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KBV-VV sagt Flüchtlingen bestmögliche Versorgung zu

04.03.2022 - Auf das Schärfste haben KBV und Kassenärztliche Vereinigungen den brutalen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verurteilt. „Der barbarische Überfall ist durch nichts zu rechtfertigen und bringe unvorstellbares Leid über die Menschen in der Ukraine“, heißt es in einer Resolution, die die Delegierten der Vertreterversammlung am heutigen Freitag einstimmig verabschiedeten.

Zugleich versichern KBV und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) den zu erwartenden Flüchtlingen, ihnen „mit der gesamten Struktur des KV-Systems und der damit verbundenen Unterstützung der Niedergelassenen“ zur Verfügung zu stehen, um „die Betroffenen mit der gesamten vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Kompetenz bestmöglich und unbürokratisch zu versorgen“.

Der Bundesregierung bieten KBV und KVen an, „sie in jeder möglichen Hinsicht zu unterstützen“.  In diesem Zusammenhang bittet die Vertreterversammlung (VV) den Gesetzgeber, „bundesweit die notwendigen Rahmenbedingungen zum Versicherungsschutz der Geflüchteten zu schaffen“.

Lauterbach lobt schnelle Reaktion der Ärzteschaft

Am Vorabend der VV hatte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach in der KBV-Veranstaltung „Im PraxisCheck“ geäußert, dass er im Austausch mit dem Innenministerium und dem Auswärtigen Amt sei, um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge koordinieren zu können. Der entsprechende Rechtsrahmen werde geschaffen. Zudem werde auch die Finanzierung der Hilfe unbürokratisch organisiert.  

Zugleich lobte der Minister die kollektive Bereitschaft der Niedergelassenen sich der dramatischen Lage durch den Ukraine-Krieg zu stellen. Er sei beeindruckt, wie schnell und deutlich die Ärzteschaft reagiert habe.

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen versicherte dem Minister, dass die Praxen bereitstünden, die Flüchtlinge medizinisch zu versorgen. „Wir werden alles unternehmen, damit die gebeutelten Menschen zumindest eine gute medizinische Versorgung bekommen.“

Gassen: Niedergelassene für Versorgung der Flüchtlinge gerüstet

In der Vertreterversammlung betonte Gassen, dass die KBV im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium sei, wie sich die medizinische Versorgung der Flüchtlinge flächendeckend sicherstellen lasse. Die Ärzte- und Psychotherapeutenschaft sei gerüstet – jetzt müsse die Bundesregierung so schnell wie möglich die Rahmenbedingungen schaffen.

Die Ereignisse in der Ukraine zeigten, wie wichtig es sei, endlich aus dem „Corona-Tunnel“ rauszukommen, sagte KBV-Vorstandsvize Dr. Stephan Hofmeister. „Wir müssen erkennen, dass es noch weit gefährlichere Entwicklungen in unserem unmittelbaren Umfeld gibt.“ Hofmeister führte fort: „Auf einen Krieg in Europa sind wir noch weniger vorbereitet als auf eine Pandemie.“ Es sei Zeit aufzuwachen.

Die VV-Delegierten begrüßten in einem ebenfalls einstimmig angenommenen Antrag die Aussage Lauterbachs, regulativ sicherzustellen, dass die Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland adäquat medizinisch versorgt werden. Nötig seien unter anderem eine schnellstmögliche Ausgabe von elektronischen Gesundheitskarten und die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung.

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