Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Hofmeister: "Wir haben Nachwuchssorgen" - KBV erwartet Dialog zu drängenden Zukunftsthemen

03.02.2022 - Trotz andauerndem Krisenmodus infolge der Corona-Pandemie müssen aus Sicht der KBV drängende Zukunftsthemen im Gesundheitswesen angegangen werden. Dazu gehöre vor allem der Nachwuchsmangel sowohl bei Ärzten als auch Medizinischen Fachangestellten, sagte KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister.

In einem Videointerview spricht Hofmeister von „Nachwuchssorgen“.  „Wir haben zwar mehr Köpfe, die arbeiten, aber wir haben weniger Tagesarbeitsleistung“, stellte er klar und fügte hinzu: Das liege an ganz vielen Dingen, unter anderem an dem Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Freizeit, welches sich Menschen neu einteilten.

Wenn ein Grundverständnis für das Problem da sei, dann müssten die Arbeitsbedingungen verbessert werden, betonte er. Dazu gehöre die Honorierung, aber auch die Entbürokratisierung, damit sich Ärzte und Mitarbeitende in den Praxen wieder primär um die Patientenversorgung kümmern könnten. In dem Zusammenhang forderte Hofmeister auch eine Digitalisierung, die in den Praxen „tatsächlich hilft“ Arbeit zu vermeiden und zu erleichtern.

Probleme der Zukunft angehen

Von der Politik wünsche er sich, „dass wir vor allem wieder Zeit finden, in Ruhe über Dinge zu sprechen, strategisch zu denken, Probleme der Zukunft anzugehen“, sagte Hofmeister. Über zwei Jahre habe man durch äußere Umstände im Krisenmodus gelebt und fast nur reagiert. Das sei zweifelsfrei notwendig gewesen, räumte er ein. „Da haben wir auch energisch mitgewirkt.“

Aber nun sei es an der Zeit, „dass wir uns wieder um die Zukunftsthemen kümmern“. Dazu brauche es Dialog und Austausch und „auch ein bisschen Luft und Freiraum, um dann konstruktiv und in die Zukunft denken, planen und auch arbeiten zu können“.

Stationäre und ambulante Zusammenarbeit optimieren

In der Zusammenarbeit der Sektoren steckt aus Sicht Hofmeisters noch „eine Menge Potenzial in einer Neujustierung dessen, was geht ambulant und was muss stationär sein“. Deutschland sei „nach wie vor eines der wenigen oder das einzige westliche Industrieland, das so unheimlich viele Prozeduren stationär macht, die ambulant gemacht werden könnten“.

Dabei gehe es darum, zu überdenken, welche Anzahl von Eingriffen notwendig seien, um eine gewisse Qualität zu liefern. Da sei es besser, manche Dinge zu konzentrieren und nur noch an weniger Orten anzubieten, dafür in höchster Qualität.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten