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2020

„Das Beste aus zwei Welten zusammenführen“

Zur heute veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Risikoverteilung im dualen Krankenversicherungssystem äußerte sich Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV):

Berlin, 17. Februar 2020 –  „Wie fragwürdig die zentrale Aussagethese dieser Studie ist, räumen die Verfasser selber ein: Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein realistisches „umsetzungsnahes“ Szenario, schreiben sie. Die Ergebnisse dieser Studie sind ja Bertelsmann-typisch nicht neu und werden von dieser alle paar Jahre wiederholt. Dadurch werden sie aber nicht besser. Klar ist doch: Wollte man die beiden Versicherungssysteme zusammenführen, wären dafür drei Szenarien denkbar: Entweder es werden nur Therapien bezahlt, die nachweislich wirksam sind. Das würde den Innovationsmotor, den die PKV letztlich auch für die GKV bietet, abwürgen. Die umgekehrte Variante wäre: Alle Leistungen werden bezahlt. Dann wäre die erforderliche Geldmenge nicht quantifizierbar, die Folge wäre unausweichlich eine noch stärkere Quotierung von Leistungen, als wir sie heute schon haben. Die dritte Variante würde ich als die englische Lösung bezeichnen, da sie im britischen National Health Service Anwendung findet. Dort lautet die Devise: Alles wird bezahlt – aber nicht immer und nicht für jeden. Ich bin aber dafür, Hürden zwischen den beiden Versicherungssystemen abzubauen nach dem Motto ‚Das Beste aus zwei Welten zusammenzuführen, um den Versicherten mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten.‘  Da gäbe es viele denkbare Modelle - alle wären für die Patienten besser als eine Bürgerversicherung. Ich finde, man sollte den Menschen mehr statt weniger Entscheidungsspielräume geben.“