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Stand 18.03.2020

Gesundheitsinfos

Masernimpfung bei Kindern - was Sie wissen sollten


bei Ihrem Kind steht eine Impfung gegen Masern an. In diesem Informationsblatt erfahren Sie, was Masern sind, welche Folgen diese Erkrankung haben kann, warum die Impfung wichtig ist und welche Nebenwirkungen dabei auftreten können.

Auf einen Blick: Masern und Impfung

  • Masern sind eine hochansteckende Erkrankung durch Masern-Viren, gegen die es keine gezielte Behandlung gibt.
  • Ernste Folge-Erkrankungen können besonders bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten.
  • Es gibt einen wirksamen Schutz vor Masern: Fachleute empfehlen zwei Impfungen im Alter von 11 bis 23 Lebensmonaten.
  • Schwere Nebenwirkungen der Impfung sind sehr selten, vor allem im Vergleich zu den Schäden durch Masern: Etwa 100 von 100 000 Erkrankten sterben an Masern, etwa 3 000 bekommen eine Lungenentzündung. Schwere Nebenwirkungen der Impfung betreffen etwa 2 von 100 000 Geimpften.

Was sind Masern?

Masern sind eine Viruserkrankung. Sie gehört zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Das heißt, fast jeder nicht geimpfte Mensch bekommt Masern, wenn er Kontakt zu Erkrankten hat.

Die Masern-Viren werden von Mensch zu Mensch übertragen. Dies geschieht durch kleinste Tröpfchen in der Luft beim Sprechen, Husten oder Niesen.

Typisch für Masern ist ein Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken am ganzen Körper. Schon vorher können Beschwerden wie Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung auftreten. Betroffene fühlen sich oft sehr krank. Nach einer Masernerkrankung ist man lebenslang immun. Das heißt, man kann sich danach nicht mehr anstecken.

Behandlung von Masern

Eine gezielte Behandlung gegen Masern gibt es nicht. Nur die Beschwerden können gelindert werden, etwa mit Medikamenten gegen Fieber oder Schmerzen. Normalerweise klingt die Erkrankung von selbst wieder ab. Kommt es aber zum Beispiel zu einer Lungenentzündung, benötigen die Betroffenen in der Regel Antibiotika.

Im Jahr 2018 wurde fast die Hälfte aller Erkrankten in einem Krankenhaus behandelt.

Mögliche Folgen von Masern

Meistens sind die Betroffenen nach einigen Wochen wieder gesund. Allerdings sind sie danach für mehrere Monate bis zu 3 Jahren anfälliger für Infektionen durch andere Krankheitserreger, wie etwa Grippe-Viren oder Bakterien. Masern schwächen also die körperlichen Abwehrkräfte für eine längere Zeit.
Zudem können Masern ernste Folgen hervorrufen, zum Beispiel:

  • Von 100 Erkrankten bekommen etwa 3 eine Lungenentzündung.
  • Von 1 000 Erkrankten bekommt etwa 1 eine Gehirnentzündung, die bei ungefähr jedem Dritten zu dauerhaften Schäden führt.
  • Selten kann es noch Jahre später zu einer besonderen Form von Gehirnentzündung kommen. Diese sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) verläuft immer tödlich. Von 100 000 Masernkranken sind schätzungsweise 4 bis 11 betroffen. Erkrankte Kinder unter 5 Jahren bekommen häufiger SSPE: von 100 000 etwa 30 bis 60.
  • Schätzungen zufolge stirbt etwa 1 von 1 000 Erkrankten an den Masern und deren Folgen.

Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sind von Komplikationen betroffen. Bei ihnen verlaufen sie zudem häufiger schwer.

Wie häufig sind Masern?

Masern sind in Deutschland meldepflichtig. Die Anzahl der gemeldeten Erkrankten schwankt seit dem Jahr 2003 zwischen 123 und 2 465 pro Jahr.

Häufig erkranken Kinder unter 4 Jahren. Zunehmend sind bei Masernausbrüchen auch ungeimpfte ältere Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene betroffen. Masern sind keineswegs nur eine „Kinderkrankheit“.

Mehr dazu siehe Kasten: Infoblatt „Masern – brauche ich eine Nachhol-Impfung?“

Die Impfung gegen Masern

Fachleute empfehlen eine Impfung gegen Masern, die in Deutschland seit über 30 Jahren angewendet wird – bevorzugt als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen): MMRV-Impfung.

Bei dieser Impfung werden abgeschwächte, lebende Masern-Viren gespritzt. Sie können die Krankheit nicht auslösen, aber der Körper bildet Antikörper gegen sie.
Die Impfung erfolgt in zwei Schritten:

  • 1. Impfung: Empfohlen für alle Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten, rund um den 1. Geburtstag. Sie ist ab einem Alter von 9 Monaten möglich.
  • 2. Impfung: Kann frühestens 4 Wochen nach der ersten erfolgen. Sie wird Kindern im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen, also noch vor dem 2. Geburtstag.

Nach der ersten Impfung bilden etwa 90 von 100 Menschen schützende Antikörper. Nach der zweiten Impfung besitzen bis zu 99 von 100 Geimpften einen wirksamen Masernschutz. Daher sind zwei Impfungen so wichtig. Kommt es später zu einem Kontakt mit echten Masern-Viren, fangen diese Antikörper die Viren ab, und die geimpfte Person erkrankt nicht. Hat eine Schwangere Antikörper gegen Masern, ist auch das Kind für mehrere Monate nach der Geburt geschützt.

Die beiden Impfungen sorgen frühzeitig für einen guten Schutz vor Masern. Eine spätere Impfung ist auch möglich. Seit März 2020 gilt eine Impfpflicht für Kita- und Schulkinder sowie für Menschen, die in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen arbeiten.

Nebenwirkungen der Impfung

Nach der Impfung kann die Haut an der Einstichstelle warm und gerötet sein und leicht brennen.
Da der Impfstoff die Infektion „nachahmt“, kann etwa eine Woche nach der Impfung ein Unwohlsein, zum Beispiel mit Fieber und Kopfschmerzen, auftreten. Dies ist bei ungefähr 1 von 10 geimpften Kindern der Fall. Selten wurden Fieberkrämpfe beobachtet.

Bei etwa 2 von 100 Geimpften tritt etwa eine Woche nach der Impfung ein leichter Hautausschlag mit Fieber auf: die Impfmasern. Sie sind nicht ansteckend.

Schwere Nebenwirkungen sind äußerst selten. Ein allergischer Schock tritt bei etwa 2 von 1 Million Geimpften auf. Noch seltener wurde eine Gehirnentzündung nach Masern-Impfung beschrieben. Fallberichte deuten an, dass die Betroffenen eine Immunschwäche hatten.

Was Sie selbst tun können

  • Reden Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie Fragen zur Impfung haben oder unsicher sind.
  • Nehmen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig an den Vorsorge-Untersuchungen teil. Die Impfung gegen Masern kann gut im Rahmen dieser Untersuchungen erfolgen.
  • Legen Sie in der Arztpraxis auch Ihren eigenen Impfausweis und den von Geschwisterkindern vor. Es kann der Impfschutz der ganzen Familie überprüft werden. Impfungen gegen andere Krankheiten, wie etwa Tetanus, sind ebenso wichtig. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet ausführliche Informationen zu diesem Thema an: www.impfen-info.de.