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2016

Multiprofessionelle Betreuung als Schlüssel einer guten Versorgung

PsychVVG – Ein integriertes, sektorenübergreifendes Konzept fordert die KBV anstatt die Krankenhäuser einseitig für die Behandlung psychisch kranker Patienten im häuslichen Umfeld zu öffnen.

Berlin, 16. Juni 2016 – Zu den Plänen der Politik, die Behandlung psychisch Erkrankter im häuslichen Umfeld (Hometreatment) ausschließlich durch die Krankenhäuser zu organisieren, erklärt Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): „Die Vertragsärzte und Psychotherapeuten haben im ambulanten Sektor hervorragende Strukturen für eine engmaschige, multiprofessionelle Betreuung aufgebaut. Diese sind gerade bei der Versorgung von Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen der Schlüssel für eine erfolgversprechende Behandlung.“

Der KBV-Chef sagte weiter: „Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf werden dagegen Schnittstellenprobleme geschaffen. Eine kooperative Zusammenarbeit des stationären mit dem ambulanten Sektor kann so nicht stattfinden.“

Für psychisch kranke Patienten sei persönliche Kontinuität besonders wichtig. Dazu führte Gassen aus: „Einen gleichbleibenden Ansprechpartner vorzuhalten, ist bei heutigen Krankenhausabläufen dagegen kaum realisierbar. Deshalb gehört die häusliche Behandlung psychisch kranker Patienten in die Hände der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, die zudem die Lotsenfunktion durch die hoch fragmentierte Versorgungslandschaft viel besser übernehmen können.“

Die KBV schlägt daher vor, alle beteiligten Akteure mit der Entwicklung eines integrierten, sektorenübergreifenden Versorgungskonzepts zu beauftragen. Wesentliche Vorarbeiten hierzu wurden von ambulanten Fachverbänden bereits erarbeitet und könnten um das Element der stationsäquivalenten Leistungen ergänzt werden. „Wir brauchen mehr Miteinander und weniger Gegeneinander der Sektoren“, appelliert Gassen.

Das geplante Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) liegt derzeit als Referentenentwurf vor.