Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Pressemitteilungen

2020   2019   2018   2017   2016  

2018

Kriedel: „Vertragsärzte und -psychotherapeuten setzen Qualitätsmaßnahmen vorbildlich um“

Qualitätssicherung – Qualitätsmanagement in der Praxis sowie kontinuierliche Fortbildung gehören für Ärzte und Psychotherapeuten zum Berufsalltag. Wie gewissenhaft sie die Maßnahmen umsetzen, zeigen die neuesten Zahlen.

Berlin, 8. Juni 2018 – „Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nutzen regelmäßig Instrumente zur Qualitätssicherung und bilden sich gewissenhaft fort. Rund 90 Prozent der Praxen setzen Maßnahmen zum Qualitätsmanagement um. Mehr als 98 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten bilden sich regelmäßig im vorgeschriebenen Umfang fort. Das verdeutlicht einmal mehr eindrucksvoll, dass gesetzlich Versicherte sich auf eine hohe Qualität der Versorgung verlassen können.“ Das hat Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute in Berlin erklärt.

Für die Erhebung zum Qualitätsmanagement (QM) hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) eine Stichprobe von 3.212 Vertragsärzten und -psychotherapeuten angeschrieben. Die Antwortquote lag bei 97 Prozent. Die Teilnehmer der Befragung gaben an, bevorzugt Instrumente zu nutzen, die einer guten Versorgung dienen und die Patientensicherheit fördern. Dazu zählen ein professionelles Fehlermanagement sowie eine systematische Patienteninformation und -aufklärung. Auch das Schnittstellen-management beim Wechsel der Patienten von der Praxis ins Krankenhaus oder eine Reha-Einrichtung spielt eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus zeigen die Stichproben, dass es kaum regionale Unterschiede gibt und QM überall groß geschrieben wird. Viele niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten nutzen spezifische Verfahren wie „QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen“® sowie Schulungs- und Beratungsangebote der KVen.

Seit dem Jahr 2004 sind Vertragsärzte und -psychotherapeuten gesetzlich verpflichtet, QM in der Praxis einzuführen und weiterzuentwickeln. Die KVen erheben alle zwei Jahre in Stichproben, wie die Umsetzung erfolgt.

Auch die Zahlen zur ärztlichen Fortbildung liegen nun vor. 2017 waren bundesweit 14.472 Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtet, die Erfüllung ihrer Fortbildungspflicht nachzuweisen. Nur 288 taten dies nicht, wobei häufig nicht fachliche, sondern private Gründe (etwa die Aufgabe der Praxis) die Ursache für die Nichterfüllung sind. Seit der gesetzlichen Einführung der Nachweispflicht im Jahr 2004 wurde 147 Ärzten beziehungsweise Psychotherapeuten die Zulassung oder – sofern es sich um Krankenhausärzte handelte – die Ermächtigung zur ambulanten Behandlung gesetzlich Versicherter entzogen, weil sie ihrer Fortbildungspflicht auch nach einer Nachholfrist nicht entsprochen hatten. „Das ist jedoch in nur wenigen Fällen überhaupt nötig. Mit 98,01 Prozent Erfüllungsquote konnte das ohnehin stets hohe Niveau im aktuellen Nachweiszeitraum noch einmal getoppt werden“, resümierte Kriedel.

Die Fortbildungsverpflichtung gilt seit dem 1. Juli 2004. Seither müssen alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten regelmäßig die erfolgreiche Teilnahme an Fortbildungen nachweisen. Dies kann etwa in Form von Präsenzseminaren oder Online-Fortbildungen geschehen. Die entsprechenden Maßnahmen müssen zertifiziert sein und werden anhand eines Punktesystems gewertet. Alle fünf Jahre müssen die Vertragsärzte und -psychotherapeuten mindestens 250 Fortbildungspunkte gegenüber ihrer KV vorweisen. Tun sie dies nicht, drohen Sanktionen, die von Honorarkürzungen bis zum Entzug der Zulassung gehen können.