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Zukunft der Notfallversorgung: 116117 übernimmt zentrale Aufgaben

Warum gehen immer noch zu viele in die Notaufnahme?
Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Zum einen ist die Bekanntheit der 116117 immer noch nicht groß genug. Deswegen werden wir im August jetzt eine große Kampagne starten, um die einfach noch bekannter zu machen. Zum anderen sind die Krankenhäuser in ihrer Vielzahl und in ihrer Wohnortnähe so häufig und haben alle Notfallambulanzen, dass einfach die Bequemlichkeit es hergibt, dass man ins nächstgelegene Krankenhaus läuft ohne groß nachzudenken. Das wird sicher auch eine große Rolle spielen."

Was tut das KV-System?
Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Es gibt schon ganz lange ganz viele Angebote der KVen. Es gibt den ärztlichen Bereitschaftsdienst, es gibt Bereitschaftspraxen, es gibt Praxen an Krankenhäusern, es gibt den fahrenden Bereitschaftsdienst. Was es bisher noch nicht gab, ist eine wirklich bundesweit einheitliche Bewerbung der Erreichbarkeit dieser Dienste. Das war zum Teil regional geregelt mit unterschiedlichen Telefonnummern, und das wollen wir jetzt konsolidieren und wirklich bundesweit unter einem Label, unter einer Nummer, über eine App, über das Telefon alle gleich erreichbar zu sein, und das ist, denke ich, die große Neuerung."

Das TSVG hat dem KV-System einen Auftrag erteilt...
Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ja, hat es und den nimmt das auch wahr. Die KVen bereiten sich intensiv darauf vor. Das heißt, da ist eine Menge Arbeitskraft, die da reingesteckt wird, es kostet auch sehr viel Geld schon jetzt, und wir sind auch zwingend darauf angewiesen, dass in dem jetzt noch ausstehenden Notfallgesetz nicht das ganze Aufgabenfeld, das wir im TSVG bekommen haben, wieder abgeräumt wird. Also, das ist ein bisschen etwas, was wir mit Sorge zurzeit beobachten. Aber wir sind auf dem besten Weg, bereiten das alles vor, arbeiten da sehr hart daran."

Was leisten dabei die Terminservicestellen?
Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Die Terminservicestelle ist ein Service, der den Patienten den gesetzlich zugeschriebenen Anspruch auf ihre Termine erfüllt. Das heißt also, nach Feststellung einer Dringlichkeit eines Termins gibt es über die Termineservicestelle entweder telefonisch oder online die entsprechenden Termine zu buchen. Das ist erweitert worden noch um sogenannte Akut-Termine jetzt und noch eine erhöhte Zugänglichkeit auch zu den Psychotherapeuten. Wie sich das nachher ausgehen wird, wird sich zeigen.“

Und welche Rolle spielt die 116117?
Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: Die 116117 ist die Sammelstelle für alles. Die ist insbesondere in der Nacht natürlich aber eine Telefonnummer, unter der medizinische Hilfe erreicht werden kann. Dort werden in den Abendstunden oder nachts keine Termine vermittelt, tagsüber kann man dort allerdings auch Termine vermittelt bekommen. Grundsätzlich aber wird sie bundesweit einheitlich dafür sorgen, dass Menschen, die ein medizinisches Problem haben, der richtigen Versorgungsebene zugewiesen werden."

Was kommt im neuen Jahr dazu?
Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Die 116117 wir einen Abfrage-Algorithmus haben, bei dem der Patient standardisiert und unter hoher medizinischer Wertigkeit befragt wird, was er genau für ein Problem hat. Und dann kann Patient oder Patientin tatsächlich geholfen werden, entweder direkt telefonisch oder durch Vermittlung eines Arzttermins, durch Vermittlung einer Notfallambulanz oder sogar durch Weiterleitung an die 112, Vermittlung also Rettungsdienst oder Notarztwagen. Das alles wird die 116117 nächstes Jahr leisten können.“

Immer mehr Menschen kennen die 116117, die deutschlandweite Bereitschaftsdienstnummer der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Dennoch suchen sie auch in nicht lebensbedrohlichen Fällen sehr oft die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf. Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, sucht Gründe dafür und erläutert, welche Aufgaben die 116117 jetzt und in Zukunft übernehmen kann, um die Wahl des Versorgungsweges für Patienten zu erleichtern.