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eArztakte: besserer Austausch von Behandlungsdaten

Ein Arztbesuch, jede Menge Daten. Bisher können Ärzte solche Daten aber nicht so auszutauschen, dass das PVS sie auch verstehen kann. Eine Lösung: die elektronische Arztakte.
„Für den Arzt verändert sich erstmal nicht viel außer dass seine Daten elektronisch strukturiert, indexfähig suchbar abgelegt werden und dass er sie exportieren kann, in Teilen oder im Ganzen, und dass er andere Arztdaten importieren kann in sein Praxisverwaltungssystem und sich diese Daten sofort und nahtlos in die entsprechenden Sachverhaltsbereiche einsortieren, in die sie gehören.“
Genauer sieht das so aus: Dr. Muster behandelt Patientin Müller. Die Ergebnisse speichert er in seinem PVS. Überweist er Frau Müller an seine Kollegin Dr. Beispiel, schickt er dieser die relevanten Befunde auf einem sicheren elektronischen Weg direkt zu. Als strukturierte Daten, die ihr PVS lesen kann.
„Die eArztakte setzt voraus, dass es einen gibt – und das wäre die Kassenärztliche Bundesvereinigung – der die Hoheit über die Spezifikationen der Ablage solcher Daten hat, damit die einheitlich, standardisiert abgelegt werden können. Und dann können alle Praxisverwaltungssystemhersteller auf dieser Basis aufsetzen, konkurrierend, anbieten, wer das schöner und besser darstellt, wer es schneller macht, effizienter macht und in 3D.“
Doch auch Frau Müller möchte eine Kopie der Befunde. Dr. Muster lädt die Daten in ihre App oder in ihre elektronische Patientenakte. Und von dort kann sie sie auch Frau Dr. Beispiel bei ihrem Arztbesuch zur Verfügung stellen.
„Der Patient, der zum Arzt kommt, möchte, dass dieser Arzt alles dokumentiert, was mit dem Patient gemacht wird, und der Arzt möchte, dass diese Dokumentation in seiner Hoheit bleibt. Das wäre hier gewährleistet. Danach hat der Patient, wie jetzt auch schon, den Rechtsanspruch darauf, seine Befunde zu bekommen. Und in unserem Modell kann er diese Befunde dann in Teilen oder in Gänze mit nach Hause nehmen, elektronisch. Was er dann damit macht, ist für uns wiederum egal, denn dann sind es seine Befundkopien. Wichtig ist nur, dass diese jeweils unveränderbar sind, durch nichts und niemand verändert werden können, so dass sie, wenn sie andernorts ausgelesen werden, immer klar als Befunde des einen Arztes identifizierbar sind.“
Und hier profitieren Ärzte und Patienten von der elektronischen Arztakte.
„Nach unserem Dafürhalten ist die elektronische Arztakte die Grundvoraussetzung für eine vernünftige elektronische Patientenakte, denn nur wenn man miteinander sprachfähige Arztbefunde und technische Befunde hat, bekommt man eine intelligente elektronische Akte. Ansonsten ist das eine Ansammlung von PDFs, von nicht weiter indizierfähigen, lesefähigen oder suchfähigen Dokumenten.“
Einheitliche technische Vorgaben für die elektronische Patientenakte sind notwendig. Der Patient kann den Anbieter aber frei wählen und die Akte eigenständig führen.
„Im Grunde müsste am Gesetz nochmal gearbeitet werden, denn dort ist die elektronische Patientenakte im Moment ein sehr komplexes Gebilde, über das der Patient gar nicht alleine verfügen kann, über das er zurzeit den Arzt braucht, um gemeinsam mit ihm Befunde anschauen zu können oder ändern, löschen zu können. Und er hat dann ein Fach, in dem er andere Sachen lagern kann. Das ist sehr komplex und vor allem ist es für uns völlig unvorstellbar, dass man tatsächlich als Patient in die Praxis kommen muss, um dort mit den Praxisangestellten oder dem Arzt gemeinsam seine Akte zu bedienen. Das wäre im Grunde der ausgelagerte Büroarm des Patienten, wäre dann die Praxis. Dafür haben wir keine Zeit.“

Daten zwischen Arztpraxen so austauschen, dass der Empfänger damit auch arbeiten kann: Das ist das Ziel der elektronischen Arztakte. Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, erläutert, was sich hinter der eArztakte verbirgt und wieso sie eine gute Grundlage für die elektronische Patientenakte sein könnte.