Periphere Nervenläsionen/ Muskelerkrankungen, zum Beispiel Plexusparesen oder Polyneuropathien

Hintergrund ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Anpassung des Heilmittelkatalogs bei der Ergotherapie.

Neuerungen bei der Verordnung einer geriatrischen Reha

Voraussichtlich ab 1. Juli

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat Ende des Jahres einige Neuerungen für die Reha-Verordnung beschlossen, die vor allem die geriatrische Versorgung betreffen und ab 1. Juli gelten sollen. Dann ist auch eine Anpassung des Verordnungsformulars 61 geplant.

Das ändert sich: Wenn Ärzte künftig Versicherten ab 70 Jahren eine geriatrische Rehabilitation verordnen, prüfen die gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr, ob die verordnete Maßnahme auch medizinisch erforderlich ist. Damit diese Überprüfung jedoch ausbleiben kann, müssen die Vertragsärzte den medizinischen Bedarf der geriatrischen Rehabilitation auf der Verordnung begründen und mittels bestimmter Funktionstests nachweisen. Die Voraussetzungen dafür hat der G-BA näher bestimmt. Das Verordnungsformular wird entsprechend ergänzt, damit die Ärzte dies dort angeben können.

PraxisNachrichten: Neuerungen bei der geriatrischen Reha - Formular wird angepasst (23.12.2021)

Zweitmeinung

Vergütung für Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Eingriffen geregelt

Ab 1. Januar

Für das Zweitmeinungsverfahren vor planbaren Eingriffen an der Wirbelsäule ist jetzt die Vergütung im EBM geregelt worden. Damit können neben anderen Fachärzten auch Anästhesisten mit der Zusatzbezeichnung „spezielle Schmerztherapie“, Neurologen und Neurochirurgen die Aufklärung und Beratung ab 1. Januar abrechnen.

Ärzte, die zu einer Operation an der Wirbelsäule, zum Beispiel zu einer Osteosynthese oder einer Spondylodese, raten sind verpflichtet, die Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren und nötige Unterlagen für den Zweitmeiner zusammenzustellen. Dafür rechnen sie die Gebührenordnungsposition 01645 (75 Punkte) ab. Der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, rechnet seine jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Die Abrechnung erfolgt bei allen Indikationen, für die eine zweite Meinung eingeholt werden kann, gleich. Dabei sind sie nach bundeseinheitlichen Vorgaben eingriffsspezifisch zu kennzeichnen.

PraxisNachrichten: Vergütung für Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Eingriffen geregelt (23.12.2021)

Zweitmeinung: Weitere Indikationen für 2022 geplant

Im Laufe des Jahres

Der Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung soll in diesem Jahr um zwei Indikationen erweitert werden. Dabei handelt es sich um die Implantation eines Defibrillators beziehungsweise eines Herzschrittmachers sowie um die elektrophysiologische Untersuchung und Ablation. Zu beiden Verfahren hat der Gemeinsame Bundesausschuss bereits Beratungen aufgenommen.

Bisher besteht bei sechs Eingriffen, soweit diese planbar sind, Anspruch auf eine Zweitmeinung: Mandeloperationen (Tonsillektomie, Tonsillotomie), Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien), arthroskopische Eingriffe an der Schulter, Amputationen beim diabetischen Fußsyndrom, Implantationen einer Knieendoprothese sowie Operationen an der Wirbelsäule.

Indikationsstellende Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, Versicherte über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen dieser planbaren Eingriffe stellen. Diese Information des Patienten im Rahmen der „Erstmeinung“ wird einmal im Krankheitsfall mit 8,34 Euro (GOP 01645) vergütet. Sie beinhaltet auch die Zusammenstellung aller erforderlichen Unterlagen für den Patienten.

PraxisNachrichten: Anspruch auf Zweitmeinung vor Eingriffen an der Wirbelsäule (25.11.2021)

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