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Stand 18.04.2019

Gesundheitsinfos

Bauchspeicheldrüsenkrebs

vielleicht wurde bei Ihnen Krebs der Bauchspeicheldrüse festgestellt oder es besteht der Verdacht darauf. Eine Krebserkrankung ist eine schwere Belastung und wirkt sich immer auf das gewohnte Lebensumfeld aus. Damit umzugehen, ist nicht leicht.

Diese Information soll Sie und Ihre Angehörigen darin unterstützen, die Erkrankung zu verstehen und Ihnen Hinweise und Hilfen zum Umgang mit ihr geben. Wenn Sie mehr über Ihre Krankheit wissen, werden Sie ihr besser begegnen können.

Auf einen Blick: Bauchspeicheldrüsenkrebs

  • Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen wie zum Beispiel Darmkrebs tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs selten auf.
  • In einer frühen Phase verursacht die Krankheit nur selten Beschwerden. Deshalb wird sie oft erst spät erkannt.
  • Untersuchungen zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs werden nicht empfohlen.
  •  Die Behandlung hängt von vielen Faktoren ab und sollte auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sein.
  • Es stehen unter anderem zur Verfügung: Operation, Medikamente, Ernährungsberatung, seelische Unterstützung.

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im hinteren Teil der Bauchhöhle zwischen dem Magen und der Wirbelsäule. Dicht daneben befinden sich die Leber, der Darm und andere Organe.
Die Bauchspeicheldrüse ist etwa 15 bis 20 cm lang und wird in drei Abschnitte unterteilt: den Kopf, den Körper und den Schwanz.
Die Bauchspeicheldrüse hat zwei wichtige Aufgaben:

  • Sie stellt Verdauungssafte für den Darm her.
  • Sie bildet die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

Krebs und Bauchspeicheldrüse

Wenn sich Zellen im Körper ungebremst vermehren, dann verdrängen sie gesundes Körpergewebe. Es entsteht ein Tumor. Geht der Krebs von den Zellen der Bauchspeicheldrüse aus, so lautet der Fachbegriff dafür Pankreaskarzinom. Am häufigsten tritt der Krebs im Pankreaskopf auf. Wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs streut, siedeln Metastasen oft in Lunge, Leber oder Knochen.

Im Vergleich zu häufig auftretenden Krebserkrankungen kommt Bauchspeicheldrüsenkrebs eher selten vor. Pro Jahr erkranken etwa 16 000 Menschen in Deutschland daran, aber etwa 65 000 an Darmkrebs. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen. Männer er-kranken im Mittel mit 71 Jahren, Frauen mit 75.

Krebs der Bauchspeicheldrüse wird meist spät entdeckt und hat dann ungünstige Heilungsaussichten. Das sagt aber nichts über Ihren persönlichen Krankheitsverlauf aus. Dieser hängt unter anderem davon ab, wie aggressiv der Krebs ist und wie weit fortgeschritten er ist.

Ist Früherkennung möglich?

Fachleute haben keine Belege gefunden, dass Früherkennungsuntersuchungen den Krankheitsverlauf beeinflussen oder die Sterblichkeit senken können. Das betrifft zum Beispiel bildgebende Verfahren wie CT oder die Bestimmung von Tumormarkern im Blut. Die Testergebnisse sind teilweise ungenau und können Betroffene beunruhigen. Deshalb wird Früherkennung hier nicht empfohlen.

Beschwerden

Zu Beginn macht sich Bauchspeicheldrüsenkrebs nur selten bemerkbar. Bei Fortschreiten ruft er Beschwerden hervor, von denen manche eher allgemein sind und auch auf andere Krankheiten hindeuten können: zum Beispiel Schmerzen im Oberbauch oder Rücken, Schwäche, übelriechende Durchfälle, ungewollter Gewichtsverlust, Übelkeit oder Hautjucken.

Folgende Anzeichen sind verdächtig für Krebs der Bauchspeicheldrüse – lassen Sie diese von einer Ärztin oder einem Arzt abklären:

  • anhaltende Oberbauch- oder Rückenschmerzen
  • Gelbfärbung der Haut oder der weißen Augenhaut (Gelbsucht), ohne dass Schmerzen bestehen
  • bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr: eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, deren Ursache ungeklärt ist

Behandlung

Eine Operation ist in der Regel die einzige Möglichkeit, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu heilen. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Krebs vollständig entfernen lässt und noch nicht gestreut hat. Etwa bei 1 von 5 Betroffenen ist eine Operation möglich. Dabei entfernt das Operationsteam je nach Lage und Ausdehnung des Krebses die Bauchspeicheldrüse teilweise oder vollständig. Sind angrenzende Organe befallen, werden sie zum Teil mit entfernt.

Eine anschließende Behandlung mit Medikamenten (Chemotherapie) verbessert manchmal den Krankheitsverlauf.

Hat der Krebs gestreut, ist er wahrscheinlich nicht mehr heilbar. Medikamente können das Krebswachstum zeitweise aufhalten, um das Leben zu verlängern und die Lebensqualität zu erhalten. Diese Behandlung kann sehr belastend sein. Sie wird empfohlen, wenn Ihr körperlicher Zustand dies zulässt.

Einige Betroffene sind durch Krankheit und vorhergehende Behandlungen sehr geschwächt. Dann ist es hilfreicher, nur die Beschwerden zu lindern.

Auch andere Maßnahmen können helfen, zum Beispiel Ernährungsberatung und seelische Unterstützung.

Ihr Behandlungsteam sollte die Therapie mit Ihnen gemeinsam auf Ihre körperlichen Kräfte und Ihre Bedürfnisse abstimmen. Die Vor- und Nachteile der Behandlungsmöglichkeiten finden Sie ausführlich in der Patientenleitlinie beschrieben: siehe Kasten.

Was sie selbst tun können:

  • Überlegen Sie, welche Belastungen Sie durch eine Behandlung auf sich nehmen wollen. Sie können eine Behandlung auch abbrechen.
  • Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, und sprechen Sie mit Menschen, die Ihnen nahestehen oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
  • Sie müssen Schmerzen nicht aushalten. Sie lassen sich wirksam mit der richtigen Behandlung lindern.
  • Geben Sie Ihrer Familie zu erkennen, wie Sie sich fühlen und was Ihnen gut tut und was nicht.
  • Lassen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren. Die Folge einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse kann ein Diabetes sein, der behandelt werden muss.

Weiterführende Informationen

Diese Patienteninformation beruht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und fasst wichtige Punkte der jeweiligen PatientenLeitlinie zusammen.

Patienteninformationen

PatientenLeitlinien übersetzen die Behandlungsempfehlungen ärztlicher Leitlinien in eine für Laien verständliche Sprache. Sie geben wichtige Hintergrundinformationen zu den Ursachen, Untersuchungs- und Behandlungsmethoden einer Erkrankung.

PatientenLeitlinien

Die Information ist auch als fertig layoutete Version für das Wartezimmer erhältlich. Hier gelangen Sie zur Downloadseite der Wartezimmerinfos.

Kontakt zu Selbsthilfegruppen

Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen):

www.nakos.de
Tel.: 030 3101 8960

Verantwortlich für den Inhalt

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
- Gemeinsames Institut von BÄK und KBV -
Telefon: 030 4005-2500
Telefax: 030 4005-2555
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