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Praxisnachrichten

Neues antivirales Medikament Xevudy® soll noch im Januar bereitstehen

18.01.2022 - Das COVID-19-Medikament Xevudy® kann in Kürze auch in Deutschland zur Behandlung von Risikopatienten eingesetzt werden. Das Präparat mit dem monoklonalen Antikörper Sotrovimab wird intravenös verabreicht und kann einen schweren Krankheitsverlauf vorbeugen. Es soll auch vor der Omikron-Variante schützen.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat Kontingente des Arzneimittels Xevudy® von GlaxoSmithKline Trading Service Limited zentral beschafft. Sie sollen Ende Januar über sogenannte Sternapotheken verfügbar sein. Auch Vertragsärztinnen und -ärzte können die Therapie dann durchführen.

Nur für den therapeutischen Einsatz zugelassen

Die Europäische Union hat das monoklonale Antikörperpräparat Xevudy® am 17. Dezember 2021 zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (Körpergewicht von mindestens 40 kg) mit einer COVID-19-Erkrankung zugelassen.

Es darf Patienten verabreicht werden, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, zum Beispiel Personen mit Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder immunsupprimierte Patienten. Eine prophylaktische Gabe ist von der Zulassung nicht erfasst.

Einmalige intravenöse Infusion

Laut Produktinformation soll Xevudy® innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten von COVID-19-Symptomen angewendet werden. Die empfohlene Dosis ist eine einzelne intravenöse Infusion von 500 mg, die nach Verdünnung des Arzneimittels verabreicht wird. Die Infusion dauert etwa 30 Minuten. Das Medikament muss bei Kühlschranktemperaturen (+2 °C bis 8 °C) transportiert und gelagert werden.

Nach Information des BMG werden die Arzneimittelpackungen zunächst nur in englischer und französischer Sprache gekennzeichnet sein. Über einen QR-Code, der den Packungen beigefügt sei, könne auf die deutsche Fach- und Gebrauchsinformation zugegriffen werden. Die Produktinformationstexte sind auch auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden.

Monoklonale Antikörper gegen das Spike-Protein können in der frühen Krankheitsphase die SARS-CoV-2-Viruslast bei einer leichten bis moderaten COVID-19-Erkrankung senken. Sie sind damit eine der Optionen antiviraler Therapie von COVID-19.

Bereits im Einsatz ist die Antikörperkombination Casirivimab/Imdevimab. In-vitro-Tests haben allerdings jüngst ergeben, dass das unter dem Markennamen Ronapreve® zugelassene Arzneimittel möglicherweise nicht bei der Omikron-Virusvariante wirksam ist.

BMG passt entsprechende Verordnungen an

Die Bereitstellung, den Anspruch hierauf sowie die Vergütung der Anwendung dieser Arzneimittel regelt die Monoklonale-Antikörper-Verordnung – MAKV. Diese und die Allgemeinverfügung zum Bezug und zur Anwendung von monoklonalen Antikörpern wird derzeit um Sotrovimab ergänzt. Die Anpassungen seien in Vorbereitung, teilte das BMG mit. Sobald diese erfolgt und bekannt sind, werden die PraxisNachrichten über weitere Details zur Verordnung von Xevudy® berichten.

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