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Gute Versorgung für alle: Höchstens zehn Kilometer bis zum nächsten Hausarzt

Ambulante Versorgung – Fast 100 Prozent der Bürger legen in Deutschland weniger als zehn Kilometer zurück, um den nächsten Hausarzt zu erreichen. Nur ein verschwindend kleiner Anteil (0,2 Prozent) muss eine längere Distanz absolvieren.

Berlin, 20. Februar 2018 – „Die ambulante Versorgung in unserem Land ist – allen manchmal herbeigeredeten Unkenrufen zum Trotz – sehr gut“, kommentierte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute in Berlin. Er bezog sich auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Demnach wohnen 99,8 Prozent der Bürger weniger als zehn Kilometer vom nächstgelegenen Hausarzt entfernt. „Das sind hervorragende Werte, die ihresgleichen suchen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) stellen die Versorgung überall sicher. Auch dort, wo sich jegliche Infrastruktur schon zurückgezogen hat, wo es keine Bürgerämter, Feuerwehren, Postfilialen oder auch die berühmten Tante-Emma-Läden mehr gibt.“

Gassen warnte davor, in neuen Gremienkommissionen oder Vorschriften wie verbindlichen Landarztquoten eine Lösung für vermeintliche Probleme zu sehen. „Die beste und schönste Planung bleibt doch immer nur eine Planung und bringt keinen einzigen neuen Mediziner aufs Land. Und Quoten schrecken Jungmediziner eher von einer Niederlassung ab.“ Mit Zwang sei nichts zu erreichen.

„Entscheidend ist eine Kombination von harten und weichen Faktoren, um die Niederlassung insbesondere auf dem Land attraktiv zu gestalten“, sagte Gassen. „Die KVen bieten viele Anreize, die Niederlassung für junge Mediziner zu fördern. Ein bundesweiter Überblick findet sich auf www.lass-dich-nieder.de. Genauso wichtig ist aber auch, dass Kommunen ein Standortmarketing betreiben, damit Ort und Region für Ärzte und deren Familien als Lebensmittelpunkt interessant sind.“

Einen zukunftsfähigen Schritt in die richtige Richtung sieht der KBV-Chef in der Abschaffung der Budgetierung. „Als erstes muss die unselige Deckelung von Grundleistungen wegfallen. Die Bürger verlangen zu Recht nach einer immer umfassenderen medizinischen Versorgung, der die Ärzte aber nur ohne Budgetierung in vollem Umfang nachkommen können“, erklärte er.