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Stand 20.09.2018

Veranstaltungen

24. Anbietermeeting der KBV am 20. September 2018

Hauptthema in diesem Jahr: „Standardisierung im deutschen Gesundheitswesen“

Mit erstmals mehr als 200 angemeldeten Teilnehmern aus Politik und Gesundheits-IT-Branche startete auf Einladung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) das Anbietermeeting in Berlin. Bei der größten Veranstaltung für Hersteller von Praxissoftware für Ärzte und Psychotherapeuten diskutierten sie über den aktuellen Stand der IT-Standardisierung im deutschen Gesundheitssystem.

Vorträge der Veranstaltung 

  • KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel

    KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel

  • Podium 24. Anbietermeeting

    Podium 24. Anbietermeeting

  • Nino Mangiapane, Leiter des Referates „Grundsatzfragen eHealth“ im Bundesgesundheitsministerium

    Nino Mangiapane, Leiter des Referates „Grundsatzfragen eHealth“ im Bundesgesundheitsministerium

Kriedel: „Wir haben bewiesen, dass wir Standards setzen können“

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen nimmt Fahrt auf, es bewegt sich etwas. Das stellte Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV, in seiner Eröffnungsrede fest. Doch er betonte auch: „Wenn wir Digitalisierung wollen, brauchen wir Interoperabilität, und Interoperabilität heißt nichts anderes als Standardisierung.“

Dabei habe die KBV in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Standards setzten kann, so Kriedel weiter. Damit meinte er unter anderem die kürzlich veröffentlichten bzw. in Erarbeitung befindlichen Schnittstellen zum Wechsel der Verordnungssoftware sowie die Archiv- und Wechselschnittstellen. Er wandte sich zudem an die anwesenden Vertreter der Software-Anbieter und versicherte ihnen: „Wir wollen auf Standards eingehen, die bei Ihnen in der Industrie etabliert sind.“ Die KBV hat die letztgenannten Schnittstellen mit HL 7 FHIR® erarbeitet. Die Erfahrungen und das Feedback der KBV wurden auch zur Validierung und Weiterentwicklung des zugrunde liegenden internationalen Standards genutzt und kommen somit weiteren Entwicklungen zu Gute.

Kriedel ging in seiner Rede auch auf zukünftige Herausforderungen der Standardisierung ein. Bis 2021, so hat es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, sollen die Krankenkassen jedem gesetzlich Versichertem eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten.

Dafür, so Kriedel, müssen drei Vorrausetzungen erfüllt sein. Zunächst müssen technische Standards durch die gematik etabliert werden, dies sei soweit abgeschlossen. In einem zweiten Schritt müssen medizinische Informationen, also die Inhalte der ePA, normiert werden. Dafür sei die KBV zuständig. Sie werde hierfür alle Beteiligten einbinden und internationale Standards nutzen. In einem letzten Schritt sollten dann die Anbieter von ePAs ihre Produkte entsprechend entwickeln.

Mangiapane: „Digitale Kommunikation kann ohne einheitliche Standards nicht stattfinden“

Nino Mangiapane, Leiter des Referats Grundsatzfragen der Telematik und eHealth im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), hob in seinem Vortag hervor, dass es in Zukunft besonders darauf ankommen werde, einen verlässlichen Kriterienkatalog für „gute“ Gesundheits-Apps zu entwickeln. Derzeit gebe es mehr als 100.000 Gesundheits-Apps und noch könne niemand sagen welche dieser vielen Apps sinnvoll und nützlich seien. Das BMG habe deshalb einen ersten Bewertungskatalog erstellt. Dieser Kriterienkatalog mit derzeit noch 800 Einzelkriterien werde derzeit vereinfacht und benutzerfreundlicher aufbereitet. In Zukunft könnte es dann auch so etwas wie ein Bewertungssystem für Gesundheits-Apps geben.

Mangiapane appellierte an diejenigen, die Standards festlegen, den Kontakt zur Versorgungswelt zu suchen, da man seines Erachtens für sinnvolle Standards die entsprechende medizinische Terminologie brauche. „Interoperabilität sollte nicht nur in geschlossenen Zirkeln diskutiert werden, der Austausch darüber muss erweitert werden.“ Bei der Anwendung von Terminologien wie z.B. SNOMED CT, müsse immer auch Aufwand und Nutzen für die Beteiligten gegenübergestellt werden.

Im weiteren Verlauf der Tagung referierten und diskutierten weitere Experten, über aktuelle Entwicklungen in der TI und der Gesundheits-IT. Auch im nächsten Jahr werden wieder spannende Themen erwartet - das kommende Anbietermeeting ist für den 3. September 2019 geplant.

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