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So digital sind Praxen: Ergebnisse des PraxisBarometers Digitalisierung liegen vor

Eine Befragung zur Digitalisierung - warum?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV:
"Ich glaube, es war notwendig, einmal um in den Praxen abzufragen, wie weit die Digitalisierung schon ist, damit wir uns auch mit den Wünschen und Bedürfnissen der Praxen auseinandersetzen können. Auf der anderen Seite wollten wir damit auch die teilweise auch unangemessene Kritik in der Öffentlichkeit begegnen, die Ärzte würden sich nicht digitalen Angeboten öffnen und die Befragung hat gezeigt, das ist nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: Die Praxen sind weitgehend digitalisiert."

Was heißt das genau?

"In den Praxen selbst, gerade was die Technik betrifft, die Geräte sind digitalisiert, auch die Praxen selbst arbeiten intern schon sehr mit IT-Technik. Über 75 Prozent der Praxen dokumentieren auch elektronisch und nutzen auch die Kommunikation zu anderen Ärzten. Probleme dabei sind allerdings, dass die Schnittstellen häufig nicht normiert sind, so dass der Austausch mit anderen Ärzten, mit Krankenhäusern nicht funktioniert."

Was sind die größten Sorgen in den Praxen?

"Die größten Sorgen sind immer noch Sicherheitsbedenken. Wenn man sieht, dass immer wieder Hackerangriffe kommen, dann sind natürlich Ärzte besonders besorgt, weil sie sich zu Recht auch als Sachwalter der berechtigten Datenschutzinteressen ihrer Patienten sehen, denn diese vertrauen ihnen ja sehr höchtspersönliche Daten an und über 80 Prozent sind in der Sorge um den Datenschutz."

Welche Chancen sehen die Praxen?

"Chancen werden durchaus gesehen, gerade in der Kommunikation mit anderen Ärzten, mit Krankenhäusern, für den schnelleren und sicheren Datenaustausch, über Arztbriefe zum Beispiel, aber auch über Medikationspläne, über das eRezept und auch Notfalldaten. Das wird häufig nachgefragt und da wird auch ein Bedarf dafür gesehen."

Wo sieht die KBV Handlungsbedarf?

"Für uns ist eben wichtig, dass die Daten interoperabel sind, das heißt jeder Arzt und jedes Krankenhaus und jeder, der später mal in der Infrastruktur mit angebunden ist, muss über die gleichen Schnittstellen verfügen, so dass technisch die verschiedenen Akteure zusammenarbeiten können und Daten austauschen können. Das ist nicht einfach, das ist nicht trivial und die Industrie hat von sich aus nicht unbedingt ein Interesse daran, denn jeder große Konzern möchte natürlich seine Standards durchsetzen. Deshalb fordern wir vom Gesetzgeber auch die Kompetenz dafür, diese Schnittstellen selbst festzulegen."

Wie sieht Ihr Fazit aus?

"Ich war überrascht, wie viele Ärzte doch daran freiwillig teilgenommen haben. Über ein Viertel der Ärzte hat mitgemacht. Es war immer hin ein umfangreicher Fragebogen. Das zeigt, dass dieses Thema die Ärzteschaft auch berührt und wir werden deshalb diese Befragung auch regelmäßig fortsetzen, um eben festzustellen, wie ist die Ausstattung in den Praxen und um auf die Interessen der Arztpraxen eingehen zu können."

Das Gesundheitswesen muss stärker digitalisiert werden, so der erklärte Wille der Politik. Aber wie digital sind die Praxen bereits? Und wie stehen Ärzte und Psychotherapeuten dazu? Wo sehen sie Chancen, wo Risiken? All das wollte die KBV wissen und hat dafür in diesem Jahr rund 1.700 Praxen befragt. Wie die Ergebnisse aussehen und welche Handlungsempfehlung die KBV daraus mitnimmt, erläutert Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV.