Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Pressemitteilungen

2019   2018   2017   2016   2015  

2018

Klare Position zum IT-Rollout: „Entfristung statt Befristung muss das Motto lauten“

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz - Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) positioniert sich im Rahmen der heutigen Anhörung in Berlin.

„Es ist gut, dass der Gesetzgeber anerkennt, dass es nicht die Ärzteschaft ist, die den Rollout verzögert, sondern die schlechte Performance der Industrie. Genau deshalb aber greift der Lösungsvorschlag zu kurz“, fassen die Vorstände der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Thomas Kriedel, ihre Meinung zu einem Änderungsantrag der Regierungsfraktionen im Rahmen des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes (PpSG) zusammen. In dem Antrag geht es um den Anschluss der Praxen an die Telematik-Infrastruktur. Die vom Gesetzgeber vorgesehenen finanziellen Sanktionen gegen Ärzte sollen demnach bis 30. Juni 2019 ausgesetzt werden. Das stellt eine Verlängerung der bisherigen Frist um sechs Monate dar. Allerdings müssen die Niedergelassenen bis Ende des Jahres die notwendigen IT-Komponenten (unter anderem sog. Konnektoren) bestellt haben.

„Entfristung statt Befristung muss das Motto lauten“, stellte KBV-Chef Andreas Gassen klar. „Wo sollen denn die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bestellen, wenn es zu wenig zu bestellen gibt“, fragt er. Hintergrund: Bis Ende des Jahres werden schätzungsweise maximal 50.000 Praxen von Ärzten und Zahnärzten mit den notwendigen Geräten höchstens ausgestattet sein – und das bei rund 150.000 Praxen insgesamt.

„Wenn jemand hier mit finanziellen Sanktionen gedroht werden muss, dann vor allem der Industrie“, erklärte KBV-Vize Stephan Hofmeister. Schließlich seien selbst große Anbieter nicht in der Lage, rechtzeitig eine ausreichende Zahl an Geräten zu produzieren.

„Mit ungerechtfertigten Drohungen gegen die Ärzte lässt sich kein Vertrauen schaffen. Erst recht nicht, wenn diese keinen Einfluss darauf haben, welche und wie viele Geräte verfügbar sind“, sagte Vorstandsmitglied Thomas Kriedel.