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Volkskrankheiten führen zu hohem Behandlungsbedarf

Behandlungsstatistik – Die KBV hat ermittelt, welches die 20 häufigsten Diagnosen in deutschen Arztpraxen sind. Dabei zeigt sich: Die sogenannten Volkskrankheiten beschäftigen viele Fachgruppen.

Berlin, 16. Juni 2017 – Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Diabetes, Störungen der Blutfettwerte, Schilddrüsenerkrankungen und Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern, mit denen Ärzte in Deutschland zu tun haben. Dies geht aus den Honorarberichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für das zweite und dritte Quartal 2015 hervor. Diese befassen sich neben der Honorarentwicklung in einem Sonderthema mit den häufigsten Behandlungsanlässen bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten. Dazu hat die KBV in 31 Fachgruppen – von Anästhesisten über Kinderärzte bis Onkologen – die 20 am häufigsten dokumentierten Diagnosen ermittelt.

Dabei fällt auf, dass bestimmte Krankheitsbilder in vielen ärztlichen Fachgruppen immer wieder unter den Top 20 auftauchen. So hat fast jeder Facharzt in Deutschland häufig Patienten mit Bluthochdruck zu behandeln. Am stärksten gilt dies erwartungsgemäß für Kardiologen und für Allgemeinmediziner bzw. hausärztlich tätige Internisten: Beim Herzspezialisten ist in jedem zweiten Behandlungsfall Bluthochdruck behandlungsrelevant. Beim Hausarzt sind es immerhin noch 38 Prozent der Behandlungsfälle.

In vielen Fachgruppen ist außerdem Fettleibigkeit – in der Fachsprache Adipositas – unter den Top-20-Diagnosen. Diese Diagnose ist weltweit ein wachsendes Problem. Fast jeder dritte Mensch auf der Welt ist übergewichtig, wie vor kurzem ein internationales Forscherteam im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte. Besonders betroffen sind demnach Kinder. Auch in Deutschland ist Adipositas auf dem Vormarsch, wie die jetzt vorliegende Auswertung der KBV zeigt. In vielen Fachgruppen, etwa bei den Internisten, rangiert sie im Mittelfeld der Top-20-Diagnosen.

Neben der häufigen Verteilung gleicher Krankheitsbilder fällt bei näherer Betrachtung auf, dass in vielen Fachgruppen jeweils ein Krankheitsbild herausragt, also einen besonders hohen Anteil an allen Diagnosen und einen relativ großen Abstand zur zweithäufigsten Diagnose hat. Dies gilt etwa bei den Orthopäden für Rückenschmerzen. Sie machen 35,6 Prozent aller Behandlungsanlässe in dieser Fachgruppe aus. Bei den Kinder- und Jugendpsychiatern bzw. -psychotherapeuten sind es hyperkinetische Störungen, zu denen die Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)Störung AD(H)S gehört (48 Prozent). Humangenetiker befassen sich in der Praxis vor allem mit fortpflanzungsfördernden Maßnahmen (31,9 Prozent der Behandlungen).

Die Honorarberichte für das zweite und dritte Quartal 2015 mit dem Sonderthema Behandlungsanlässe sind auf der Website der KBV zum Download verfügbar.