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Prävention in der GKV: gut informiert zu mehr Sicherheit

Mit der Gesundheitsvorsorge ist es fast wie bei Flugreisen: Zu viele achten zu wenig auf die Sicherheitshinweise – die zum Teil auch dafür gedacht sind, es gar nicht erst zum Ernstfall kommen zu lassen.

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Viel hat damit zu tun, dass viele Menschen sich gar nicht so sehr damit befassen möchten, was ihnen bevorsteht. Und die meisten, die es betrifft, haben ja auch eine ungefähre Vorstellung, wo ihre Risiken liegen könnten."

Deshalb nutzen zu wenige Menschen die vielen Präventionsangebote: das Impfen gegen gefährliche Infektionskrankheiten beispielsweise; oder die regelmäßigen Vorsorge-Untersuchungen etwa zu Hautkrebs oder Bluthochdruck. Dabei werden diese vielfach angeboten und für gesetzlich Krankenversicherte sogar bezahlt.

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Denk, das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Zum einen auf der ärztlichen Seite sind das natürlich Gespräche zwischen Arzt und Patient. Das Zustandekommen des Arzt-Patienten-Kontaktes ist immer ein erster Schritt, mit dem Patient gemeinsam zu erörtern, was mögliche persönliche Risiken für diesen Patienten oder die Patientin darstellen. Für alle, die nicht Patient sind beim Arzt, muss es andere Wege geben.
Das ist eine wichtige und große Aufgabe. Davor steht aber die gesamtgesellschaftliche Anstrengung, um überhaupt so etwas wie eine Bereitschaft zur Prävention zu erzeugen, und das heißt sowas wie eine Gesundheitsbildung sozusagen mit den Menschen möglich zu machen. Es muss ein Bewusstsein für Gesundheit geschaffen werden, das ist wirklich Aufgabe von Schule, vom Bildungssystem, vielleicht auch von Kindergärten, auch von Medien."

Dabei sprechen auch die Erfolge deutlich für eine regelmäßige Vorsorge im Sinne der Vorsicht:

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Wir haben jetzt recht aktuell Veröffentlichungen aus Mailand unter anderem und von der ESMO; einer onkologischen Organisation, dass es zum Beispiel in der Krebsvorsorge, speziell in der Darmkrebsvorsorge sehr deutliche Veränderungen gegeben hat, seit 1993 drastische Rückgangsraten in der Mortalität, der Sterblichkeit: 14% bei Männern, 15% bei Frauen – das ist doch sehr erheblich, sodass man also sagen kann: Die Koloskopie als Präventionsmaßnahme und die öffentliche Kampagne dazu haben insbesondere in Deutschland wohl sehr stark und eindrucksvoll gewirkt."

Im übertragenen Sinn müssen also die Flugpassagiere über Möglichkeiten und Sinn der gesundheitlichen Sicherheit informiert werden. Sie müssen an Bord geholt und erreicht werden. Und dann kommt es vor allem darauf an, dass sie selbst mitmachen.

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Aktiv, natürlich. Der Versicherte muss das in Anspruch nehmen, in Anspruch nehmen wollen, er muss verstehen, da geht´s um ihn, um sie, um die eigene Gesundheit und um Möglichkeiten, Krankheit zu vermeiden – das muss ja eigentlich der Anspruch der Prävention sein.
Sei es eine vernünftige Ernährung, Bewegung, Schlankbleiben, nicht rauchen, weniger Alkohol trinken und trotzdem Freude am Leben haben, das heißt all die Dinge, die wir eigentlich im Grunde wissen und kennen, die in unseren modernen westlichen Gesellschaften zu einer Vielzahl von vermeidbaren Volkserkrankungen mit ganz erheblichen und schweren Folgewirkungen Erkrankungen haben, die ungeheure Kosten produzieren und die per se schon vermeidbar wären, ganz ohne Präventionsprogramme; das heißt also diese wirkliche Primärprävention im Verhalten ist eigentlich die große Aufgabe für uns alle."

Etwas für die eigene Gesundheit tun, dazu gehören neben einem bewussten Lebensstil auch die Präventionsangebote beim Arzt. Doch viele Menschen sind offenbar nicht gut genug darüber informiert, welche Möglichkeiten und Angebote es gibt. Das betrifft vor allem die, die ohnehin ein hohes Risiko für bestimmte Erkrankungen haben. Ein Dilemma, meint Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV.