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Lanadelumab

Handelsname: Takhzyro®

Anwendungsgebiet: Prophylaxe von wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems bei Patienten ab 12 Jahren

Pharmazeutischer Unternehmer: Shire Deutschland

Beginn des Verfahrens: 01.02.2019

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 01.08.2019

Zusammenfassung des Beschlusses:

Lanadelumab wurde als Arzneimittel zur Behandlung eines seltenen Leidens (Orphan Drug) zugelassen. Deshalb gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bewertet ausschließlich das Ausmaß des Zusatznutzens auf Grundlage der in den Zulassungsstudien vom pharmazeutischen Unternehmer gewählten Vergleichstherapie. Zur Nutzenbewertung wurde die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie HELP herangezogen, und hier nur die Studienarme mit zulassungskonformen Dosierungsschemata (300 mg Lanadelumab alle zwei Wochen bzw. vier Wochen).

Innerhalb der HELP-Studie war die Anwendung einer Langzeitprophylaxe (mit C1-Inhibitoren) nicht erlaubt; die Anwendung von C1-Inhibitoren war nur als Akuttherapie von Attacken des hereditären Angioödems (HAE) zulässig. Die Patienten im Kontrollarm der Studie, die vor Studienbeginn eine Langzeitprophylaxe erhalten hatten, mussten diese vor Studieneinschluss absetzen. Es ist davon auszugehen, dass diese Patienten während der HELP-Studie keine dem derzeit angesehenen Versorgungsstandard entsprechende Prophylaxe ihrer HAE-Erkrankung erhalten haben.

Todesfälle traten nicht auf. Bei der Morbidität zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Lanadelumab in beiden Dosierungsarmen im Vergleich zu einer Placebobehandlung bei der Anzahl der HAE-Attacken und der Anzahl der moderaten bis schweren HAE-Attacken. Kehlkopfattacken und HAE-Attacken, die zu einem Aufenthalt in der Notaufnahme oder einer Krankenhausaufnahme während der Behandlungsphase führten, traten in der Studie sehr selten auf, es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Für die Endpunkte Zeit bis zur ersten HAE-Attacke und Attackenfreiheit zeigten sich ebenfalls statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Lanadelumab. Für den Endpunkt EQ-5D-VAS wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen festgestellt.

In der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigten sich im AE-QoL für den Gesamtscore sowie für die Responderanalayse und den Domänen Funktion und Ernährung (nur im Behandlungsarm Lanadelumab 300 mg alle zwei Wochen) jeweils statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Lanadelumab gegenüber Placebo, die gemäß Hedges’g als klinisch relevant eingestuft wurden. In der Kategorie Nebenwirkungen wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen mit Lanadelumab und Placebo festgestellt. In der Gesamtschau stellte der G-BA einen beträchtlichen Zusatznutzen von Lanadelumab fest.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Behandlung mit Lanadelumab soll von Ärzten eingeleitet und überwacht werden, die über Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit HAE verfügen.