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STIKO bereitet Empfehlung für zweite Boosterimpfung vor - Impfstoff von Novavax für Personen ab 18

03.02.2022 - Die Ständige Impfkommission spricht sich für eine zweite COVID-19-Auffrischimpfung für gesundheitlich besonders gefährdete und exponierte Gruppen aus. Außerdem befürwortet sie den Einsatz des Vakzins von Novavax zur Grundimmunisierung von Personen ab 18, wie das Gremium am Donnerstag mitteilte. Beide Beschlussentwürfe seien in das Stellungnahmeverfahren gegangen, Änderungen sind noch möglich.

Die Empfehlung zur zweiten Auffrischimpfung soll demnach für über 70-Jährige, für Bewohner von Pflegeinrichtungen, für Menschen mit Immunschwäche sowie für Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gelten. Bei gesundheitlich gefährdeten Personen soll die Impfung frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischimpfung erfolgen. Gesundheits- und Pflegepersonal soll den zweiten Booster frühestens nach sechs Monaten erhalten.

Personen, die nach der ersten Auffrischimpfung eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird keine weitere Auffrischimpfung empfohlen.

Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe

Die Ständige Impfkommission (STIKO) wies zur Begründung auf aktuelle Daten hin, wonach der Schutz nach der ersten Auffrischimpfung gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnehme. Dies sei insbesondere für Menschen ab 70 und für Personen mit Immunschwäche bedeutsam, bei denen durch eine erneute Boosterimpfung schwere Erkrankungen verhindert werden könnten.

Bei Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen geht es der STIKO zufolge darum, sie individuell besser zu schützen und eine Transmission auf vulnerable Personen zu reduzieren. Ein weiteres Ziel sei, die medizinische und pflegerische Versorgung aufrechtzuerhalten.  

Die STIKO weist darauf hin, dass die Datenlage zur Effektivität und zur Sicherheit einer zweiten Auffrischimpfung noch limitiert sei. Es werde jedoch angenommen, dass sie ähnlich gut verträglich sei wie die erste Auffrischimpfung.

Empfehlung zur Impfung mit Nuvaxovid

Die Grundimmunisierung von Personen ab 18 Jahren kann künftig auch mit dem Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax erfolgen. Die STIKO empfiehlt zwei Impfdosen im Abstand von mindestens drei Wochen. Die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen.

Der proteinbasierte Impfstoff ist seit Mitte Dezember für ab 18-Jährige in der EU zugelassen. In Deutschland werden erste Lieferungen Ende Februar erwartet. Der Impfstoff wird zunächst ausschließlich an die Länder ausgeliefert. Ab wann Arztpraxen den Impfstoff in den Apotheken bestellen können, ist derzeit noch offen – nach letzten Auskünften des Bundesministeriums für Gesundheit nicht mehr in diesem Quartal.

Information der STIKO zu Nuvaxovid

Bei Nuvaxovid handelt es sich um einen Proteinimpfstoff mit einem Wirkverstärker (Adjuvans). Der Impfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren und ist, wie alle anderen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe, funktionell ein Totimpfstoff. In den Zulassungsstudien zeigte der Impfstoff eine mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbare Wirksamkeit. Aussagen zur klinischen Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante können aktuell noch nicht getroffen werden. Nuvaxovid führt häufig zu lokalen und systemischen Impfreaktionen, die über wenige Tage anhalten können und ähnlich stark sind wie nach Impfung mit den anderen COVID-19-Impfstoffen. Die Zulassungsstudien ergaben keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen nach Impfung. Die STIKO stellt fest, dass die Datenlage zu Nuvaxovid noch limitiert ist.

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