Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Ambulantes Operieren in Deutschland

Gassen will Ausbau des ambulanten Operierens beschleunigen - Beratungen mit Kassen und DKG laufen bereits

12.05.2022 - KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen will die Arbeiten an der Ausweitung des AOP-Katalogs beschleunigen. Derzeit werde ein Fahrplan erstellt, wann welche Operationen und Prozeduren in die ambulante Versorgung überführt werden könnten, sagte Gassen in einem Video-Interview. Außerdem sei die Vergütung zu klären.

Gassen zufolge gibt es in Deutschland noch ein großes Potential für ambulante Operationen. Der Fortschritt in der Medizin mache es möglich, viele Eingriffe, die heute vollstationär erfolgen, ambulant durchzuführen. Diesen Fortschritt müsse man auch den Patientinnen und Patienten zugutekommen lassen, betonte er.

IGES-Gutachten: Weitere Operationen ambulant möglich

Das IGES Institut habe in seinem Gutachten sehr viele Operationen und Prozeduren identifiziert, die eigentlich ambulant erbracht werden könnten und damit auch sollten, fuhr Gassen fort. In dem Ende März vorgelegten Gutachten wird für 2.476 medizinische Leistungen grundsätzlich Ambulantisierungspotential gesehen und damit die Möglichkeit, den Katalog für ambulantes Operieren, kurz AOP-Katalog, auszubauen.

Das Gutachten wurde für die KBV, den GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erstellt. Diese hatten mit dem MDK-Reformgesetz von 2020 den Auftrag erhalten, den AOP-Katalog zu erweitern und eine für Krankenhäuser und Vertragsärzte einheitliche Vergütung festzulegen. Nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ soll eine möglichst umfassende Ambulantisierung erreicht werden.

Beratungen zur Erweiterung des AOP-Katalogs

Nach Vorlage des Gutachtens geht es nun darum, den Katalog nach und nach zu erweitern und eine einheitliche Vergütung festzulegen. Die Beratungen laufen bereits, wie Gassen sagte. Viele Details zur konkreten Umsetzung seien allerdings noch offen. Dazu gehörten neben den Vergütungsregelungen auch Fragen der Qualifikation der Ärzte, des Settings und Festlegungen, welche Patienten für die ambulante Durchführung der Eingriffe geeignet sind.

Wichtig sei, dass es künftig eine einheitliche Vergütung gebe, unabhängig davon, ob ein Arzt aus der Klinik oder der Praxis die OP durchführe, unterstrich der KBV-Vorstandsvorsitzende. Denn infolge der unterschiedlichen Vergütungssysteme komme es immer wieder zu so „völlig absurden Situationen“, dass Eingriffe in der ambulanten Versorgung zum Teil nur Bruchteile der Vergütung erlösten, die das DRG im Krankenhaus auslöse.

Gassen fordert bessere Vergütung

In den Beratungen zwischen KBV, GKV-Spitzenverband und DKG für ein neues Vergütungssystem wird es auch um die Honorierung von Eingriffen gehen, die heute bereits ambulant erfolgen. Die Leistungen seien seit Jahren deutlich unterfinanziert, speziell die Hygienekosten seien „davon galoppiert“, sagte Gassen und fügte hinzu: „Es muss unbedingt nachgebessert werden, damit das ambulante Operieren grundsätzlich eine Chance hat.“

Gassen geht davon aus, dass auch die Politik Interesse habe, schnell voranzukommen. Das Verfahren ziehe sich schon lange hin. Das Gutachten habe sich aufgrund der Komplexität bereits etwas verzögert. Gassen: „Aber jetzt muss da was passieren und insofern gehe ich davon aus, dass die Politik uns hier auch hilft.“

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten