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Frühgeburten verhindern: Vereinbarung „Gesund schwanger“ nutzt neue gesetzliche Möglichkeiten

Premiere in der Versorgung – Mit der Vereinbarung „Gesund schwanger“ engagieren sich KBV, KVen, ärztliche Berufsverbände und Krankenkassen für eine bessere Risikoprävention.

Berlin, 30. Juni 2016 – Jährlich werden in Deutschland etwa 700.000 Kinder geboren. Die Frühgeburtenrate liegt bei rund zehn Prozent und ist damit auf einem im internationalen Vergleich vergleichsweise hohen Niveau. „Deshalb haben wir die Vereinbarung „Gesund schwanger“ geschlossen, die an den relevanten Risikofaktoren für eine Frühgeburt ansetzt. Unser gemeinsames Ziel lautet, durch besondere ambulante Maßnahmen die Frühgeburtenrate zu senken“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) heute in Berlin. Zugleich wies er darauf hin, dass es sich um eine Premiere handele. „Es ist der erste regionenübergreifende Vertrag auf der Grundlage des neuen Paragraphen 140a SGB V, wie er mit dem Versorgungsstärkungsgesetz geschaffen wurde.“

Der Vorstand der Gesellschaft für Wirtschaftlichkeit und Qualität bei Krankenkassen (GWQ ServicePlus AG), Dr. Johannes Thormählen, ist mit dem Ergebnis ebenfalls zufrieden: „Die Vereinbarung führt zu einer optimierten Versorgung und steigert bei einer für die teilnehmenden Krankenkassen wichtigen Versichertenzielgruppe die Attraktivität.“

Die Entwicklung des Versorgungsprogramms „Gesund schwanger“ war ein Gemeinschaftsprojekt von der Arbeitsgemeinschaft Vertragskoordinierung der KBV und Kassenärztlicher Vereinigungen, der GWQ sowie des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF), des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL) und des Berufsverbands der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI). In der Startphase sind bereits folgende Krankenkassen beigetreten: Bertelsmann BKK, BKK Aesculap, BKK Diakonie, BKK Voralb Heller*Index*Leuze, Daimler BKK, DIE BERGISCHE KRANKENKASSE und Salus BKK. Weitere Krankenkassenbeitritte sind in den nächsten Monaten zu erwarten.
Schwangere Versicherte, die sich in den Vertrag einschreiben, erhalten ab dem 1. Juli ein Leistungspaket, das über die Mutterschaftsrichtlinien hinausgeht:

  • Mithilfe eines 45 minütigen Risikoscreenings, inklusive einer ausführlichen Beratung, soll über verhaltensbedingte Risikofaktoren einer Frühgeburt aufgeklärt werden.
  • Vor Beginn der 9. Schwangerschaftswoche kann ein vaginaler Frühultraschall Aufschluss über eine intakte Schwangerschaft geben.
  • Zwischen der 16. und 24. Schwangerschaftswoche erfolgt ein ärztlich durchgeführtes Infektionsscreening, um mögliche bakterielle- oder pilzbedingte Infektionen frühzeitig zu diagnostizieren und zeitnah adäquate Therapie- und Nachsorgemaßnahmen einzuleiten. Laut KISS-Studie kann allein durch das Infektionsscreening eine Frühgeburtensenkung, um bis zu 43 Prozent erwartet werden.

Eine Evaluation rundet die Vertragsinhalte ab. In Zusammenarbeit mit der FB + E Forschung, Beratung und Evaluation GmbH sollen die Vorsorgeleistungen von „Gesund schwanger“ hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Frühgeburtenrate ausgewertet werden.

Teilnahmeberechtigte Ärzte sind Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kbv.de/html/22793.php.