Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Videos

Telematikinfrastruktur: Großteil der Praxen hat Technik bestellt

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Wir haben Meldungen von den KVen, auch aus der Industrie, dass ein Großteil der Ärzte installiert beziehungsweise bestellt hat. Wir gehen deshalb davon aus, dass dieser Termin 30.06. von der Großzahl der Arztpraxen erreicht werden kann und damit ab dem 1.7. auch die TI flächendeckend ausgerollt ist.“

Noch ist es nicht möglich, die Zahl der Bestellungen genau zu beziffern.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Das ist deshalb so schwer, weil die Ärzte ja zunächst einmal bestellen müssen, bei ihrem Hersteller, dann müssen sie eine SMCB, den Praxisausweis bestellen, und die KVen haben die Verpflichtung, sich die Daten melden zu lassen. Allerdings machen die KVen das unterschiedlich: teilweise mit der Abrechnung, teilweise direkt und teilweise hat der Arzt ja auch bis Ende des Quartals Zeit, bis er seiner KV die Meldung darüber macht. Insofern ist das schwierig, das festzustellen, weil die verschiedenen Datenquellen nicht direkt zusammenpassen.“
"Das wird wahrscheinlich erst am Ende des zweiten Quartals möglich sein, weil die Ärzte ja bis dahin Zeit haben zu installieren bzw. die Industrie auch sich verpflichtet hat, bis zum 30.6. zu installieren. Und erst danach kann natürlich jeder Arzt die gesetzliche Verpflichtung des VSDM, des Versichertenstammdatenabgleichs einmal machen und dann wissen wir verlässlich, wie viele Arztpraxen an die TI angeschlossen sind."

Allerdings sind bereits Meldungen eingegangen, wonach nicht alle Praxen rechtzeitig einen Installationstermin erhalten.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Insbesondere von kleineren Herstellern, die eben über nicht so viele Ressourcen verfügen. Bei denen mag es Engpässe geben, bei der Installation. Zumindest die großen Hersteller haben sich verpflichtet, teilweise selbst mit einer Garantie, wenn ein Arzt bis zum 15.5. bestellt, dass er dann noch im laufenden Quartal, im zweiten Quartal, eine Installation bekommt. Wir haben da keine komplette Marktübersicht, wir hoffen aber, dass es allen Herstellern gelingen wird."

Falls nicht, wird sich der KBV-Vorstand dafür stark machen, dass jene Praxen straffrei bleiben, die ihrerseits alles richtig gemacht haben.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
„Wir werden uns auf jeden Fall dafür einsetzen, selbst wenn das Gesetz eine etwas andere Regelung vorsieht."

Anders allerdings für jene, die sich geweigert haben, ihre Praxis an die Telematikinfrastruktur anzuschließen.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
"Wer nicht bestellen will, der hat die entsprechenden gesetzlichen Sanktionen zu vergegenwärtigen. Das bedeutet 1 Prozent Honorarabzug ab dem 1. Januar diesen Jahres."
"Auch wenn Sie skeptisch sind, bestellen Sie! Weil die Telematikinfrastruktur ist die Voraussetzung dafür, dass wir die Digitalisierung sicher und flächendeckend im deutschen Gesundheitswesen umsetzen können, denn am Beginn ist es ja nur das Versichertenstammdatenmanagement, eine Anwendung, von der der Arzt und der Versicherte wenig haben, zumindest keine Versorgungsqualitätsverbesserung, aber die nächsten, medizinischen Anwendungen sind in der Pipeline. Ob das nun das elektronische Rezept ist, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, der Notfalldatensatz und viele andere Anwendungen mehr - die werden auch zu einer Verbesserung der Versorgung führen. Und man darf nicht vergessen, auch der Arzt kann dann mit seinen Kollegen, dem Krankenhaus, mit allen anderen Leistungserbringern elektronisch sicher kommunizieren. Das ist eine Möglichkeit, die jetzt noch nicht besteht und die sollte unbedingt genutzt werden, abseits aller Bedenken, die der Einzelne vielleicht noch haben mag."

Ein Aspekt, der mitunter Bedenken auslöst: der Datenschutz.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV:
"Datenschutz ist ein wichtiges Thema. Das ist ein Thema gewesen, warum das Ausrollen der TI unter anderem so lange gedauert hat. Der Konnektor hat zurzeit einen Sicherheitsstandard, den es auf der Welt so nicht gibt, und es ist die Aufgabe der gematik und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie, diesen Standard auch jeweils auf dem hohen Niveau zu halten. Ich gehe davon aus, dass das Datenschutzniveau gewahrt ist, und mir persönlich sind auch keine Hinweise bekannt, dass irgendwo eine Sicherheitslücke im Konnektor besteht."

Die gesetzliche Bestellfrist für die TI-Ausstattung ist jüngst abgelaufen. Nach ersten Rückmeldungen hat ein Großteil der noch nicht angebundenen Praxen bestellt. Jetzt geht es darum, die Technik in all diesen Praxen zu installieren und sie damit ans Netz zu nehmen. Ab Juli 2019 könnte die TI dann flächendeckend verfügbar sein, sagt Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV, und macht Hoffnung auf neue, versorgungsrelevante Anwendungen.

Weitere Videos zum Thema

Weitere Informationen zum Thema