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2020

„Wir haben viele Lösungsoptionen – die Politik muss nur mit uns reden“

„Schon jetzt werden 19 von 20 COVID-19-Patienten ambulant behandelt. Die Praxen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und ihrer Teams der Medizinischen Fachangestellten leisten Enormes. Gemeinsam stehen KBV, Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) und niedergelassene Ärzteschaft bereit, auch die kommenden Wochen und Monate zu meistern“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) anlässlich der heute beginnenden Gesundheitsministerkonferenz (GMK). „Es ist richtig, dass die Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs gestern beschlossen hat, die Praxen der Hausärzte und Fachärzte zu entlasten. Wir halten es aber für unabdingbar, dass mögliche Versorgungsszenarien auch mit den betroffenen Versorgern besprochen werden. Das gilt insbesondere für die unmittelbare Versorgung vor Ort durch Haus- und Kinderärzte. Nur so werden sie der Lage erfolgreich gerecht werden können. KBV und KVen haben hierzu pragmatische und praxisnahe Vorschläge gemacht“, appellierte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Berlin, 30. September 2020 – „Es gibt viele Möglichkeiten, die wir einsetzen können: Fiebersprechstunden, Schwerpunktpraxen oder auch eigenständige COVID-19-Einrichtungen. Um die jeweils passgenaue Lösung zu finden, sollte regional entschieden werden. Denn die Anforderungen und Behandlungsoptionen in der ländlichen Fläche stellen sich anders dar als in der Großstadt“, sagte Gassen. „Um bei regionalen Fallzahlsteigerungen und Überschneidungen der Symptome der mit Herbst und Winter einhergehenden Erkältungskrankheiten sowie einer eventuellen Grippewelle schneller agieren zu können, sollte wieder die Möglichkeit einer telefonischen Arbeitsunfähigkeit (AU) geschaffen werden. Dieses Instrument hat die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet. Wir werden uns im Gemeinsamen Bundesausschuss dafür stark machen, dass die Möglichkeit der telefonischen AU wieder eingeführt wird“, kündigte Hofmeister an.

In einem White Paper hat die KBV beschrieben, wie sich das Pandemiegeschehen des kommenden Herbstes und Winters meistern lässt.